Top
Interview: HELFAHRT
Titel: Bewegende Einblicke

Vokalist, Pfeifrohr-Bläser und Maultrommler Max Marquardt sowie der gewohnt spielfreudige Rest der heroisch aufspielenden Helfahrt-Horde haben sich für das neue und zweite Studioalbum erneut riesige Mühe gegeben.

Auf den Titel „Wiedergang“ getauft, steht diese Scheibe exemplarisch für das erfolgreiche Bemühen, Eigenständigkeit, Idealismus und Anspruch unter einen Helm zu bringen.

Das Resultat: Kantig-stolzer und vor allem exorbitant individualisierter Pagan Metal mit grimmigen Black- und anmutigen Folk Metal-Anleihen, wie er wuchtiger und komplexer wohl nicht mehr rhythmisiert werden konnte.

Grundsätzlich düster akzentuiert und mystisch anmutend, nicht selten mordsbissig und verdammt angriffslustig, dabei aber auch hocherhaben und zuweilen episch getragen erklingt das neue Material. Und die bayerischen Historienverehrer mit der starken naturspirituellen Ader überließen nichts dem Zufall.

„Findest du wirklich dass es lange gedauert hat?“, entgegnet mir Max auf meine Frage hinsichtlich der Wartedauer auf das neue Helfahrt-Manifest, und erzählt im Weiteren:

„"Sturmgewalt" kam damals im Spätsommer 2006 auf den Tonträgermarkt. Das neue Album 2008. Einen Zweijahres-Zyklus finde ich persönlich für Veröffentlichungen noch absolut in Ordnung. Wenn ich da an andere Bands denke, so finde ich, dass wir da noch sehr konkurrenzfähig sind, ha! Allerdings hätten wir "Wiedergang" wahrscheinlich schon im Winter 2007/2008 veröffentlicht, wenn wir nicht noch bis vor einiger Zeit einer extrem schlechten Proberaumsituation ausgeliefert gewesen wären. Fast ein ganzes Jahr hatten wir keinerlei Möglichkeiten anständig zu proben. Somit konnten auch nicht in gewohnter Manier Songs geschrieben werden. Komponiert wurde zwar hauptsächlich in heimischen Gefilden, allerdings möchte ich hinzufügen, dass wir noch eine der wenigen "Old School"-Bands in unserem Genre sind, die auch im Proberaum an Songs feilen. Außerdem kann ich sagen, dass wir den Fans und Hörern auch keine halbgaren, unausgereiften Songs bieten wollen. Somit sollte doch das Endprodukt an erster Stelle stehen – nicht die Zeit!“ Wer möchte dem bajuwarischen Barden da nicht Recht geben?

Zur anhaltenden ergiebigen Schöpfungskraft, von welcher die ganze Band regelrecht beseelt ist, berichtet er ebenfalls gerne:

„Ein innerer Drang treibt uns, unsere Kreativität auszuleben und dieser Ausdruck zu verleihen. Genau dies ist es was wir machen wollen, exakt dies ist es, was unser Innerstes nach Außen kehrt. Mit unserer Kunst, und ich sehe unser Schaffen nicht nur auf die Musik begrenzt sondern allumfassend auf Gestaltung, Komposition, Bühnenshow ect., ermöglichen wir dem Betrachter und geneigtem Hörer einen Einblick in unser Denken und Fühlen. Wir möchten mehr vermitteln als nur ein auf musikalischen Exitus gebanntes Gefühl welches sich lediglich darauf beschränkt, den Becher kreisen zu lassen und laut mitzugrölen. Wir heucheln nicht, wir übertreiben nicht. Alles was man auf unseren Tonträgern findet, spiegelt unser Selbst wider. Unseren persönlichen Geschmack von Musik, unsere Ansichten, unsere Träume und Visionen. Nur und genau deshalb tun wir dies alles. Aus Liebe zu einer Kunst welche für uns alle viel bedeutet hat und immer noch viel bedeutet sowie zu uns selbst. Wir schreiben und dichten für unser eigenes Seelenheil.“

Das Bandgefüge von Helfahrt war ohnehin schon immer etwas Besonderes, so Max. „Weißt du Markus, ich habe schon in so vielen verschieden Bands gespielt, mit so vielen Musikern und Künstlern zusammengearbeitet – aber so etwas wie bei Helfahrt habe ich noch nie erlebt. Schon bei unserer Gründung damals, hatte ich das Gefühl, man würde sich schon seit Jahrzehnten kennen. Wir sind nicht nur Bandkollegen oder Typen mit demselben Musikgeschmack, sondern vielmehr enge Freunde und zollen uns gegenseitig großen Respekt. Es ist eine wahre Wohltat mit solch’ wunderbaren Menschen zusammen Musik machen zu dürfen. Für diesen Umstand bin ich mehr als dankbar! Der Traum eine Band zu gründen in welcher ich mich unglaublich wohl fühle, auf die ich Stolz sein kann und für die ich alles gebe ist damals wahr geworden. Immer wieder sagen uns Bekannte oder befreundete Künstler wie gut wir als Einheit fungieren, welch Harmonie innerhalb unseres Gefüges herrscht – diese Komplimente geben uns immer wieder Bestätigung. Somit sind die ursprünglichen vier Gründungsmitglieder auch immer noch in der Band. Lediglich die Position des zweiten Gitarristen wurde immer wieder neu besetzt. Für einen Außenstehen, der dieses Gefüge von welchem ich gerade eben gesprochen habe, betritt, ist es anfänglich wirklich nicht leicht. Nicht das wir es einem Neuankömmling absichtlich schwer machen, sich in unser Bandklima einzuleben, aber es bleibt dennoch ein Hindernis. Unser neuestes Mitglied heißt Markus Klüpfel. Markus war ursprünglich lediglich als Session-Gitarrist nach dem Weggang von Steffen Kummerer (ebenfalls Sessionmitglied – Gründer von Obscura) gedacht. Da es ihm allerdings bisher gut gelang sich bei uns einzuleben, holten wir ihn im November 2007 komplett in die Band. Bisher eine Entscheidung welche wir nicht bereuen. Unser Bandgefüge ist derzeit also stärker wie nie – und dies ist heutzutage definitiv eine Seltenheit!“, platzt es aus dem Vokalakrobaten heraus.

