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Interview: CALLEJON
Titel: Verrückt

Diese fünf völlig durchgedrehten Kölner Keulenschwinger titulieren ihre irrwitzigen musikalischen Auswürfe schlicht und treffend als Screamometal. Und seit der 2002er Bandgründung hat der brachial gesinnte Haudrauf-Trupp seine kreativen Kompetenzen stetig nach oben erweitert.

Die furiose Intensität des neuen Materials auf dem aktuellen Albumstreich „Zombieactionhauptquartier” stellt glatt die infernalischen Wutausbrüche des 2006er Debüts „Willkommen im Beerdigungscafé“ in den Schatten.

Überhaupt, diese alles andere als einfallslose Individualistenversammlung ist mittlerweile meisterhaft darin, extreme Metal-Tiraden mit hochemotionalen Ingredienzien zu verquicken – die Typen hauen einem echt den Rucksack vom Buckel!

Was von nicht wenigen Hörern höchstwahrscheinlich als eine weitere Metalcore-Trendreiterei abgetan wird, erweist sich aktuell also jedoch als höchst eigenständige Angelegenheit.

Und letzteres gilt auch für die deutschen Lyriken des notenfreudigen Extremistenquintetts, welche gleichsam erfrischend sind wie sie auch zum Nachdenken anregen.

Nachdem die ungestümen Kerle nun jahrelang im tiefsten Untergrund herum gekrebst sind, freuen sich Callejon gegenwärtig noch immer immens über den endlich ergatterten Major-Deal mit einer überaus namhaften einheimischen Plattenfirma.

Bassist Becker, Vorname Thorsten, Persönlichkeitsprofil intellektueller Wutbolzen, schraubt fürs Interviewgespräch freundlicherweise extra seine ansonsten Funken sprühende Jähzorn-Attitüde runter.

„Ich weiß nicht ob man Metalcore als „Kommerzmusik“ betiteln kann. Wenn man die Charts betrachtet und das Wort „Kommerz“ als finanziell ertragreich deutet passen beide Begriffe für mich nicht so recht zusammen. Der heutigen „Szene“ stehen wir natürlich dankbar gegenüber, obwohl ich glaube, dass unsere Hörerschaft sich nicht eine einzelne Szene beschränken lässt, da neben den normalen Metalheads und „Emokids” auch viele Hardcore-Vertreter unsere Shows besuchen“, lässt der Spielmann der dicken Saiten eingangs verlauten.

Er fügt an: „Wenn man das Ganze überhaupt noch in diese wenigen Schubladen packen kann, da sich mit der Zeit alles miteinander vermischt hat. Wie es genau aussieht weiß ich nicht, da wir nie die wirklichen Szenegänger waren beziehungsweise sind und uns auch nie darum gekümmert haben, da die Musik als solche bei uns im Fokus steht. Callejon ist ja auch keine Projektband zum Thema Metalcore, sondern verkörpert vielmehr unseren Kindheitstraum überhaupt in einer Band zu spielen.“

Tendenziell sind die Songtexte von Callejon düster und ernst, so Thorsten.

„Trotzdem haben wir auch Songs wie „Snake Mountain” und „Porn From Spain” im Repertoire. Ich glaube das zeigt, wie ernst wir in mancher Hinsicht genommen werden wollen. Unsere Texte behandeln die unterschiedlichsten Dinge, alles was uns beschäftigt: Angst und Verzweiflung, Liebe, Hass, gesellschaftliche Missstände und Probleme, innere Leere und ausgebrannt sein, aber immer auch Hoffnung und die Gewissheit, trotz all diesem Scheiß geht es weiter. Allerdings sind wir – gerade live – nicht so todernst, weil wir trotz allem Typen sind, die unglaublich viel Spaß an dem haben, was sie machen, und das auch auf das Publikum übertragen wollen. Es ist superwichtig, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, da man sonst Gefahr läuft eine Parodie auf sich selbst zu werden, ohne es zu merken. Also das richtige Maß zwischen Ernsthaftigkeit und Augenzwinkern finden und man hat mehr Spaß am Leben“, gibt er mit einem scherzhaften Lächeln auf den Lippen zu Protokoll.

