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Interview: CASABLANCA
Titel: Sprudelnder Ideenfluss

Für ihren dritten Longplayer konzipierten die Heavy Rocker aus Stockholm eine sehr spezielle Story, welches sich um den weltberühmten Cthulhu-Mythos dreht.

Ursprünglich vom amerikanischen Schriftsteller H. P. Lovecraft erdacht, ist das Thema zum ewigen Klassiker der düsteren Literatur geworden. Dementsprechend mystisch, beschwörend und episch geht auch die Band um Sänger und Lyriker Anders Ljung auf „Miskatonic Graffiti“ vor.

Musikalisch zitiert wird damit primär eine 20-jährige Zeitspanne, welche in den frühen 1970er Jahren ihren Lauf nahm. Doch dieses zeitlose und nicht nur melodisch eigenständige Album bietet daneben auch eine beachtliche Breite an Variationen, Arrangements und Atmosphären.

Individuelle Klasse
Vokalist Anders ist vom musikalischen Hauptcharakter der neuen Veröffentlichung begeistert:

„Vielfalt! Das ist es, was die Scheibe letztlich so spannend und so lebhaft macht. Jeder Song unterscheidet sich prägnant vom anderen, was die einzelnen Abschnitte der Geschichte damit umso besser vermitteln kann. Langeweile kommt auf ,Miskatonic Graffiti‘ daher nicht auf. Man kann sich dem Ganzen eine ganze Stunde lang hingeben, ohne dass sich seichte Passagen bemerkbar machen, denke ich. Jedes Lied bildet gewissermaßen ein ganz eigenes Universum. Die Songs können daher auch jeder vollkommen für sich alleine stehen. Wir werden unserer eigenen Stilbezeichnung EBHR sogar weit mehr als gerecht: Epic Big Heavy Rock!“

Sinn für Exklusives
Auf stilistischer Ebene zollen die Schweden der besten und größten Zeit der härteren Rockmusik auf ergebene Weise ihren Tribut. Wie der Sänger dazu erzählt, sind alle in der Gruppe aber stets daraus bedacht, sich auf den Alben nicht zu wiederholen.

„Wir haben ja Musiker in der Band, die sich bei anderen Bands wie beispielsweise Bullet und Sahara Hotnights austoben. Hier bei Casablanca lassen wir uns alle die nötige Zeit, um stets etwas ganz Besonderes und völlig Individuelles an den Start zu bringen. Im Gegensatz zum Albumvorgänger ,Riding A Black Swan‘ von 2014 zeigen wir uns diesmal noch großformatiger sozusagen. Wir haben lange und sehr intensiv an dem neuen Material gefeilt, was uns als Band sogar mit den Songs reifen ließ.“

Entschlossene Vision
Das gemeinsame Schaffen in Casablanca sieht er ohnehin als einen kontinuierlichen Prozess der gewollten, kollektiven Weiterentwicklung an, wie der Frontmann noch wissen lässt.

„Ich hoffe, wir können möglichst lange zusammen so hungrig und inspiriert weitermachen und als musikalische Individuen wachsen. Ich kann im Moment daher auch nicht sagen, wie die nächste Platte von uns klingen wird oder wie wir uns in zehn Jahren anhören werden. Aber mit Sicherheit steht jetzt schon eindeutig fest, dass es dann wieder etwas ganz anderes sein wird als momentan.“

Glühender Ideen-Katalysator
Die Auswahl an Stücken für „Miskatonic Graffiti“ war diesmal vorab ungewöhnlich groß, so Anders mit kritischer Miene.

„Da wir den kreativen Fluss relativ schnell fanden, wurden sehr viele tolle Ideen freigesetzt. Und das zog sich Tag und Nacht über fünf, sechs Monate hin. Teilweise fühlten wir uns in wie im Drogenrausch beim Erarbeiten der Songs, so elektrifizierend und mitreißend war es. Letztlich hatten wir aus 20 bis 30 richtig großartigen Nummern auszuwählen. Das war alles andere als leicht. Die härteste Arbeit zum Schluss hin war es aber auch, das Ganze schlüssig zusammenzustellen beziehungsweise miteinander zu arrangieren.“

© Markus Eck, 12.09.2015

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