Top
Interview: CAGE
Titel: Angestrebte Zeitlosigkeit

„Darker Than Black“, ihr drittes Albummeisterwerk, ist ein Traum von einer Heavy Metal-Scheibe: Eine begeisternde Veröffentlichung mit ausnahmslos kraftvollen Kompositionen und durchgehend begeisternder Gitarrenarbeit von mitunter verdammt explosiver Natur.

Alles darauf wird hocheffizient dargeboten von einer charismatischen Gesangsstimme, deren bebendes Timbre für anhaltendes Ohrenstaunen sorgt. Höchste Zeit also, dass die aus San Diego in Kalifornien stammenden US-Könner Cage und ihre aktuelle Killerscheibe auch hier in Europa entsprechend abgefeiert werden. Ausnahme-Shouter Sean Peck unterhielt sich mit mir gerne über den anstehenden Release von „Darker Than Black“.

„Ich fahre total auf kräftig inszenierten Metal mit vordergründig melodisch arrangierten Vokallinien ab, wie er von alten Queensrÿche, Judas Priest und Iron Maiden geboten wurde. Oder wie er auch auf den ersten beiden Crimson Glory-Scheiben zu hören ist. Auch der stimmungsvolle Output von King Diamond mit seinem zwar ungewöhnlichen Gesang, aber hoher Musikalität hat es mir angetan. Zudem bin ich noch Iced Earth-Fan“, eröffnet das Vokalgenie den gemeinsamen Dialog mit einem informativen Anhängerbekenntnis.

Mit dem aktuellen Albumcover von Bildkünstler Marc Sasso ist Sean sehr zufrieden, wie zu erfahren ist. „Ich liebe es. Und ich kann nur jeder Band empfehlen, seine Website www.marcsasso.com zu checken und dem Mann einen Auftrag zu geben. Da ich ein großer Sammler von Comic-Büchern bin, hatten Marc und ich gleich eine ganze Menge an Gemeinsamkeiten auszutauschen und unterhielten uns zu Anfang erst mal einige Stunden. Marc ist ein riesiger Metal-Fan und sagte uns, dass unsere neue CD die beste wäre, welche er seit Jahren gehört hat. Daher kann ich ihm nun auch noch einen großartigen Musikgeschmack attestieren“, lacht Sean verschmitzt. Doch ich stimme ihm und Marc Sasso hier bedingungslos zu.

Der Sänger knüpft an: „Mein hauptsächliches Ziel für das neue Album war es, großartige Songs zu schreiben, an die man sich erinnern können würde und welche allesamt ausgeprägte Hooklines hätten. Viele der heutigen Bands sind doch so sehr damit beschäftigt, ihre Fans mit Over The Top-Musikalität zu beeindrucken, dass trotz allem demonstrierten Können leider oftmals eine zwingend notwendige Eingängigkeit der Lieder auf der Strecke bleibt. Die meisten Fans wollen aber im Zweifelsfalle doch lieber Zweites in die Ohren geblasen bekommen.“

Demnach gingen Cage laut Aussage von Sean auch mit großen Vorsätzen an das Songwriting für „Darker Than Black“ heran.

„Wir wollten ein Album machen, welches neue Metal-Standards für das 21. Jahrhundert setzt. Vergleichbar in etwa mit dem jeweiligen Erscheinen von zeitlosen Meisterwerken wie `Screaming For Vengeance` oder `The Number Of The Beast`. Niemand überspringt bis heute während des Hörens dieser Alben einzelne Songs und man kann Scheiben wie diese auch 20 Jahre später noch gut hören. Zeitloser Heavy Metal eben. Mit `Darker Than Black` wollten wir viele musikalische Ebenen des Metal abdecken: So schrieben wir melodische und theatralische Schwermetallhymnen, vorpreschende Speed-Songs und energisch stampfende Mid Tempo-Headbanger. Und experimentierten sogar mit diversen Death- und Black Metal-Elementen.“ Letztere sind auf dem neuen Album in den stellenweise Bewunderung abringenden Gesangsarrangements Seans zu hören.

Seinen einzigartig variablen Stil hat er mit viel Hingabe ausgearbeitet, wie er abschließend vor mir resümiert. „Obwohl ich seit 1985 singe, habe ich doch erst jetzt meine stimmlichen Kapazitäten voll ausgeschöpft. Schon seit jeher wollte ich aufzeigen, zu welchen verschiedenen Gesangsarten differierender Natur eine menschliche Stimme fähig ist. Ich arbeitete diesmal alles mit Richard Carr aus, welcher mit Roy Z auch für die Vocals auf den Halford und Bruce Dickinson-CDs verantwortlich zeichnet. So war meine Stimme in besten Händen.“

© Markus Eck, 03.02.2003

[ zur Übersicht ]

Advertising

+++

+++


+++

+++