Kai, der Label-Chef von Trollzorn, war laut Aussage von Max damals einer der ersten Menschen überhaupt, die sich das Helfahrt-Demo "Aufbruch" kauften. Der Sänger resümiert dazu:

„Auf dem Ragnrarök-Festival im Jahre 2006 bin ich zufälligerweise mit ihm ins Gespräch gekommen. Daraus wurde mit der Zeit ein freundschaftliches Verhältnis, welches immer weiter ausgebaut wurde. Kai hat also auch von Beginn an den Werdegang Helfahrt’s mitbekommen. Von der Stunde Null an sozusagen. Außerdem hat er, obwohl wir damals noch keines seiner Signings waren, uns immer wieder diverse Gefallen getan und uns unterstützt wo er nur konnte. Dieser Umstand führte letzten Endes zu einer immensen Vertrauensbasis auf beiden Seiten. Und dies ist auf dem Musikmarkt sehr wichtig! Als uns Kai Ende letzten Jahres eine Zusammenarbeit anbot, entschieden wir uns, trotz zahlreicher anderer Angebote, für ihn. Bisher ohne Reue!“

Ich will in diesem Kontext natürlich auch noch wissen, warum der alte Plattenvertrag mit dem vorherigen Label Northfire nicht verlängert wurde. Max konstatiert:

„Es steht mir nicht zu, hier in einem Interview über Details diesbezüglich zu sprechen. Fakt war allerdings, dass Helfahrt nach der Veröffentlichung von "Sturmgewalt" die Kapazitäten von Northfire Records in finanzieller und physikalischer sowie organisatorischer Sicht überschritt und somit war eine Zusammenarbeit für beide Seiten ganz einfach nicht mehr möglich.“

Wir zwei widmen uns wieder der Entstehungsgeschichte beziehungsweise dem Inhalt des neuen Werkes an sich: Alle Lieder entstanden in einer Zeitspanne von circa sieben Monaten, so Max, und sind im Gegensatz zu „Sturmgewalt“ nicht nur härter und schneller, sondern des Erachtens der Band nach auch ausgereifter. Wir erfahren:

„Im Weiteren ist das neue Album von einer dunklen Aura umgeben, welche sich bis zum Ende hin wie ein roter Faden durch die Songs zieht. Textlich und thematisch wird diesmal besonderes Augenmerk auf die Wiedergänger-kulte gelegt, welche sich hier im Alpenraum noch bis in den Anfang des letzten Jahrhunderts hielten und welche es auf der ganzen Welt gegeben hat. Der Tod als kultisch-metaphorische Erscheinung wird in einigen Teilen zusätzlich gesondert behandelt. Alte Bräuche und Sagen aus unserer Heimat, aber auch aus anderen Orten und dunkler Natur-Mystizismus werden dem geneigten Leser unserer Lyriken ebenfalls näher gebracht. In vielen der Songs werden diese speziellen Themen mit denen der germanischen Mythologie gleichgesetzt und verglichen. Und dabei wird sich speziell metaphorisch mit dem Heidentum sowie unserer persönlichen Sichtweise und Deutung auseinandergesetzt. Wie beispielsweise bei den beiden Liedern "Auf Nagelfars Deck" und "Nu Distel, Nu Dorn". Weder personalisiert noch heroisch – so wie es eigentlich sein sollte.“

Aufgenommen wurde das aktuelle Album wieder in den Münchener Helion-Studios. „Und diese haben unseres Erachtens nach mal wieder phantastische Arbeit geleistet. Somit ist klangliche Hochwertigkeit garantiert. Als Folk-Instrumente kamen Maultrommeln, Tin-Whistles und diverse Flöten wie beispielsweise eine schwedische Obertonflöte zum Einsatz. Hierbei will ich jedoch noch sagen, dass unser Hauptaugenmerk diesmal eher auf den klassischen Metal-Instrumenten lag – das hat sich einfach während dem Songwriting-Prozess so ergeben. Für Fans des alten Albums kann ich allerdings Entwarnung geben: Der ursprüngliche Stil und der erdige Klang von Helfahrt sind immer noch geblieben – und wir sind uns ganz und gar sicher, dass Liebhaber unserer ersten Veröffentlichungen dieses Album auch mögen werden. Auch wenn der erste Eindruck diesmal etwas komplexer ausfallen wird manche Songs weniger eingängig sind wie alte Stücke. Aber genau das ist es doch was ein Album ausmacht.“