Ich frage den Tieftöner anschließend, wie es aktuell um das Bandgefüge bei Callejon bestellt ist – er erläutert: „Wir hassen uns alle und fahren in getrennten Autos zu den Shows. Einzelzimmer und getrennte Backstage-Räume müssen dann leider auch sein. Nein! Spaß beiseite: Callejon ist eine große Familie. Wir reden, trinken und weinen miteinander. Sicherlich gibt es manchmal die eine oder andere Meinungsverschiedenheit, aber wo gibt es so etwas nicht? Das wäre mehr als erschreckend, wenn bei uns fünf mehr als unterschiedlichen Charakteren jeder sofort alles abnicken würde, was der andere sagt. Rivalitäten wären Gift für die Band und würden uns nicht so konzentriert arbeiten lassen wie wir es immer gemacht haben und dann wären wir auch nicht da wo wir jetzt sind. Kommt Unmut auf wird sofort darüber geredet. Es gibt aber die wildesten Geschichten zu unseren ehemaligen Mitgliedern. Wir verstehen selber nicht woher und warum so etwas auftaucht, aber da kann man nichts machen. Ein lustiges Beispiel ist, dass ich unseren alten Drummer Sven verprügelt haben soll. Problem an der Sache ist, Sven hat Oberarme wie ich Oberschenkel und wo der hinlangt wächst kein Gras mehr. Er war in seiner Freizeit sogar Holzhacken und ich würde da ungern der Holzklotz sein. Außerdem sieht man sich regelmäßig auf Konzerten und an der Theke in diversen Clubs.“

Die neuen Bandfotos der Kölner Prügelbrigade sehen echt irre aus, Callejon zeigen sich darauf als Wahnsinnige.

Wie sind die Jungs privat denn so drauf, fragt man sich. Ebenfalls so schlimm, Thorsten?

„Basti arbeitet in einer Schlachtabfallverwertung, Buschy ist Nachtwache in einer psychiatrischen Anstalt, Bernhard ist Aushilfe in einer Geisterbahn für hässliche Geister und ich bin Praktikant in einer Wurstpellenfabrik in Polen; wie du siehst der Traum aller Schwiegermütter. Nur Bodo ist etwas komisch, der arbeitet in einer Bank als Investmentfondskaufmann. Irrer Typ sag’ ich dir. Ich hab manchmal echt Angst vor dem“, entfährt es dem Bassisten noch schelmisch.

Callejon haben in der Studiozeit für die Aufnahmen zum neuen Album in einem leer stehenden Karstadtgebäude gewohnt, dass auf seinem Parkdeck ein siebenstöckiges, auch leer stehendes, Verwaltungsgebäude, nebst Musikerwohnung hatte. Den Basskerl schaudert es noch immer, wenn er daran zurückdenkt:

„Leere Flure und gruselige Atmosphäre waren im Preis enthalten. Als wir ankamen wurden wir vom Vermieter mit den Worten: „Ja, cool, Jungs, dass ihr da seid. Übrigens, letzte Woche haben wir hier einen gefunden, der wurde hier aufgeknüpft. Genau da über dem Dach von eurem Auto.” Und, fahr du dann mal alleine ins Studio, wenn du jedes Mal an dieser Stelle vorbei musst. Es war grauenhaft.“

Die neuen Songs sind eigentlich alle im Proberaum entstanden, so Thorsten. „Unsere Launen und der jeweilige Tag der vor uns lag, waren zwar Indikatoren für die Richtungen in die die Songs gegangen sind, aber sonst war es recht unspektakulär. Der Songwriting-Prozess der Platte hat ungefähr viereinhalb Monate gedauert, wir hatten Anfang des Jahres einen Besetzungswechsel am Schlagzeug, und als Bodo dann im März als festes Mitglied eingestiegen ist, standen wir etwas unter Zeitdruck, haben aber alles sehr gut hinbekommen. In der Zeit haben wir unsere Instrumente öfters gesehen als unsere Freundinnen. Die Recording-Phase hat dann gute fünf Wochen gedauert, wir haben uns sowohl mit dem Einfangen des Sounds, als auch mit dem Arrangement der Songs und dem Gesang sehr intensiv auseinandergesetzt, um bei allem das Optimum heraus zu holen. Wenn man das Ganze aufschlüsselt, waren es eine Woche für das Schlagzeug plus Editing, zweieinhalb Wochen für die Gitarren, zwei Tage für den Bass und der Rest für die Vocals gewesen. Zwischendurch gab es aber Off Days, damit wir nicht komplett ausbrennen und neue Kräfte sammeln konnten. Das Ganze war sehr arbeitsintensiv, und wir litten alle unter ständigem Schlafmangel, aber ich denke, der Aufwand hat sich mehr als gelohnt.“

In den Hamburger Eikey-Studios bei Produzent Eike Freese haben sich die Musiker laut Thorsten die meiste Zeit super konzentriert und lange gearbeitet, manchmal sogar bis zu 20 Stunden am Stück.

