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Interview: ILLDISPOSED
Titel: Hartnäckige Steher

Mit unermüdlich hart geleisteter Arbeit und einem unzerstörbarem Glauben an die eigene Death Metal-Vision haben sich die Dänen mit den Jahren ganz nach oben geschuftet.

Einst 1991 gegründet, erwuchs der eigenständige Individualistensound von Illdisposed mit der Zeit zu einer ganz eigenen Marke heran. Die nur faire Belohnung dafür: Ihre letzten sechs Alben erklommen allesamt die offiziellen dänischen Album Charts!

2012 brachten die fünf Nachhaltigen mit dem Album „Sense The Darkness“ die Szenewelt zum Beben, nun reißen sie hämisch die Falltür für das 13. Langspielwerk „With The Lost Souls On Our Side“ auf. Und dass die Songs der Scheibe dann auch direkt und schnell in die Lauscher fallen, dafür sorgen diese Urviecher mit ausgefeilten Melodien und vielerlei sonstigen Raffinessen. 


Immer vorwärts

Gitarrist Jacob „Batten“ Hansen sieht überhaupt keinen Grund, warum er mit seiner lärmenden Truppe nicht auch die nächsten 23 Jahre so energisch wie jetzt weitermachen sollte.

„Wir halten uns so gut es geht in Form. Wir werden ja schließlich allesamt nicht jünger. Vor zehn Jahren hatten die Mütter auf ihre Töchter aufzupassen, wenn wir auf Tour waren. Nun aber müssen mittlerweile ja die Töchter auf ihre Mütter aufpassen“, platzt es unter lautem Lachen aus dem Mann heraus, „aber solange wir Spaß an der Sache haben und in unserer Musik noch einen richtigen Sinn sehen, werden wir definitiv so munter weitermachen mit Illdisposed.“

Gesundes Selbstvertrauen

Und das gilt natürlich auch für die Songtexte, so der Griffbretterer mit stabiler Stimme. „Tracks wie ,Going Down‘, ,The Way We Choose‘, ,Light In The Dark‘ oder auch ,I Am What I Am‘ sprechen ja schon allein mittels ihrer Titel eine sehr deutliche Sprache! Wir haben einen langen und oftmals übel steinigen Weg hinter uns, da reift man als Charakter nun mal sehr viel schneller und um einiges mehr als der gewöhnliche Durchschnittsmensch. Bei uns geht es um das Leben an sich, die Schwierigkeiten, die Widrigkeiten, die schlimmen Zeiten. Aber wenn man an sich selbst glaubt, meistert man fast alles. Das ist es, darum geht‘s uns.“


Musik, die wirkt
Steinreich sind die Typen bis heute nie mit ihrer Mucke geworden, und das ist Meister Batten auch ziemlich scheißegal, wie er mit aufrechter Haltung vollauf glaubwürdig konstatiert.

Vorbildliche Einstellung: „Mir ist die anhaltende Freude an unserer Musik sehr viel wichtiger als die Kohle. Den anderen in der Band geht‘s in diesem Punkt zum Glück ganz genauso. Das verfluchte Geld und die Gier danach hat diese Welt so sehr ins Verderben gestürzt, finde ich. Unsere Welt wird überhaupt nicht von der Politik gelenkt, wie so viele immer denken. Nein, denn diese Welt wird schon seit geraumer Zeit allein vom Mammon gesteuert. Und davon auch grausam kontrolliert. Fakt ist: Die richtig Reichen auf dem Planeten haben viel mehr Macht als alle Politiker zusammen und die Mehrheit der Menschen. Musik aber ist das Gegenteil von Geld. Sie bringt die Leute im Kopf zu irgendetwas Gutem. Mir gefällt diese Vorstellung sehr. Und ich werde mit aller Kraft versuchen, sie mit Illdisposed auch so optimal und so aufrichtig als möglich umzusetzen.“

© Markus Eck, 18.06.2014

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