Das tolle Frontcover für das neue Album passt perfekt zum musikalisch Gebotenen, und es wurde von einem sehr begnadeten Künstler namens Michael Bayer, seines Zeichens Ex-Schlagzeuger der Münchner Black Metal-Band Sycronomica von Hand mit Ölfarbe gepinselt. Bayer ist ein alter Freund von Max, wie der Sänger offenbart:

„Er war es auch, der die komplette Booklet-Gestaltung übernommen hat. Das Bild soll den Titel "Wiedergang" unterstreichen und die Textfragmente des Titelsongs, "Lauernd wartend, leidgeplagt", visuell ausdrücken. So stellen wir uns einen Wiedergänger oder auch Draug/Draugr/Draugan, wie sie im germanischen Kulturkreis genannt wurden, ungefähr vor. Von Wind und Eis zerfurcht, im Unterholz lauernd – bis sein gewähltes Opfer erscheint um es mit in Hel’s dunkles Reich zu nehmen. Das Bild soll die dunkle und kalte Grundstimmung des Albums zum Ausdruck bringen.“

Apropos, worum genau drehen sich die neuen Liedertexte, Max? „Die neuen Texte drehen sich um ähnliche Themengebiete wie die auf "Sturmgewalt". Dunkler Naturmystizismus, alte Sagen und Bräuche, die eigene Auslegung ursprünglicher Religionen sowie die Verwendung alter Dialekte und Sprachen. Neben diesen Aspekten kommt noch die Eigenschaft zum tragen, dass ich ausschließlich die germanische Mythologie metaphorisch beschreibe – nie personalisiert! Ich kopiere keine Textfragmente aus der Edda und lasse diese dann unhinterfragt stehen oder lege diese komplett falsch aus. Das wäre dumm und viele Bands in unserem Genre tun dies! Ich stehe über diesen Personen und kann nur lachen wenn darüber gesungen wird wie stark Thor seinen Hammer schleudern kann oder wie Odin durch die Lüfte reitet. Dass die alte Skaldendichtung absolute Metaphern darstellt, von denen jede einzelne Geschichte die Gleichheit oder Ungleichheit der Kräfte der Natur aufzeigen, haben leider die wenigsten begriffen. Mal von den verschiedenen Sagas abgesehen, bei denen absichtlich übertrieben wurde! Aber ich schweife zu sehr ab. Mein Interesse an derlei Material brannte irgendwann mal auf als ich zwischen 13 und 14 Jahre alt war und mehr über die Texte mancher damaliger Szenegrößen wissen wollte als nur das Abgedruckte in den CD-Booklets. Daraus entwickelte sich ein immer stärker werdender Drang mich in diesen Gefilden weiter zu bilden. Ich berufe mich daher auf diverse Bücher und Sagen, bin oft in Museen unterwegs oder auf unseren Perchtenläufen im Winter. Im Weiteren arbeite ich aufgrund meines anderen Hobbys eng mit Archäologen und Geschichtsstudenten zusammen, um so eine gute Basis für meine Recherchen zu erlangen.“

Aus gegebenem Anlass umfasst der weitere Gesprächskontext somit die Reenactment-Aktivitäten des Kehlenschinders.

