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Interview: HELSTAR
Titel: Weltkritische Vorhersehungen

Was 1981 im texanischen Houston seinen schicksalhaften Anfang nahm, das beglückt die US Power Metal-Jünger dieser Welt jetzt endlich wieder mit einem nagelneuen Album.

Und der aktuelle Notenknall „This Wicked Nest” zündet wie zu erwarten ebenso intensiv wie eindringlich.

Supersänger James Rivera beweist dabei mit streng fesselnder Gebieterstimme, dass er bis heute nicht einen Funken an Leidenschaft für die progressive Musik von Helstar verloren hat.

Das Quintett zitiert auf dynamisch frische und spieltechnisch zeitgemäße Weise eigene Klassiker wie „A Distant Thunder“ und „Nosferatu“. Überhaupt präsentieren sich die enorm belebenden Helstar auf „This Wicked Nest” mit einer genussvoll riesigen Reife.

Schweres Klangbild
Ebenso spannend wie tiefgründig und abwechslungsreich wie die schneidenden Vokalisierungen des Meisters sind auch die Songs an sich geworden.

Für James selbst stellt der neue Release eine typische Helstar-Scheibe dar.

„Wir haben speziell in der Direktive des 2010er Vorgängers ,Glory Of Chaos‘ weitergemacht, wie man deutlich hören kann. So ist auch das neue Material sehr heavy und verströmt ein auf gewisse Weise ,modernes‘ Feeling. Zeitgleich vertieften wir uns aber auch in unsere klassischen Wurzeln. Kenner unseres Sounds werden das relativ schnell bemerken. Insgesamt schrieben wir alle vier ungefähr ein Jahr an den neuen Stücken. Wenn ich 2013 nicht so viel auf Tour gewesen wäre, hätten wir es schneller geschafft. Den Großteil habe ich zwischen besagten Touren und direkt vor meinem Studioantritt zu den Gesangsaufnahmen bewerkstelligt.“

Untrüglicher Argwohn
Als der weitere Dialog zu den Songtexten von „This Wicked Nest” übergeht, gerät James regelrecht in eine plötzliche Hitzewallung.

„Hauptsächlich drehen sich die Lyriken um Ansichten um die gewaltigen Verschwörungstheorien, die in der Welt umhergeistern. Mich beschäftigt diese Thematik seit vielen Jahren sehr. Ich war schon immer sehr argwöhnisch, was - nicht nur bei uns in Amerika - so alles irgendwie ziemlich seltsam abläuft auf der Erde. Wie es aussieht, ist mittlerweile ja leider auch vieles von dem, was ich vermutete und vorhersah, ans Licht gekommen. Doch was können wir wirklich dagegen tun? Wir sind ja doch nur Spielfiguren auf diesem fauligen Planeten, bis wir in spiritueller Hinsicht zu einem besseren Platz geraten.“


Todesbewusst
Letzteres Statement dient als ergiebige Überleitung, zu welcher der Vokalist sofort nachlegt:

„Auf der anderen Seite haben wir mit ,Eternal Black‘, ,Souls Cry‘ und ,Cursed‘ drei Kompositionen auf dem neuen Album am Start, die sich inhaltlich mit der traurigen Tatsache des Todes beschäftigen. Jeder von uns muss eines Tages sterben. Ich erachte das als ein sehr trauriges ,Geschenk‘ der Evolution. Seit ich auf der Welt bin, wundere ich mich darüber, dass Menschen jährlich dümmliche Lieder singen, um den so genannten ,Geburtstag‘ zu feiern. Sollten wir eigentlich nicht alle dann auch am Tage des Ablebens ,Todestagslieder‘ trällern? [lacht schräg] Schließlich ist der Tod das einzig sichere Versprechen, dass uns das Leben beim Eintritt ins Dasein gibt. Vielleicht ist es daher überhaupt nicht so schlimm?“

Im Song „Souls Cry“, der die Textpassage „Into Pain We Are Born, Into Death We Are Sworn“ enthält, kündet der Sänger entsprechend davon.

© Markus Eck, 25.03.2014

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