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Interview: DEVILDRIVER
Titel: Extrem tourfreudig

Mr. Dez Fafara, seines Zeichens schwer tätowierter italienischstämmiger Frontmann und stimmgewaltiger Brüll-Sänger, darf sich derzeit ganz weit aus dem Fenster lehnen.

Denn das neue Album seiner Brachial-Band DevilDriver ist ein verdammt schwerer und extrem wirkungsvoller Vorschlaghammer in Sachen Brutal Dark Thrash Metal mit wüst gezockten Metalcore-Anleihen geworden. Wies das selbst betitelte 2003er Debüt noch die eine oder andere Unausgegorenheit auf, scheint die spielfreudige amerikanische Krachmannschaft ihren Stil auf dem aktuellen zweiten Langspiel-Monster „The Fury Of Our Maker´s Hand“ nun definitiv gefunden zu haben.

Und es bumst ebenso gewaltig wie eigenständig.

In beeindruckender Manier erschuf das fitte Quintett um den ehemaligen Coal Chamber-Vokalisten nämlich eine hochexplosive Gefahrenfusion aus abartiger Brutalität und wohldosiert eingängigen Melodieläufen.

„`The Fury Of Our Maker´s Hand`, der Albumtitel der neuen Silberscheibe, passt eigentlich perfekt in unser lyrisches Konzept. Das Leben hier auf dieser Erde ist für allzu viele Menschen zu einem tosenden Sturm geworden. Und wir alle leben in unserer eigenen furiosen Welt, kreiert von unserem Schöpfer“, bezieht Piercing-Fetischist Dez eingangs Stellung zur aus seiner Sicht vorherrschenden Weltsituation.

Wie der nicht tot zu kriegende Schreihals mir anschließend erklärt, nannten italiensche Hexen der Überlieferung nach einst ihre obskuren Handwerkszeuge zu allerlei Teufelsaustreibungen so wie seine Baller-Band heißt, im englischen Sprachgebrauch als `Devildriver` zu finden.

Ein kurzer Rückblick hierzu: „Im Mittelalter waren es gerade in den italienischen Dörfern nicht wenige Hexenweiber, die mittels eines Devildrivers sowie allerlei mystischen Flüchen und Zaubersprüchen das vermeintliche Böse aus den Leuten austreiben wollten. Die überall vorherrschende Angst und stellenweise gar Paranoia vor Dämonen war damals so unvorstellbar groß, dass man entsetzlich froh war, sich im Falle eines Falles einer solchen Behandlung unterziehen zu können.“

Über den Neuzugang in Form von Gitarrist Mike Spreitzer lässt sich der stimmlich überaus rigide agierende Meister höchst löblich aus.

„Wir sind sehr glücklich darüber, Mike mit an Bord der DevilDriver-Mannschaft zu haben. Wir harmonieren nicht nur auf musikalischer Ebene hervorragend mit ihm, wir verstehen uns auch zwischenmenschlich bestens miteinander. Anders würde es auch gar nicht funktionieren, denn wir sind alle ziemlich extreme Charaktere. Mike ist wirklich ein großartiger Songwriter und vor allem liebt er es mit uns ausgiebig zu touren – was hier bei DevilDriver schon sehr wichtig ist, denn alles was wir wollen ist touren und nochmals touren. Ich und die anderen in der Band, wir freuen uns schon riesig drauf, die Hölle loszumachen und mit vielen coolen Bands auf die Reise zu gehen und den Fans ordentlich einzuheizen. Und dabei ist es mir ehrlich gesagt auch ganz egal, ob wir nun mit Metal-, Metalcore oder auch Hardcore-Bands an den Start gehen, Hauptsache es kracht ordentlich.“

Denn: „Wir bemühen uns auf der Bühne jedenfalls stets um größtmögliche Intensität und darum, den Hunger der angereisten Meute im Überfluss zu stillen.“

Mit dem bravourös komponierten Knüller-Track „Hold Back The Day“ ist den Jungs ein lupenreiner Hit gelungen. Daher wurde der auch schließlich als Single aus dem Album ausgekoppelt. Dez:

„Sowohl wir als auch unsere Plattenfirma dachten, dass dieser Song optimal für eine Single-Auskopplung ist. Er repräsentiert in bestmöglicher Art und Weise unser Talent und er besitzt auch die typisch griffigen und brutalen DevilDriver-Hooklines. Wir lieben diesen Song einfach von ganzem Herzen.“

© Markus Eck, 08.07.2005

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