„Der Grad zwischen Freude und Anstrengung war super schmal und eigentlich gar nicht vorhanden. Punkte der Anstrengung waren der Zeitraum, den man am Stück spielen musste und manche Passagen, an denen man nicht weiter kam, obwohl es einfach nur ein A im Achteltakt war. Auszug: Callejon: „Eike, das war der Chef Take!” Eike: „Lass mich kurz nachdenken! Hm… Nein! Noch einmal!” So ging das bei uns manchmal eine Stunde lang, bis unser Mann an den Reglern zufrieden war und wir genug Emotionen in diese Stelle mit eingebracht hatten. Die Besonderheit bei Eike war auch das Ablehnen des Paste Copy-Verfahrens. Wir haben nie nur einen Refrain oder die Strophe eingespielt und dann an den anderen Stellen per Drag&Drop eingesetzt. Nein, wir haben immer den ganzen Song gespielt um den Groove beizubehalten. Eine Erfahrung für sich, da man vorher bei uns nur mit dem „Verfahren der Faulen” gearbeitet hatte. Zwar brachte das manche Anstrengung mit sich, aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Wie man auf der aktuellen Platte ja hören kann“, gibt er lachend vor.

Ob im Studio denn auch Sauf-Exzesse zelebriert wurden, möchte ich wissen. Thorsten hingegen benennt lieber „Schlafexzesse”: „Wir waren die meiste Zeit so fertig mit unserem Leben, dass wir nach unseren Studiosessions nur noch ins Bett gefallen sind. Der Schlaf war auch dementsprechend mehr als dürftig, da jedes Mal vier Stunden später der Wecker geklingelt hat. Den einzigen richtigen Exzess gab es, als Nico (K.I.Z.) bei uns war und seine Vocals zu „Porn From Spain“ beigetragen hat. Der Abend begann mit Wodka Red Bull in einem Restaurant, ging weiter mit Wodka Lemon in einer Bar auf der Reeperbahn und zum krönenden Abschluss ging es mit Nico auf eine Party von Sammy Deluxe auf der wir aufgefallen sind wie bunte Hunde in einer Hühnerfarm. Zerrissene Jeans, fettige Haare, Augenringe und Metal im Gesicht meets Zweimeter Bling Bling Hip Hop-Hünen mit Armen wie Baumstämme. Anekdote des Abends war ein schon sehr betrunkener Sammy Deluxe der mit unserem Gitarristen einen Jägermeister auf „Metal” getrunken hat. Das war eigentlich der einzige Exzess, den wir ein paar Stunden später mehr als nur bereut haben. Der Black Metal-Kater war da nämlich bei uns zu Besuch und alles Klang in unseren Ohren nach All Shall Perish auf Speed. Der berühmte Satz „Nie wieder Alkohol!” wurde nachfolgend von mir wohl viel mehr als nur einmal ausgesprochen.“

Thorsten kann mit der Musik gut seine inneren Dämonen bekämpfen, die jeden Tag aufs Neue in ihm wüten. Offen gibt er zu:

„Ohne die Musik beziehungsweise die Möglichkeit diese auch auf Bühnen auszuleben, würde ich bestimmt zum Zombie. Klingt verrückt. Ist es auch. Das bin ich auch.“

Zum ersten Mal mit harter Musik in Berührung gekommen ist er mit Iron Butterfly:

„Ich habe von meinem Vater die CD „In A Gadda Da Vida” bekommen. Ich glaube das war mit 15 Jahren. Die 17 Minuten, die ich dann zu hören bekam. Unglaublich. Auch die Entstehungsgeschichten zu dem Song. Alles war mehr als nur interessant. Aus heutiger Sicht ist es kein wirklich „hartes” Stück, aber die erste CD im Metal Bereich für mich und vor allem hört man eins der ersten Schlagzeugsoli beziehungsweise ich glaube sogar das erste welches in der Rock-Geschichte in den Vordergrund rückt(e). Für mich wurde an diesem Tag das Tor zur Hölle geöffnet. Das Interesse für Rock war geboren und ich wollte mehr erfahren und mehr hören. Wenn ich jetzt daran denke muss ich lachen, da ich danach in meine Rock-Phase eintauchte und mir unendlich viele Klamotten die „rockig” waren gekauft habe; soviel, wie auf keine Kuhhaut ging.“

Privat hört sich der Bassspieler eher sanftere Musik an, wie er berichtet. „Ich höre sehr viele Chill Out Sachen, so in Richtung Cafe Del Mar, da ich dazu am besten abschalten kann. Da ich ja sehr viel auf Tour bin beziehungsweise meine Zeit im Proberaum verbringe, ist das der ideale Ausgleich. Auch Hörspiele stehen bei mir ganz oben im Regal, da ich manchmal nicht die Konzentration finde ein Buch zu lesen.“

Überhaupt, seine musikalischen Interessen sind eine Achterbahnfahrt sondergleichen.

