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Interview: IHSAHN
Titel: Solistische Entfaltung

Die Schwarzmetallwelt kennt diesen Mann bestens von seinen herrlich hysterischen Vokal-Ausbrüchen bei den ewigen Black Metal-Majestäten Emperor. Und mit der sphärisch-avantgardistischen Darbietung, welche er daneben mit seinem Bandprojekt Peccatum abgeliefert hat, hat er sich nicht nur Freunde gemacht.

Doch Sänger, Gitarrist und Composer Vegard Sverre Tveitan alias Ihsahn war eben seit jeher ein ebenso eigenwilliger wie ständig neu ambitionierter Charakter. Davon kündet nun seine neue Soloplatte, „The Adversary“, auf welcher der kreative Norweger seiner persönlichen Vorstellung von anspruchsvollen progressiven Hartklängen adäquate Entsprechung verleiht.

„Als wir Emperor 2001 nach zehn Jahren auflösten, hatte ich plötzlich eine ganze Menge mehr Ideenfreiraum im Kopf. Schnell reifte nachfolgend der Gedanke in meinem Kopf heran, eine Soloscheibe zu veröffentlichen: Einmal machen zu können, was ich will, mich sozusagen vollendet zu verwirklichen. Es ist sozusagen ein alter Traum von mir. Ursprünglich wollte ich `The Adversary` sogar in enger Zusammenarbeit mit Rob Halford von Judas Priest machen, mit dem ich mich sehr gut verstehe. Doch er ging ja dann bekanntlich wieder zu den britischen Metal-Priestern als Sänger zurück. Dennoch, was momentan nicht ist, kann noch werden, denn wir beide stehen in gutem Kontakt. Und ich hoffe sehr darauf, dass es zukünftig mit einer künstlerischen Kooperation klappt. Denn Halford ist und bleibt der Metal-Gott schlechthin“, blickt Ihsahn voller Zuversicht in die Zukunft.

Der Vielseitige ergänzt mit auffallend besonnenem Tonfall:

„Peccatum bot mehr die atmosphärische Seite, schlicht ausgedrückt die mentale Widerspiegelung meines Ichs – während meine neue Solo-CD in allererster Linie ein Metal-Album werden sollte. Ich komponierte und spielte im Alleingang sämtliche Lieder dafür ein, lediglich die Schlagzeug-Pflichten wurden von Asgeir Mickelson übernommen: Ein absoluter Spitzen-Drummer, dessen rhythmische Versiertheit ich sehr schätze. Borknagar ist wohl die bekannteste Band, bei der er mitmischt. Meine Kompositionen für `The Adversary` sind überaus komplex geworden, aber eben auch ziemlich progressiv, daher konnte mir wohl kein Besserer als Asgeir unter die Arme greifen. Seine ausgefeilten Techniken passen perfekt zu meinen Stücken.“

Den Kompositionsprozess für den aktuellen Silberdeckel absolvierte der Mainman mit seinen Gitarren, einem Keyboard und einem Drum-Computer, wie er resümierend berichtet:

„Es verlangte mir ein Zeitkontingent von circa drei Monaten ab, sämtliches Material zu kreieren. Das Ganze ging so dermaßen schnell voran, weil ich mich völlig frei im Kopf dafür fühlte. Ich war selbst überrascht, wie rasch ich mit meinen Songs vorankam. Da es ganz klar ein vollwertiges Metal-Album werden sollte, begann ich mit den Gitarren, ein grundsolides Soundfundament zu setzen. Im jeweilig selben Atemzug programmierte ich die Schlagzeug-Rhythmen. Solcherlei erste Resultate wurden mit Tastenklängen verfeinert, alles fügte sich auf diese Weise reibungslos aneinander, bis schließlich Asgeir noch die digital erstellten Trommel-Vorgaben umsetzte.“

© Markus Eck, 27.04.2006

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