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Interview: HUMAN FORTRESS
Titel: Fest miteinander verbunden

„Thieves Of The Night“ wird der bodenständigen Formation viele neue Türen öffnen können. Für das fünfte Album in ihrer seit 1999 andauernden Laufbahn haben sich die Hannoveraner nämlich ganz besonders ins Zeug gelegt.

Und das spiegelt sich auf der neuen Platte gänzlich wider. Sänger Gus Monsanto, die beiden Gitarristen Todd Wolf und Volker Trost mitsamt Bassist André Hort, Schlagzeuger Laki Zaios und Keyboarder Dirk Liehm haben ganze Arbeit geleistet.

Auf allen Ebenen kreuzen Human Fortress mit ihrem epischen Power Metal damit größer, breiter und insgesamt mächtiger auf. 


Durchgehend beschäftigt
Wie Gitarrist Volker Trost zu erzählen weiß, haben er und seine Jungs bereits nach der Fertigstellung des vorherigen Albums „Raided Land“ Ende 2013 mit der Arbeit an neuen Liedern begonnen.

„Anfang 2015 haben wir uns dann parallel Gedanken über die Produktion, die Crowdfunding Campaign und das Video gemacht. Dann kam die Terminabstimmung mit unserem Sänger Gus und die Planung des Studioaufenthaltes bei Sebastian ,Seeb‘ Levermann dazu. Mitte des Jahres haben wir dann das Video gedreht und die Vocals aufgenommen. Danach die Produktion des Albums und des Videos. Es war also nicht langweilig bei uns“, scherzt der Saitengreifer.

Von Selbstwertgefühl bestärkt
Und anstatt dass sich Human Fortress von der Veröffentlichungspause zum Schluss hin für den neuen Longplayer unter Druck gesetzt fühlten, war tatsächlich eher das Gegenteil der Fall, so Volker.

„Beim Songwriting für die ,Raided Land‘ wussten wir nicht wirklich was auf uns zukommt. Mit Keyboarder Dirk, Bassist André und Sänger Gus hatten wir gleich drei neue Members im Team, die sich aber alle toll integriert haben und ohne die es ,Raided Land‘ nicht geben würde. Nach dem fünften fertigen Song wussten wir, dass wir den alten Spirit wieder eingefangen hatten und dass es ein klasse Album wird. Als Gus aus Rio dann die ersten Demo-Vocals geschickt hatte, war uns klar: das ist der perfekte Sänger für unsere Musik. Somit konnten wir entspannt an die Arbeit für ein neues Album gehen. Sicherlich haben wir uns gefragt, ob wir das Niveau des Songwritings halten können. Aber es stellte sich ziemlich schnell heraus das wir mit der ,Thieves Of The Night‘ genau da anknüpfen konnten, wo wir mit der ,Raided Land‘ aufgehört haben. Ich denke, jeder hat noch einmal etwas drauflegen können und Gus hat mit seiner Stimme dem ganzen Album noch seine Krone aufgesetzt.“

Gut ausgewogene Mischung
Seiner Meinung nach ist „Thieves Of The Night“ das härteste Werk von Human Fortress bisher geworden. „Wir legen Wert auf starke eingängige Melodien und Abwechslung in den Songs. Das ist uns auch auf diesem Album sehr gut gelungen. Eingängige epische Chöre mit einer ordentlichen Priese Dampf. Ein Mix aus schnellen Songs wie ,Amberstow‘, ,Rise Or Fall‘ wechseln sich mit Midtempo-Tracks wie ,Thrice Blessed‘ oder ,Dungeons Of Doom‘ ab. Ein hoffentlich abwechslungsreiches Metal-Album für alle Fans.“

Klassische Zutaten
Zu den seiner Meinung nach allergrößte Stärken der aktuellen Lieder gibt der Gitarrist preis:

„Die Melodien sind sehr stark. Das heißt, jeder Song hat Chorus mit hohem Wiedererkennungswert und wir haben es auch geschafft ganz besondere Mittel- und Soloteile zu schreiben. ,Thrice Blessed‘ beispielsweise würde sogar als Instrumentalsong funktionieren. Hier könnten die Lead-Vocals von einer Solo-Viola übernommen werden, die dem Song einen ganz besonderen Charakter und Tiefe verleiht. Also Abwechslungsreichtum mit starken Melodien und einem perfekt passendem Gus sind wohl das Rezept.“

Kollektive Begeisterung
Sein persönliches Highlight ist das Video zum Titelsong „Thieves Of The Night“, verkündet Volker. „Wir haben hier mit viel Aufwand und sehr viel Enthusiasmus aller Beteiligten etwas ganz Besonderes geschaffen. Es konnte sogar so viel Material aufgenommen werden, dass es ein 20-minütiges Making-of geben wird. Lasst euch überraschen!“

Unangreifbare Freundschaft
Der Bandname Human Fortress entstand, nachdem die Band die ersten Demoaufnahmen gemacht hatte und die Produktion des 2001 veröffentlichten Debütalbums „Lord Of Earth And Heavens Heir“ anstand.