„Ich gehöre zwei Gruppen an, welche sich intensiv eingehend mit der Spätantike und dem Frühmittelalter befassen. Dieses "Hobby" welches für mich persönlich mittlerweile schon fast mehr als eine Lebenseinstellung geworden ist, betreibe ich ernsthaft seit circa drei Jahren. Alles was davor war, ist es nicht wert zu erläutern. Ich versuche nach bestem Wissen und Gewissen einen Bajuwaren der Merowinger-Zeit um circa 700 n. Chr. sowie einen Sueben des 2. Jhd. n. Chr mit all meinen handwerklichen Fähigkeiten darzustellen. Hierbei setzte ich mir keine Grenzen und es ist immer wieder eine kleine Herausforderung an wirklich authentische Materialien zu kommen um so zu vermeiden beispielsweise chemisch eingefärbte Stoffe etc. zu verwenden. Was mich am Living-History/Reenactment so fasziniert, ist, dass das gesamte Hobby an sich, ein niemals endender Prozess ist. Man kann nie gut genug sein, nie zu viel wissen – lernt also nie aus. Durch das Reenactment habe ich Dinge zu schätzen gelernt die ich bisher als absolut selbstverständlich betrachtet hatte. Ich habe mich nicht nur selbst besser kennen gelernt, sondern habe mich in vielerlei Einstellungen und Fähigkeiten verändert, bin fast ein neuer Mensch geworden, der heute nicht nur mehr Selbstbewusstsein sondern auch v.a. Stolz in sich trägt. Desweiteren finde ich den handwerklichen Aspekt faszinierend. Ich habe Menschen kennen gelernt, die, bevor sie mit dem Hobby anfingen, unfähig waren nur einen Nagel gerade in die Wand zu schlagen. Heute, nach circa einem Jahr sehe ich dabei nicht selten denselben Menschen wie er handwerkliche Großleistungen vollbringt die weit über ein Standardmaß hinausgehen. Ich habe bemerkt wie einst schüchterne, verschlossene oder spießige Menschen durch dieses Hobby aufgeblüht sind und heute fast nicht mehr zu wieder zu erkennen sind. Geschichte am eigenen Leib zu erleben und zu leben, sich mit den Problemen von damals auseinander zu setzen welche heutzutage reinste Lappalien wären, zu erfahren was wichtig ist und zu erkennen wie viel Zeit wir heute an PC, Fernseher oder sonstigen toten Dingen verbringen. Bedenke wie leicht unser heutiges Leben geworden ist: Wenn man Hunger hat, geht man in den Supermarkt - wir können zu jeder Jahreszeit Obst und Gemüse essen, das ist der reinste Wahnsinn und Luxus. Man lernt vieles ganz anders wahrzunehmen. Fast jeder Gegenstand, den wir heute benutzen, kann aus Kunststoff hergestellt werden. Die Produktion wird in großen Fabriken von Maschinenaufsehern überwacht, deren wichtigste Fähigkeit es ist, ein Leben intensivster Langeweile zu bewältigen. Solcherart angefertigte Gegenstände erfüllen ihren Zweck perfekt. Sie sind hässlich. Denn die Schönheit eines Produktes beruht auf der Kombination von natürlichen Materialstrukturen mit dem einzigartigen Können und liebevollen Bearbeitung durch einen Handwerker. Auch wenn der Gegenstand den man selbst hergestellt hat, möglicherweise nicht perfekt ist, wenn er Kanten hat und suboptimal in der Hand liegt, er ist selbst hergestellt worden. Es ist dein Werk, welchem du deine Zeit, dein Können und deine Energie verliehen hast. Wenn alles, was wir benutzen, hässlich und langweilig herzustellen ist, was ist dann überhaupt der Sinn des Lebens? Wo ist die Lebensqualität geblieben? All das habe ich durch meine Reenactment-Aktivitäten gelernt zu schätzen und der vorher angesprochene Prozess wird bis ans Ende meiner Tage weitergehen.“

Eine ebenso seltene wie hochinteressante Aussage, die mir sehr ans Herz geht. Wie auch beim letzten Male wollten Helfahrt laut Aussage von Max versuchen, den alten und traditionellen Pagan Metal, welchen es Ende der Neunziger gab, wieder zum Leben zu erwecken:

„Viele der damaligen Bands gibt es heute nicht mehr und dieser alte Stil ist leider schon sehr in Vergessenheit geraten. Ich finde dass wir mit dem neuen Album um einiges ausgereifter als noch auf "Sturmgewalt" klingen. Wir haben diesmal den Songs absichtlich weniger Zeit zur Entwicklung gegeben, da wir vermeiden wollten gute Riffs im Nachhinein zu "verschönschlechtern" – wenn man versteht, was ich damit meine. Wir wollten versuchen ähnlich zu klingen wie all die Bands des damaligen Pagan Metal-Schlags, die einfach ihrer Zeit voraus waren und deshalb im Dunkel der Zeit untergingen. Was nicht heißen soll, dass das neue Liedgut nichts anderes als eine Kopie längst vergangener Geniestreiche sein soll. Dafür ist das Klanggewand viel zu modern und ich wage hier auch zu sagen, dass unser Sound viel zu typisch ist. Man erkennt Helfahrt – wir haben unseren eigenen Stil, welcher unseren Klang typisiert –, und das wissen die Fans. Außerdem haben wir uns kompositorisch und technisch um einiges verbessert! Die neuen Lieder klingen viel erwachsener und ausgereifter als die auf unserem Vorgängeralbum. Daran möchten wir auch in Zukunft anknüpfen.“

Guter Vorsatz. Ich hake in diesem Zusammenhang explizit nach, wie lange die Horde für die Aufnahmen der neuen Lieder gebraucht hat – und wie den Kerlen die Arbeit daran im Großen und Ganzen gefallen hat. „Für die Aufnahmen an sich benötigten wir nicht sonderlich viel Zeit, da auch wir mit der Zeit einfach immer mehr Studio-Erfahrung sammeln konnten und somit schon viele Prozesse sitzen. Mix und Mastering haben fast länger gedauert als der Aufnahmeprozess an sich. Aufgenommen wurde wie erwähnt wieder im Helion Studio München. Wir arbeiten sehr gerne mit dem Helion-Team zusammen. Dieses Studio zählt nicht umsonst zu einem der besten und das Arbeitsklima ist ausgesprochen angenehm. Da wir wie schon erwähnt "Sturmgewalt" ebenfalls dort aufgenommen haben, wussten wir schon im Vorfeld was wir zu erwarten hatten. Nämlich Professionalität, viel Zeit und somit stressfreies Arbeiten, ausgezeichnetes Equipment und Zuverlässigkeit sowie ein phantastisches Team. Was will man mehr?“

Wenn Max zum gegenwärtigen Zeitpunkt an die Erwartungen der Gruppe vor dem Kompositionsprozess denkt, ist er absolut zufrieden – und die anderen Helfahrer ebenso, so der Sänger mit gegenüber.

