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Interview: FIREWIND
Titel: Beschäftigungsstress als Entspannung

Mit dem neuen Sänger Apollo Papathanasio, welcher zuvor schon bei den niveauvollen Edelcombos Majestic und Time Requiem für vokalistische Höhenflüge sorgte sowie dem ehemaligen Helloween- und Metalium-Drummer Mark Cross verstärkte Bandboss Gus G. seine Power Metal-Mannschaft für Firewind.

Die solchermaßen personell potenzierte Griechenkapelle hat just die Arbeiten am neuen Ausnahmewerk „Allegiance“ fertig gestellt. Neben einem Videodreh mit dem etablierten Regisseur Patric Ullaeus, welcher schon mit Größen wie beispielsweise In Flames, Dimmu Borgir, Lacuna Coil und Within Temptation arbeitete, fiel dabei auch die Veröffentlichung einer Single zum Track „Falling To Pieces” an.

Gitarren-Guru Gus, den Szenespezialisten auch von den Gruppen Dream Evil, Mystic Prophecy und Nightrage her kennen, hat wie der Rest von Firewind eine Unmenge an Schweiß und Nerven in das aktuelle Werk investiert, wie er im Gespräch verlauten lässt.

„Inspirieren habe ich mich auch diesmal von allen möglichen Dingen lassen, doch primär drehen sich die neuen Stücke auf dem Album um reale Lebenssituationen, die wir als Band persönlich durchgemacht haben.“

Dem dunkelhaarigen Saitenmeister ist dabei von größter Wichtigkeit, wie er betont, dass ein Firewind-Song stets einen einprägsamen Chorus aufweist.

„Aber auch die Hooklines müssen sitzen, darauf lege ich riesigen Wert. Das Hauptriff knöpfe ich mir auch immer solange vor, bis ich 100%ig damit glücklich bin, und wenn es auch in Ausnahmefällen noch so lange dauern mag. Weiterhin geben wir uns einige Mühe, damit die ergänzenden Arrangements die Hörer keine Sekunde langweilen, sondern das Gegenteil der Fall ist. Immer wieder versuchen wir mit Anstrengung, jedem Stück seinen ganz persönlichen Zuckerguss überzuziehen – was wir mit feinsten Melodien, qualitativen Soli und atmosphärischem Keyboardspiel umsetzen“, gibt der Leidenschaftliche zu Protokoll.

Hält man sich die anderen Bands vor Augen, in denen Gus seine Saitenkunst zum Besten gibt, fragt man sich schon nachhaltig nach den zugrunde liegenden Energien für solch vielfältiges Treiben.

Der viel beschäftigte Axeman lässt zu diesem Kontext verlauten:

„Obwohl ich schon eine Unmenge an verschiedenen Metal-Stilistiken dadurch für mich entdecken konnte, möchte ich eigentlich noch viel mehr ausprobieren. Und dies gerne mal vielleicht auch mit einem eigenen Soloprojekt, mit dem ich eine ganz bestimmte jeweilige musikalische Vorliebe von mir restlos verwirklichen kann.“

Gus denkt dabei an ein Akustikgitarrenalbum oder Ähnliches, welches eine Unmenge an reinen Instrumentalstücken enthalten wird, so ist zu erfahren.

„Stilistisch eher in die Bluesrichtung driftend, á la Hendrix oder so. Ich könnte mir dabei auch gut lateinamerikanische Einflüsse vorstellen, welche in starken Rocknummern mit berühmten Gastsängern münden.“

Auch an einem eher modern angehauchten Projekt mit massiver Tastenuntermalung hätte er nicht wenig Interesse, wie der Mann weiter verlauten lässt.

„Aber wer weiß, letztendlich werde ich die Zeit dazu höchstwahrscheinlich sowieso nicht haben.“

Seine Erwartungshaltung hinsichtlich des Erfolges bezüglich des aktuellen Firewind-Albums ist angesichts solcher Gedankengänge dann auch eher als lässig zu umschreiben.

„Ich erhoffe mir alles und nichts, so könnte man sagen. Die Leute sollen sich an den neuen Stücken möglichst intensiv erfreuen und ich möchte für die Scheibe die Welt betouren.“

Da muss sich der talentierte Griffbretthexer überhaupt keine Sorgen machen, das steht fest.

Denn wer die bisherigen Geschicke von Firewind mehr oder weniger aufmerksam verfolgt hat, der ahnt sowohl den Verkaufserfolg als auch die triumphalen Bühnenauftritte dieser Helden schon voraus.

© Markus Eck, 29.05.2006

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