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Interview: CADAVERIA
Titel: Spiegelbildliche Schaffensdarstellung

Hinfallen ist keine Schande – liegen bleiben schon. So könnte die überraschende Bandgründung von Cadaveria tituliert werden.

Dieses italienische Horror Death Metal Quintett trägt den Namen seiner willensstarken Urheberin, der attraktiven Sängerin Cadaveria. Nach dem unausweichlichen Weggang von ihrer alten langjährigen Band Opera IX (die üblichen zwischenmenschlichen Differenzen) genossen Sängerin Cadaveria und ihr treuer nachgefolgter Mitstreiter Flegias die nach dem Split endlich wieder eingekehrte Ruhe in ihren kreativen Köpfen. Diese führte rasch zu einer Neuorientierung. Und letztlich auch zur Gründung von Cadaveria.

Mit „The Shadow´s Madame” liegt nun ein Debütalbumereignis vor, welches ungewöhnlicher nicht anmuten könnte.

Es hört sich an wie ein künstlerischer Befreiungsschlag.

Dort scheinen all die frischen Ideen verwendet worden zu sein, welche bei Opera IX für Cadaveria nicht umzusetzen waren, wie sie mir offenbart.

„Ich und Flegias spendeten so viele Jahre für Opera IX, daß uns die Trennung wirklich sehr schwer fiel. Aber es war unvermeidlich. Mit der Zeit nistete sich nämlich eine immer deutlicher zutage tretende mentale Fäule in Opera IX ein, die allen Beteiligten das Leben schwer machte. Ab einem gewissen Punkt schien es mir unmöglich zu sein, dort noch kreativ zu arbeiten. Ich bin jedoch nicht interessiert, hier Details zu nennen, denn ich habe mit der Vergangenheit abgeschlossen.“

Ganze neun Jahre war diese Band der Mittelpunkt ihres Lebens und es war eine wichtige Periode in ihrer künstlerischen Laufbahn, so berichtet sie weiter.

„Doch überschlugen sich die Ereignisse zum Schluß hin und so hängt mir die ganze Geschichte mittlerweile echt zum Hals raus.“

Den kann man gar nicht voll genug von „The Shadow´s Madame” bekommen, wenn man den neuen Stücken von Protagonistin Cadaveria und ihren vier grimmigen, ausführenden Klangexekutoren so lauscht.

Die neuen Songs der Band fegen die Vergangenheit mit einem kräftigen Schlag vom Tisch.

Die Vokalistin zeigt sich so richtig glücklich mit der neuen Situation:

„Momentan bin ich total auf die Gegenwart und Zukunft von Cadaveria fixiert. Nach der Trennung von Opera IX begann ich schnell damit, neues Material zu komponieren und eine neue Band auf die Beine zu stellen.“

Cadaveria probten nachfolgend wie die Irren und hatten ein exakt definiertes Ziel vor Augen, so die Frau.

„Es hat sich gelohnt: Nach acht schöpfungsreichen Monaten erscheint nun unser Debütalbum. Das demonstriert in eindrucksvoller Weise, wie positiv der Split doch eigentlich für mich war. Ich bin ein ganz anderer Mensch und damit verbunden auch eine ganz neu orientierte Künstlerin geworden.“

Für die stimmgewaltige Schattendame ist der repräsentativ erscheinende Albumtitel daher von enormer Bedeutung, wie sie erzählt.

„Er kam mir schon recht schnell während des damaligen ersten Ausarbeitens der aktuellen Kompositionen in den Sinn. Meine Gedanken reflektierten ständig unvorstellbar obskure Atmosphären, mir fielen abartig dunkle lyrische Dimensionen ein und so manifestierte sich nach und nach die Vorstellung einer dunklen Dame der Schatten in meinem Geist. Das CD-Cover soll dies auch optisch erschöpfend vermitteln. So ist `The Shadow´s Madame` wohl ein Spiegel meines Ichs geworden.“

© Markus Eck, 30.04.2002

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