„Sechs Musiker waren als Freunde zur Festung zusammengewachsen. So war Human Fortress - die Menschliche Festung - geboren. Dies haben wir aber nie unter politischen Gesichtspunkten oder dem derzeitigen Geschehen in der Welt betrachtet.“ 


Individuelle Beteiligung
Auf die Frage, wer aus der Band denn die neuen Songs beziehungsweise wer welche Parts davon hauptsächlich ausgearbeitet hat, antwortet mein Gegenüber:

„Das kommt immer auf die Idee und den Song an. An ,Thieves Of The Night‘ haben wohl Dirk, Torsten und ich einen größeren Anteil. Es bringt sich aber jeder in die Songs ein und vor allem muss jeder von uns mit dem Ergebnis zufrieden sein. Bei ,Dungeons Of Doom‘ zum Beispiel hat sich Laki sehr eingebracht und die Idee zu ,Gift Of Prophecy‘ ist von André. Insgesamt kann ich aber sagen, dass Todd und Dirk sich stark einbringen konnten.“

Auf hohem Niveau
Zwölf neue Songs sind auf dem Album - wie ging man bei der Auswahl vor?

„Auf diesem Album sollte es eigentlich nur elf Songs geben. Ein Song war als Bonus-Track gedacht. Wir waren uns aber bei der Auswahl des Songs nicht einig. Unsere Bonuskandidaten waren für AFM Records aber absolutes Albumniveau. So haben wir zusammen entschieden alle Songs auf das Album zu bringen. Es ist also nicht unbedingt so, dass wir 20 Songs schreiben und die besten zwölf auf das Album kommen. Ist eine Idee unserer Meinung nach nicht gut genug, arbeiten wir nicht daran weiter.“

Klare Direktive
Human Fortress arbeiten immer an Ideen. „Torsten und ich treffen uns einmal in der Woche um Ideen auszutauschen und erste Parts aufzunehmen, um sie dann bei Dirk auszuarbeiten. Wenn der Grundstock gelegt ist, dann geht es mit allen zusammen weiter. Wenn die Marschrichtung klar ist, werden die Details ausgearbeitet und am Arrangement gefeilt.“ 


Fülle an Einfällen

Nachfolgend dreht sich der Dialog um Höhen und Tiefen beim Songwriting. Volker hierzu:

„Das hängt vom Song ab. Beste Beispiele sind wohl ,Thrice Blessed‘ und ,Gift Of Prophecy‘. Dirk spielte uns die Idee von ,Thrice Blessed‘ an. Allein die Anfangsmelodie war schon der Hammer! Als ich beim nächsten Treffen dazu kam, hatten Dirk und Torsten den Song fertig. Todd hatte die Idee zum Chorus und der Song war sehr schnell arrangiert. Im Gegensatz dazu haben wir an ,Gift Of Prophecy‘ recht lange gearbeitet. Ein dynamischer Song. André und Torsten haben das Intro, die Strophe und den Chorus geschrieben und wir hatten immer noch Ideen. Es hat etwas länger gedauert bis wir mit dem Solo-/Mittelteil zufrieden waren. Der Song hat sich immer weiter entwickelt. Irgendwann saßen Todd und ich an den Instrumenten um das Outro auszuarbeiten. Selbst dort hatten wir immer noch Ideen, so dass er nun tatsächlich eine für uns ungewohnte Länge von sieben Minuten hat und trotzdem immer wieder überrascht.“

Thronende Vokalisierung
„Thieves Of The Night“ stellt die zweite CD mit Gus Monsanto als Sänger dar. „Auf diesem Album hört man meiner Meinung nach, dass er bei uns angekommen ist. Er konnte den Songs mit seiner Stimme und seinem Ausdruck noch die Krone aufsetzen. Gerade ,Alone‘ hat durch seinen Ausdruck sehr gewonnen.“

Schlüssige Kooperation
Die Zusammenarbeit der einzelnen Bandmitglieder für die neue Scheibe klappte sehr gut, wie Volker sich freut. „Ich denke das hört man auch. Wir arbeiten in entspannter Atmosphäre und jeder wird zu seinen Ideen gehört. Bei den Aufnahmen arbeiten wir in Teams. Dirk nimmt mit Todd und mir die Gitarren auf, André nimmt mit Laki das Schlagzeug auf und spielt den Bass ebenfalls bei sich zu Hause ein. Nachdem wir Sebastian ,Seeb‘ Levermann wieder für unsere Produktion gewinnen konnten, haben wir uns auch dazu entschieden die Gesangsaufnahmen mit Gus bei Seeb zu machen. So war er gleich mit im Prozess integriert und konnte mit Gus noch sehr gute Akzente setzen.“

Anhaltend begeistert
Die Liebe zur Metal-Musik und das viele positive Feedback von den Fans sind sein ständiger Antrieb für Human Fortress, wie der Gitarrist offenbart.

„Aber auch die Erfahrungen die ich immer wieder sammeln darf und nicht zuletzt, das man etwas ganz Besonderes geschaffen hat. Deshalb mache ich Musik so lange es geht!“

Heiß auf Konzerte

Human Fortress hoffen laut Volker natürlich, dass sie mit „Thieves Of The Night“ ihre Fans überzeugen können. „Und wir würden uns freuen, wenn auch die ,Raided Land‘ die verdiente Beachtung bekommt. Wir arbeiten schon an ersten Ideen, wollen aber für 2016 primär live präsent sein. Es wäre klasse, ein paar Gigs zu spielen und wir wären natürlich gerne bei dem ein oder anderen Festival mit dabei. Ich hoffe also, wir sehen uns ,on stage‘! Abschließend möchte ich mich bei den Lesern für ihr Interesse an uns bedanken. Besucht uns gerne auf Facebook oder auf unserer Homepage: www.human-fortress.de - viele Grüße, Volker!“

© Markus Eck, 06.03.2016

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