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Interview: ANCIENT EXISTENCE
Titel: Wolfsähnliche Bierkraft

Diese Hannoveraner Death Metal-Band wurde von den Gitarristen Stefan Kassner und Johannes Leicht alias Joe sowie Drummer Dominik Brodowy im Dezember 2000 in ein zukünftig knallhartes musikalisches Leben gerufen. Anfang 2001 stieß schließlich noch der inhuman klingende Barde Steffen Rehbock dazu.

Während den Aufnahmen zur ersten CD verpflichtete die rumpelfreudige Todestruppe Alex Degraf als Bassisten. Seitdem ist das Line-Up unverändert. Besagte Besetzung spielte auch das aktuelle Erzeugnis ein, das krachende Debütalbum „Night Eternal”. Ich kontaktierte die Jungs über den D@tenhighway.

„Zunächst bekommen die Fans derzeit von uns nicht nur was zu hören, sondern auch was auf die Augen. Wir haben unsere neue CD nämlich im edlen und hochwertigen Digipak veröffentlicht. Die Produktion ist im Gegensatz zu anderen Undergroundproduktionen sehr druckvoll. Alle Songs sind gut!“, freut sich die Band eingangs mit einiger Selbstüberzeugung.

Schade finde ich, dass die auf dem Vorgänger so tollen Black Metal-Einflüsse offenbar nun merklich reduziert wurden. Die Antwort kommt prompt:

„Wir haben uns nicht speziell vorgenommen, die neuen Stücke mehr in Richtung Death Metal zu bringen, dies ist einfach beim Songwriting so entstanden. Auf der CD ist aber genauso eine Black Death-Mischung, wie auf der vorherigen. `Night Eternal`, `Empty Grave`, `Bloodrage` und `Vengeance` zum Beispiel haben kaum Death Metal-Anteile, die restlichen dafür aber etwas mehr. Dieser Eindruck entsteht wohl auch durch die viel bessere und fettere Produktion, die die Songs viel wuchtiger erscheinen lässt. Wenn wir von der ersten Scheibe einige Songs in diesem Soundgewand aufgenommen hätten, wäre das Ergebnis vielleicht ähnlich gewesen. Auf einer kommenden Scheibe ist der Eindruck dann eventuell wieder anders.“

Interessant, wie die Jungs ihre Einstellung zum Todesblei definieren: „Death Metal ist eine Musik, die aus dem Bauch herauskommen muss. Es muss grooven ohne Ende, nur Geballere ist mit der Zeit zu eintönig. Die richtige Mischung macht es. Alkohol spielt natürlich auch eine sehr wichtige Rolle.“

Die Antwort auf die Frage nach der Bedeutung des Titels der aktuellen Veröffentlichung von Ancient Existence bringt den Autoren im Weiteren nicht wenig zum Schmunzeln.

„Wenn wir diesen Song live spielen, hängen alle Weiber ihre Titten raus. Darum ist dieser Tittensong der Titelsong.“ Wer raushängt, sündigt nicht.

Meine Neugier auf das dahinter stehende lyrische Konzept ist groß, die Antwort dazu leider klein:

„Mord und Totschlag – und das Ende der Welt!“

Als es dann an die thematischen Hintergründe des neuen Album-Frontcovers geht, zieht die Formation gar noch hemmungsloser vom Leder. Man erfährt diesbezüglich:

„Wenn wir besoffen sind, benehmen wir uns wie Tiere. Der Wolf auf dem CD-Cover symbolisiert unsere zerstörerische Bierkraft. Wenn der Wolf erst mal Blut geleckt hat, lässt er nicht mehr ab von seinem Opfer. Wenn wir erst mal Bier geleckt haben, lassen wir auch nicht mehr von unseren Opfern ab.“ Verstehe. Animalische Malztriebhaftigkeit also.

Laut nachfolgender Interview-Aussage von meinen Gesprächspartnern kam die aktuelle Musikmischung der Band auf völlig unbefangenem Wege zustande.

„Wir haben nicht gezielt irgendwelche Einflüsse verarbeitet. Das Songwriting ist bei uns ein natürlicher Prozess, sowie das Leeren einer Bierflasche.“

Diesen kausalen Zusammenhang kann wohl jeder Metaller ganz leicht nachvollziehen, der hin und wieder gerne mal eine satte Hopfenladung hinunterkippt.

Und geht es um eventuell vorhandene inspirative Eingebungen, so nennen Ancient Existence dabei mit der knappen Auflistung „Schnaps und Schlampen“ in verblüffender Weise exakt dieselben Lebensbereiche, welche ich einst von den österreichischen Highspeed-Black Metal-Bolzern Belphegor vernahm.

Jedwedes Posertum ist den Hannoveraner Death Metal-Schergen fremd und gehört eher zum Power Metal, wie abschließend zu erfahren ist.

„Bei uns steht die Musik und nicht irgendwelche Showeinlagen im Vordergrund. Unsere Mucke bringen wir so fett und groovig wie möglich rüber, sodass es den Leuten durch den Magen geht. Ancient Existence ist 100 % Metal!“

© Markus Eck, 24.11.2003

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