„Das liegt aber nicht daran, dass wir bestimmte Erwartungen oder songwriterische Bedingungen erfüllt haben, die wir uns am Anfang des Schaffensprozesses selbst auferlegt haben. Wir arbeiten nicht wirklich programmatisch, indem wir sagen `Jetzt schreiben wir mal ein schnelles Lied und danach ein eher grooviges`, sondern bei uns wird sehr viel aus dem Bauch heraus direkt im Proberaum geschrieben und arrangiert. Von daher wissen wir am Anfang des Schreibens nie wirklich was wir am Ende tatsächlich erschaffen. Unsere einzige Erwartungshaltung ist es, Lieder zu schreiben die wir selbst gut finden und auf die wir stolz sind, und für uns persönlich ist uns das jetzt bei beiden Alben gelungen.“

Ich spreche die Gretchenfrage nach Einflüsse und Inspirationen aus, und laut Max agieren Helfahrt auf diesem Sektor noch immer ziemlich autark: „Ich denke, das ich für alle spreche, wenn ich sage, dass wir versuchen, uns so wenig wie möglich von anderen Bands beeinflussen zu lassen. Wie anfangs schon erwähnt, bin ich persönlich relativ von den "Pagan-Bands" der späten 90er inspiriert worden. Aber generell kann ich sagen, dass Inspiration viel mehr ist als nur Musik von anderen Künstlern. Eine großartige Wanderung, ein Buch, selbst Erlebtes – davon lasse ich mich hauptsächlich inspirieren und diese Energien und Emotionen fließen dann in meine kompositorische Arbeit mit ein. Keiner von uns geht mit der Intention ans Komponieren, jetzt mal ein extrem `grooviges` Riff zu schreiben oder eine Melodie, die an irgendeine Band erinnert, zu kreieren. Ich muss mich nicht ständig von irgendwas inspirieren lassen mit dem Ziel, dann bessere Musik zu schreiben. Ich bin kreativ genug – und wenn ich gerade in der Stimmung bin etwas zu schreiben, dann läuft das einfach. Ich muss da nicht groß drüber nachdenken. Dies ist wahrhaft eine Gabe für die ich äußerst dankbar bin. Basti geht es da sicherlich genau so wie mir!“

Wie es in dieser Richtung weitergeht bei den bayerischen Individualisten, möchte ich dazu noch wissen, und vor allem auch, in welche Richtung sich ihre Musik voraussichtlich entwickeln wird. „Eine Antwort auf diese Frage kann und will ich dir nicht geben. Ursprünglich war beispielsweise geplant, dass "Wiedergang" um einiges mehr folkiger ausfallen sollte. [Ich persönlich hätte mir das auch sehr gewünscht; A.d.A.] Letzten Endes ist es düsterer, bedrohlicher und schneller geworden als es mir persönlich fast schon lieb ist. Ich denke wir alle hatten wohl einen unterbewussten Drang zum schreiben von weniger "freundlichen" Riff-Abfolgen. Ich möchte damit sagen, dass unsere Musik absolut stimmungsabhängig komponiert wird. Wer weiß schon was als nächstes kommen wird? Vielleicht fallen die neuen Songs wieder mehr in Richtung "Lewwer Duad Üs Slaav" aus – genauso kann aber auch das genaue Gegenteil eintreten und wir werden noch düsterer und härter, als wir es auf dem neuen Album ohnehin schon sind. Wie ich bereits anfangs erwähnte, spiegelt sich unser persönliches Empfinden in der Musik wider. Da ich nicht weiß mit welcher Grundstimmung ich die nächsten Sachen für Helfahrt schreibe, kann ich dir auch nicht sagen, wie das Ergebnis letzten Endes ausfallen wird. Was ich allerdings jetzt schon sagen kann ist, dass wir definitiv an unserer eigenen Auslegung von Pagan Metal festhalten werden. Auch was die neuen Alben betrifft!“

Was wohl nur wenige Fans wissen: Der gute Max wandert auch gerne beziehungsweise erklimmt Berge.

So erfrage ich, welches in diesem Zusammenhang sein bisher schönstes Erlebnis war.

„Ja, mit dem Wandern ist das so eine Sache. Diese Leidenschaft gaben mir meine Großeltern mit auf den Weg. Sie waren es, die mich bereits im Alter von drei Jahren mit auf die ersten kleineren Wanderungen mitnahmen. Ich bin also mit den Bergen, welche wir ja unmittelbar vor der Haustür haben, aufgewachsen und es reizt mich heute einfach immer noch zu wandern und zu klettern. Da wir hier sehr nah an den Alpen leben, wäre es dumm diesen Umstand nicht auszukosten und somit verbringe ich sehr viel Zeit damit, bei schönem Wetter diverse Gipfel zu erklimmen. Desweiteren bin ich noch Mitglied im "Alpenverein" – eine Gemeinschaft zu Förderung des Alpinismus und Klettersport in den bayerischen Alpen. Somit findet man meine Person nicht nur in den Bergen sondern auch des Öfteren in diversen Kletterhallen und Boulder-Anlagen (Bouldern = Klettern ohne Seil in niedrigen Gewölben), in denen ich ab und an trainiere. Mein schönstes Erlebnis war bisher die gemeinsame Wanderung zusammen mit der Band letzten Frühsommer. Auch wenn es lediglich ein Alp-Ausläufer mit gerade mal 1.600 Höhenmetern war, so war dieser Tag einfach phantastisch und für mich etwas ganz Besonderes. Herrliches Wetter, strahlendblauer Himmel, Schneefelder inmitten aufblühender Vegetation, eine Aussicht die grandios war – dies alles mit guten Freunden zu teilen ist das schönste Geschenk. Nach dem Abstieg setzten wir uns noch an einen Fluss und ließen den Tag gemütlich auf uns wirken. Derlei Ereignisse geben einem nicht nur extrem viel Inspiration mit auf den Weg, sondern auch Energie und Kraft für den Alltag mit – und da die nächste Wanderung mit "Helfahrt" bereits ansteht, freue ich mich sehr darauf.“

