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Interview: AIRBORN
Titel: Hingebungsvolle Verbundenheit zu deutschem Stahl

Ein echter Geheimtipp unter Melodic Power Metal-Anhängern waren Airborn aus Italien bisher.

Doch dieser im krassen Gegensatz zur dramatisch hohen Qualität ihres Songmaterials recht verdrießliche Popularitätszustand sollte sich nach dem derzeitigen Erscheinen ihres schlicht als sensationell zu titulierenden Debütalbums „Against The World“ innerhalb kürzester Zeit ändern. Der filigrane Stil von Airborn kann als ein superber und hocheigenständiger Mix aus Gamma Ray, Iron Savior, Blind Guardian oder Heavens Gate definiert werden.

Sänger, Saitenhexer und Tastenmann Alessio Perardi fühlt eine starke Verbindung zu deutschem Power Metal, wie er ganz offen wissen lässt.

„Die Haupteinflüsse für `Against The World` waren hauptsächlich die weiter oben von dir schon genannten Acts. Da wir in der Band seit jeher riesige Fans dieser Bands sind haben uns bemüht ihre Inspirationen in eigenständiger Manier zu verarbeiten. Deutscher Power Metal ist für uns von unsäglichem Reiz und das hört man dem Album auch ganz deutlich an. Dadurch unterscheiden wir uns doch sehr von den bekannteren Bands unseres Landes wie beispielsweise Rhapsody“, beginnt er einleitend.

Und damit hat Alessio ganz recht. Denn wenn über die italienische Metalszene gesprochen wird, fallen immer schnell Namen wie Rhapsody oder Labyrinth, welche bekanntlich obermelodische und mit massivem musikalischen Bombast versehene Hochgeschwindigkeitssymphonien kreieren.

In dieser landestypischen Musiziertradition zelebrieren auch Airborn, das enorm spielfreudige Quartett, überaus melodische Tonkunst, ohne jedoch nicht auch einzigartige Individualität mittels ihrer durchweg hitverdächtigen Kompositionen zu versprühen.

„Darauf legen wir großen Wert. Unser charakteristischer Stil liegt nicht zuletzt an unseren vielseitigen und sehr unterschiedlichen Musikgeschmäckern. Ich beispielsweise bin ein großer Fan von amerikanischem Hardrock, was bei den meisten Gitarrenarrangements auf `Against The World` deutlich zu hören ist. Auch Nocturnal Rites gefallen mir sehr gut; die sind zwar jünger als wir, aber sie entwickelten ebenfalls wie wir einen sehr eigenständigen, unverwechselbaren und vor allem persönlichen Stil.“

Mit dem Albumtitel „Against The World“ machen Airborn neugierig auf die dahinterstehende Bedeutung. Alessio verschafft diesbezüglich nüchterne Klarheit:

„Der Titel der aktuellen Veröffentlichung entstand aus ganz persönlichen Beweggründen heraus: Ich bin gegen diese Welt, weil ich absolut nicht glücklich mit ihrer Entwicklung bin! Viele Nummern des neuen Albums, beispielsweise wie der Titeltrack oder das Stück `Wings`, behandeln diese Thematik. Während andere Lieder wie beispielsweise `Return To The Sky` or `Sky City` versuchen, eine Lösung der Probleme durch die Rückbesinnung auf uralte Weisheiten aus vergangenen Zivilisationen aufzuzeigen.“

Der Hamburger Piet Sielck, der das Album klangrein produzierte, hat Alessio und seine Jungs restlos zufrieden gestellt, wie wir abschließend erfahren:

„Wir sind absolut glücklich mit seiner Arbeit; er ist nicht nur ein sehr guter Produzent, sondern auch menschlich eine großartige Person. Wenn möglich, wollen wir auch zukünftig mit ihm arbeiten.“

© Markus Eck, 25.09.2002

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