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Interview: CRIMFALL
Titel: Majestätische Monumente der Epik

Als Jakke Viitala im Herbst 2007 seinen ersten eigenen Demonstrationstonträger anfertigte, wollte der finnische Gitarrist die drei enthaltenen Stücke aus seiner Feder eigentlich nur seinen engsten Vertrauten zugänglich machen.

Doch es sollte ganz anders kommen. Denn schon recht rasch freundete Gevatter Viitala sich inniglich mit dem Wunschgedanken an, mit seinen Werken einem breit gestreuten Auditorium Hörfreude zu bereiten. Verdammt gute Idee – die enorm kraftvollen Symphonic Epic Folk Metal-Kompositionen auf dem aktuellen Debütteller „As The Path Unfolds…” nämlich sind von dermaßen faszinierender Dramatiknatur, dass das Ganze auch als ästhetischer Filmsoundtrack in einem cineastisch aufwändig produzierten Hollywoodbombaststreifen wirken könnte.

Mittels gesanglich sehr guten Leistungen von Helena Haaparanta und Mikko Häkkinen erklingt das majestätisch melodisierte Album vor allem auf emotionalem Sektor prächtig blühend.

Der Weg ins amerikanische Filmmekka beziehungsweise zu dortiger Fortune scheint zwar momentan noch sehr weit für Crimfall, doch ich zerre den guten Jakke schon mal gleich vorsorglich an mein Interviewmikrofon.

Typisch finnisch, resümiert der Einfallsreiche mit selbstloser Bescheidenheit:

„Obwohl meine `musikalische Karriere` bereits in der Grundschule an der klassischen Gitarre begann, gibt es über meine Zeit vor Crimfall eigentlich nicht sonderlich viel zu berichten. Die Bands, in denen ich zuvor spielte, hatten allesamt eine gewissen `Garagenstatus` inne, ohne ernsthafte Ziele. Doch mir persönlich schwebte irgendwie schon immer im Hinterkopf etwas Höheres vor. Als ich 2007 die erste Version meines Liedes `Where Waning Winds Lead` fertig hatte, meinten sämtliche meiner Freunde in übereinstimmender Geschlossenheit, ich solle daraus unbedingt mehr machen. Das war sozusagen der eigentliche Kickstarter für mich, Crimfall zu gründen und damit nach einem Album auf einem guten Label zu streben.“

Unser Held fügt seiner vorherigen Aussage gleich noch mit besonnener Stimme an:

„Der aktuelle Plattenvertrag war dann sicherlich für mich der bislang tollste Moment meiner bisherigen Laufbahn als Musiker.“

Ja, darüber freut sich der Mann noch immer, der sich für Romantik und Abenteuer gleichermaßen begeistern kann.

Die Musik für Crimfall komponiert der Skandinavier mit großem Stolz auf die Kultur seiner naturreichen Heimat, wie er additional bekundet:

„Gerade beim Erarbeiten der Folkloreelemente in den Songs fühle ich sehr oft eine starke Verbindung mit den finnischen Wurzeln.“

Und erneut, er geizt nicht mit Understatement: „Ich wünsche, ich könnte die verantwortlichen Ursachen für meine künstlerische Kreativität näher beziehungsweise präziser benennen, aber da tue ich mir ehrlich gesagt schon recht schwer. Aus mir selbst bis heute unbekannten Gründen benötige ich meine Musik, um mich auszudrücken. Interessant in diesem Kontext: Auch, wenn ich unsere Songtexte nicht selbst verfasse, repräsentieren sie meine innersten Emotionen in Vollendung. Dieser Punkt wird durch die Zuhilfenahme orchestraler Elemente noch vielfach und variantenreich verstärkt.“

© Markus Eck, 29.01.2009

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