„Ich habe mit 15 angefangen, Sachen wie Iron Butterfly, The Beatles und Led Zeppelin zu hören und bin dann über The Offspring, Sum 41 und die Deftones zu Bands wie At The Gates und Cradle Of Filth gekommen. Dann war mit 19 meine „harte” Zeit vorbei und habe mit „Revolutions Per Minute” von Rise Against meine Hardcore/Punkrock-Zeit eingeleitet, die dann bis 2004 anhielt. Danach würfelte sich dann wieder alles zusammen und ich war nicht mehr auf ein Genre beschränkt.“

Im Metalcore-Bereich und auch darüber hinaus ist das nicht minder populäre Veganer-Ding ja nach wie vor ganz groß – wie steht denn der Callejon-Bassist dazu? „Ich selbst bin aus gesundheitstechnischen Gründen Veganer, da ich unter der „wundervollen“ Laktose-Intoleranz und einer ziemlich kaputten Magenschleimhaut leide. Als ich vor zwei Jahren meine Ernährung umgestellt habe, war ich eigentlich ein normaler Esser. Als ich mich dann aber mit dem Thema Essen beziehungsweise gesunde Ernährung befasst habe, ist mir zum Teil superübel geworden, was für Zusatzstoffe sich doch in unserem Essen befinden. Aus diesem Grund würde ich auch meine Ernährung nicht mehr ändern, wenn ich wieder komplett gesund wäre. Die chemische Scheiße wäre tausendmal stressiger für meinen Körper, als manche Mangelerscheinung oder Müdigkeit die auftritt, wenn ich meine Zusatzpillen á la Bierhefe nicht zu mir genommen habe.“

Wie wichtig sind für Thorsten Äußerlichkeiten an Menschen? „Äußerlichkeiten sind für uns nicht wichtig. Wir sind ja auch nicht die Hübschesten. [lacht] Wer ein unerträglicher Selbstdarsteller ist und wer nicht, kann ich auch nicht ausmachen, dafür müsste ich mich erstmal mit diesen Menschen unterhalten. Aber mal ganz ehrlich: Diese Sorte von Typ gibt es doch in jedem Genre, nur die Definition ist eine andere. Es ist dasselbe als wenn du mich fragen würdest, wie es ist in Deutschland zu leben, obwohl es doch hier nur so von unerträglichen Arschlöchern wimmelt. Letztendlich liegt es alles immer nur im Auge des Betrachters – für viele Leute fallen wir ja genau in den gleichen Topf. Kurzum: Es ist uns scheißegal. Leben und leben lassen.“

Als ich die schönste Situation in seinem bisherigen Dasein von ihm benannt haben will, da zögerte er nicht lange:

„Da muss ich nicht lange überlegen. Aus musikalischer Sicht das Signing bei Nuclear Blast und als ich das erste Mal die neue Platte im fertigen Zustand gehört habe. Zwei Jahre Scheiße fressen und auf alles Verzichten haben sich gelohnt. Aus privater Hinsicht meine Freundin und dass ich es endlich geschafft habe aus einem verdammt tiefen Loch herausgekommen zu sein. Ich könnte auch weiter ausholen, aber diese Dinge waren die wichtigsten in den letzten Jahren, und da es glaube ich auch keinen interessiert ob ich mich über eine Xbox 360 gefreut habe oder nicht.“

Die schlimmste Situation in seinem Leben war der Tod seines Großvaters. „Ich bin immer ein Familienmensch gewesen und als das Telefon geklingelt hat und meine Tante die Worte „Opa ist gerade gestorben” ausgesprochen hat, ist die Welt für mich wie in Watte gepackt gewesen. Ich habe alles gar nicht verstanden und realisiert. Als wir dann in der Leichenhalle waren, wollte ich stark sein und habe mich zusammengerissen. Im Nachhinein bin ich dann nochmals zurückgegangen und habe für mich persönlich Abschied genommen. Das war definitiv die schlimmste Situation in meinem Dasein. Andere Dinge wie Krankheiten, Unfälle und Co. waren bei mir nie so schlimm, dass ich sagen würde: Es geht über dieses Ereignis. Das kann aber auch daran liegen, dass ich auf dieser Ebene etwas anders denke, als manch anderer.“

Callejon haben inzwischen über 200 Shows in Deutschland und eine laut Thorsten sagenhafte Show in Belgien gespielt.