Mit welchen bekannten Szene-Protagonisten, also Musikern, er bisher gewandert ist, interessiert mich. Max: „Ehrlich gesagt lediglich mit dem Stephan von Kerbenok, einer wirklich guten Formation, die man im Auge behalten sollte. Es war schon oft geplant mit unseren diversen Thüringer Freunden zu wandern, allerdings wurde dies aufgrund allgemeinen Zeitmangels bisher nicht realisiert. Ansonsten bin ich auch sehr gerne alleine in den Bergen unterwegs. Bei uns beiden, lieber Markus, hat es ja bisher leider auch nicht geklappt.“ In der Tat, und das sollte sich 2008 auch endlich ändern.

Überhaupt, zu welchen Bands beziehungsweise Musikern verbindet Helfahrt als Naturliebhaber und -Mystiker eine innigliche Freundschaft? „Wir sind recht gut mit den Leuten von Odroerir, Gernotshagen und XIV Dark Centuries befreundet. Desweiteren wären dann auch noch unsere guten Freunde von "Waldgeflüster" zu nennen, mit denen wir auch recht viel außermusikalisch unternehmen. Ansonsten kennen wir natürlich durch unsere Gigs sehr viele Personen und Bands persönlich, und mit denen die es in unseren Augen wert sind, pflegen wir auch stets guten Kontakt. Jede Band zu nennen mit denen wir mehr oder minder engen Kontakt haben, würde hier einfach den Rahmen sprengen.“

Um den Kontext der Naturverbundenheit nochmals aufzugreifen, prangere ich die Verschmutzung der Landschaften an, welche mancherorts zuzunehmen scheint. Max teilt meine gefestigten Ansichten hierzu allerdings nicht gänzlich; was dem Leser jedoch nur Recht sein kann, denn so geraten Statements ja nur umso interessanter. Der Sänger beginnt seine Antwort daher erstmal mit einer Gegenfrage:

„Findest Du nicht dass es etwas polemisch ist immer zu sagen das alles schlecht ist und es mit uns und der Natur bergab geht? Ich finde eher das heutzutage das Gegenteil der Fall ist: Milliarden werden mittlerweile in die Erhaltung des Regenwaldes gesteckt, man nimmt durch alternative Treibstoffe sowie die Entwicklung von schadstoffarmen Motoren Rücksicht auf den Ausstoß von giftigen Stoffen, neue Gesetze werden entworfen, welche das Benutzen von Filtern aller Art zur Pflicht macht. Das Erhalten gefährdeter Tierarten, Pflanzen und Landschaften genießt in vielen Ländern der Erde höchste Priorität. Ich könnte dir noch tausende Beispiele nennen. Denk doch mal zurück! Ende der 70er beziehungsweise Anfang 1980 hatten wir ein massives Waldsterben aufgrund dessen, dass eben damals weniger Rücksicht genommen wurde als es heute der Fall ist. Früher war eben doch nicht alles so toll! Ich finde die derzeitige Entwicklung gut und unterstützenswert und kann nichts Schlechtes in dieser finden. Immer nur zu jammern und sich "alte Zeiten" zurückwünschen hilft keinem weiter! Und übrigens: Sie Dir mal die klimatische Entwicklung der letzten 500 Jahre an! Denkst du wirklich, dass es momentan trockener und wärmer aufgrund des Schadstoff-Ausstoßes ist? Das ich nicht lache!“

Max befasst sich ohnehin sehr ungern mit solchen Themen, wie er eindeutig klarstellt. Dass so mancher Zeitgenosse durch allzu blinden beziehungsweise blauäugig-naiven Medienkonsum mittlerweile doch mental ziemlich degeneriert, verängstigt, misstrauisch oder verblödet ist, das bestreitet der Vokalist:

„Manipuliert ist nur der, der sich auch manipulieren lässt. Und dies ist ein Fakt! Es ist leicht, seine eigene Unsicherheit, sein Misstrauen oder seine Angst auf etwas wie die Medien zu schieben. Wie angenehm, die Schuld bei anderen zu suchen bevor man sich selbst an die Nase fassen muss. Ich selbst bin den Medien so gut wie jeden Tag ausgesetzt, da ich nicht nur ab und an fernsehe, Internet surfe oder Radio höre, sondern auch viele Interviews zu beantworten habe. Dies sage ich absichtlich, da ich erkannt habe, dass die Metal-Medien-Welt sich nicht wirklich von dem massenmedialen Trichter abhebt. Nur das Hauptthemengebiet ist ein anderes: Die Methoden wie beispielsweise, dass Trends geschaffen und vernichtet werden, oder wie äußerst primitive Menschen meinen ihren Senf durch die Unweiten des World Wide Webs zu verbreiten, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und wie ge- und verurteilt wird, dies alles ist frustrierend, das stimmt. Aber warum sollte ich mich darum scheren? Und wie du bemerkst bin ich weder degeneriert, verängstigt, misstrauisch oder verblödet. Weshalb die "Stadt-Menschheit" degenerierter sein soll als die Menschen in ländlichen Gefilden, verstehe ich sowieso nicht. Wo ist da das Argument?“ Er fährt in diesem Sinne weiter dazu fort: „Seitdem dem Menschen die Möglichkeit gegeben ist, die Natur in gewissem Maße in Zaum zu halten, zu beherrschen, hat er sich logischerweise immer mehr von ihr entfernt da er dieser Willkürlichkeit weniger ausgesetzt ist. Durch die Technologien und Erfindungen ist vieles einfacher geworden. Berge sind mittlerweile bezwingbar, Meere überquerbar und Winter überlebbar. Das man da die Kräfte Nerthas anders behandelt ist evolutionär logisch. Als ich zu Schule ging, wurde mir sehr viel über die Natur beigebracht, ich bezweifle sehr das dies heutzutage wirklich anders ist. Biologie, Erdkunde, Chemie und Physik werden doch immer noch in Schulen gelehrt?“, beendet er den Satz mit einer erneuten Gegenfrage. Dazu möchte in anfügen, dass nüchternes Lehrbuchwissen freilich nach wie vor an Grundschulen vermittelt wird. Aber das Allerwichtigste an sich, nämlich die einfühlsame Beibringung von selbstloser Liebe zur Natur und den Tieren, da tun sich die Herren und Damen Pädagogen halt oftmals immens schwer im immer mehr omnipräsenten Computerzeitalter – ich persönlich halte Zweites jedoch für wichtiger.

Helfahrt preisen ja mit großer Hingabe die mystische Schönheit unser heimischen Flora und Fauna.

So frage ich meinen Dialogpartner schließlich, wie die Leute in den anderen Gegenden der Erde „ihre“ Natur wieder entdecken und lieben lernen könnten.

„Das muss jeder für sich selbst wissen. Ich kann und werde da niemandem eine "Anleitung" dazu geben. Warum auch? Deine Frage klingt fast so, als ob die Menschen in anderen Gegenden nicht mit der Natur zu tun hätten. Verstehe ich irgendwie nicht so ganz. Ich bin mir sicher, dass ein jeder die Natur und deren Mysterien mit seinen Augen anders sieht und somit auch anders wahrnimmt. Natur-Mystizismus ist lediglich eine Art der Betrachtungsweise und Interpretation – um scheinbar zunächst unerklärlichen Dingen, auf welche man keine Antwort weiß, ein Gesicht zu geben. Heute ist so gut wie alles physikalisch und technisch erklärbar. Dies lässt natürlich nur noch wenig Raum für das Zulassen einer parallelen Welt der Mysterien. Was ich besinge und versuche zu beschreiben ist lediglich ein träumerischer Umgang mit (Natur)Phänomenen welche man auch anders interpretieren könnte beziehungsweise bei denen auch andere Kräfte wirken könnten als das bloße Spiel der Gezeiten. Ich denke, dass eine derartige Sichtweise nur noch etwas für Träumer und Romantiker, für Abenteurer und Lebe-Menschen ist – von denen es heute leider nicht mehr all zu viele gibt. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so. Jeder lebt und liebt anders, hat differenzierte Empfindungen, ist sensibel wo andere stark sind. Jeder entdeckt somit sich und seine Umwelt auf eigene Art und Weise. Das war schon immer so und wird auch immer so sein.“

Max bezweifelt indes stark, dass die Natur irgendwann aus dem Bewusstsein des „modernen“ Menschen verschwunden sein wird. „Vielleicht steht die Natur nicht mehr an erster Stelle, so wie das noch vor 1.000 Jahren der Fall war. Aber ein gänzliches Verschwinden der Natur aus dem Bewusstsein der Menschen halte ich doch für sehr utopisch. Da wir nicht die Möglichkeit haben aktiven Einfluss auf die Umwelt und das Wetter auszuüben, sind wir der deren Willkür ausgesetzt. Solange sich das nicht ändert, wird sich auch das menschliche Bewusstsein nicht ändern. Das einzige was leider jetzt schon der Fall ist, ist der Disrespekt vieler Personen gegenüber der Natur an sich. Ich denke das dies eher das Problem sein wird, mit dem wir uns auch noch in Zukunft auseinandersetzen zu haben.“

Nachdem wir uns so viel mit der weitgehend verloren gegangen Natürlichkeit des Homo Sapiens auseinandergesetzt haben, steuere ich den Gesprächsinhalt bewusst in Richtung tägliche Nahrung beziehungsweise deren Zubereitung. Ich frage den Gesangsmann, ob er lieber Schnellimbissen isst oder doch lieber selbst kocht.