„Vom kleinsten autonomen Zentrum über 500er Clubs bis hin zur Mainstage des Vainstream Festivals in Münster. Wir haben alles dafür in Kauf genommen um eine Show zu spielen und um Leute zu erreichen – und mit der Zeit die stetige Verbesserung der Clubs gemerkt. Die erste Tour sind wir noch in einem kleinen Mercedes Vito und dem Gepäck auf den Beinen gefahren und jetzt haben wir schon Beinfreiheit und den Luxus einen festen Sound, Licht und einen Merch-Mann zu haben, sowie Gepäck das sich nicht mehr im Fußraum befindet. Ende des Jahres werden wir das erste Mal einen Bus mit Betten von innen sehen. Sprich einen Nightliner. Wir werden dann für sechs Shows mit Legion Of The Damned, Neaera, Sonic Syndicate und ein paar anderen Bands durch die Lande fahren und die Dunkelheit über Deutschland bringen. Für nächstes Frühjahr wird gerade eine Headlinertour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz geplant. Wir werden dann mit zwei anderen tollen Bands die Welt zum Stillstand bringen. Was das Ausland mit sich bringt. Wir werden sehen. Einige Sachen sind angedacht, aber wie man es realisiert steht noch nicht fest. Aber man kann sich auf etwas Wahnsinniges gefasst machen. Mir fällt gerade ein, dass wir trotz der unglaublich vielen Clubshows erst dieses Jahr unser allererstes Open Air Festival gespielt haben und das um 15:00 Uhr Nachmittags. Metal und Sonnenschein. Eine Symbiose der besonderen Art.“

Er ergänzt dazu: „Wer Callejon schon einmal live gesehen hat, weiß das wir die Emotionen und unser Herzblut in die Bühnenshow mit einfließen lassen. Wir leben die Musik zusammen mit dem Publikum und scheuen es nicht die Bühne zu verlassen. Wellenbrechern, Security und Fotograben zum Trotz. Ganz schlimm ist bei uns auch der ultimative Kabelsalat nach jeder Show, da wir zu faul sind uns vernünftige Sender zuzulegen, muss Buschy, unser Gitarrist, nach jeder Show über den total eingesauten Bühnenboden kriechen und die Kabel entwirren. Da er in seinem richtigen Leben Elektriker ist passt das ja eigentlich. Ein anderer Punkt ist die akute Verletzungsgefahr die für uns herrscht. Es vergeht keine Show bei der wir Blut verlieren. Ich werde, wie es sich für einen Bassisten gehört, meistens in Mitleidenschaft gezogen und hatte schon zweimal Bastis Mikrofon im Gesicht, wobei ich beim einen mal einen verbogenen Septumring und beim anderen Mal eine Krone im Mund weniger hatte. Wie du siehst bei uns ist immer Action angesagt und für das Publikum gibt es immer was zu sehen.“

Thorsten hat eine persönliche Festivalliste, die er mit Callejon abarbeiten möchte: „Mal gucken wie weit ich damit komme und ob ich bis 2010 warten muss, um sie komplett zu haben. Das Ziel von uns allen ist, von der Musik zu „leben”. Das heißt, Miete, Strom und Essen bezahlen zu können. Aber wir werden sehen. Jeder Monat bringt doch Überraschungen mit sich. Warum also schon ins nächste Jahr blicken?“

Ich bitte ihn abschließend, den Lesern an dieser Stelle noch eine Weisheit mitzugeben. Er legt gleich los: „Konfuzius sprach: „Wer Geistern dient, die nicht seine eigenen sind, ist ein Schmeichler. Wer eine Gelegenheit zu rechtschaffenem Tun sieht, sie aber nicht ergreift, der ist ein Feigling.” Wolltest du so eine Weisheit? Ich finde die super! Spricht mir aus der Seele.“

Auch ein Schlusswort lässt sich der Bassist dann doch nicht nehmen: „Kommt zu unseren Shows und feiert mit uns, das Album werden wir als limitierte Auflage mit Bonus-DVD und allerhand exklusivem Schnickschnack auf der Tour dabei haben. Und noch was, das nicht nur für uns gilt: Wer sich Musik bei irgendwelchen Internetportalen runterzieht, schadet damit immens den Bands, die er eigentlich gut findet! Seid fair und holt euch die Platte im Laden oder bei uns auf Tour, dann habt ihr das volle Programm von Mucke, Artwork, Texten, Bonus-DVD und Musiker, die ihre Stromrechnung bezahlen und ihren Kühlschrank füllen können.“

© Markus Eck, 23.10.2008

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