„Sowohl als auch. Als angehender Heil- und Chiropraktiker habe ich gelernt wie wichtig eine ausgewogene und gesunde Ernährung für unseren Körper ist. Allerdings zeigen mit die Lehren der Medizin auch, dass das menschliche Immunsystem sowie der Stoffwechsel bei einem gesunden Menschen phantastisch funktionieren sollten – somit habe ich auch keine Angst davor zu sagen, dass auch ich ab und an so genanntes "Fast-Food" esse. Außerdem hat sich mittlerweile bei Helfahrt der Brauch manifestiert, nach jedem unserer Gigs ein Essen bei Burger King von der verdienten Gage zu finanzieren. Ein gesundes Mittelmaß ist hier natürlich zu beachten. Wie das im Übrigen mit allem ist! Paart man dies mit einer guten Portion wöchentlichen Sports und Erholung, sollte es im Grunde genommen nicht allzu schädlich sein sich mal eine fettige Bratwurst oder einen Hamburger einzuverleiben. Stress und Hektik sollte man hingegen sowieso komplett von sich abwenden – das ist reine Kopfsache! Sicherlich koche ich sehr gerne selbst und probiere auch vieles aus wenn es die Zeit zulässt. Ich habe gelernt mit der Zeit auf meinen Körper zu hören und dieser gibt mir vor, was ich esse und wovon ich besser die Finger lassen sollte. Somit ist eines meiner derzeitigen Hauptziele, meinen Fleischkonsum etwas einzudämmen. Ein rein vegetarisches Leben strebe ich allerdings nicht an. Wir merken überhaupt nicht, welche Mengen von Fleisch wir tagtäglich zu uns nehmen. Als kleinen Tipp kann ich jedem nur raten, sich diesen Umstand mal bewusst vor Augen zu führen. Ihr werdet überrascht sein.“

Wir gehen zu vergangenen und auch kommenden Live-Aktivitäten von Helfahrt über. Max berichtet: „Uns allen ist letztens erst wieder aufgefallen, wie wenig wir eigentlich live spielen. Gerade mal 40 Gigs in den letzten drei Jahren – das ist nicht viel. Aber lieber wenige, qualitativ hochwertige Gigs als zu viele halbherzig gespielte Auftritte. Jetzt im Sommer steht nicht sonderlich viel für uns an. Drei bis vier kleine Festivals. Mehr nicht. Im Januar 2009 werden wir mit unseren Freunden von Odroerir und Gernotshagen auf unserer zweiten Tour für zwei Wochen Europa unsicher machen. Das ganze heißt "Light A Pagan Fire-Tour" und wir blicken mit großen Erwartungen dieser Tour entgegen. Ansonsten bleibt zu sagen, dass wir überall dort spielen wo wir gewünscht sind. Wir sind keine Band die sich für ein Konzert bewirbt. Wenn uns die Leute sehen wollen, so wird man uns schon buchen. Da machen wir uns keine allzu großen Sorgen. Wir drängen uns niemandem auf. Das überlassen wir lieber anderen – die das besser können“, gibt er lachend zu Protokoll.

Was nun die Ziele der Band für das Jahr 2008 insgesamt angeht, so ist zu erfahren: „Mit Helfahrt ist es unser einziges Ziel, uns musikalisch und künstlerisch zu verwirklichen. Was will man denn noch? Ich finde, dass es schwachsinnig ist, wenn man sich als Band Ziele wie Plattenvertrag, Tour, Wacken, Weltherrschaft und was weiß ich noch alles setzt – um so durch diesen Druckaufbau motiviert bei der Sache zu bleiben. Aus diesem Grund haben wir nie angefangen Musik zu machen – und Selbstverwirklichung ist das einzige, was in meinen Augen von Bedeutung ist. Ich habe oft den Eindruck, dass viele Bands, vor allem im Pagan- und Viking Metal-Bereich, mit einer falschen Intention an die Sache gehen und sich einen raketenhaften Aufstieg in ruhmreiche Gefilde vorstellen. So sollte das aber nicht sein. Diese Dinge sind nicht wichtig – einzig und alleine die Musik zählt, egal ob man vor 10 oder 10.000 Menschen spielt. Wenn man gut und mit Herz bei der Sache ist, wird sich der Rest ganz von alleine ergeben.“

Einmal mehr punktet Max durch ehrliche und bodenständig geerdete Antworten beziehungsweise Ansichten. So bleibt mir nur noch zu fragen, auf was er sich in nächster Zeit besonders freut. „Auf die nächste Bandprobe, auf schönes Sommerwetter sowie den Einzug in mein neues Holzhaus, welches wir uns zugelegt haben und in dessen Sauna ich bestimmt viele erholsame Momente verbringen werde. Wie ich dir bereits schon im letzten Interview gesagt habe, bist du jederzeit bei mir ein willkommener Gast.“ Das ehrt mich, und es gibt keinen Grund auf dieser Welt, dieser Aufforderung nicht nachzukommen.

© Markus Eck, 17.06.2008

[ zur Übersicht ]

Advertising

+++

+++


+++

+++