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Interview: ILLUMINATA
Titel: Über Grenzen hinaus

Im mittlerweile beinahe nicht mehr zu überblickenden Wust von vielerlei Konkurrenten haben es sich diese fünf Grazer Symphonic Gothic Metal-Protagonisten zur Aufgabe gemacht, durch Verwendung vielerlei verschiedener Grundlagen möglichst hoch aus der breiten Masse ihres Metiers herauszustechen.

Gegründet wurden Illuminata im Jahr 2006, und im November 2011 gipfelten solcherlei Bemühungen vorläufig in der Veröffentlichung des zweiten Studioalbums „A World So Cold“. Letzteres offenbart das geglückte Unterfangen, umfassend opulent orchestrierte Kompostionen von betont ästhetischer und anmutiger Note zu einer festlich glänzenden Liederkette aufzufädeln.

Frontfrau, Sängerin und Flötistin Katarzyna trägt dabei mit ihrer wunderbar natürlichen Stimmfärbung bei, dem auch recht epischen Material der Band ein wichtiges Maß an Authentizität zu verleihen.

Ich frage anfänglich nach, wieso ich als inniglicher Gothic- und Symphonic Metal-Verehrer bislang eigentlich noch nichts von Illuminata gehört beziehungsweise gelesen habe. Und Gitarrist Luki versucht zu erläutern:

„Eine gute Frage! Wir sind als Band zwar nicht mehr ganz frisch, denn Illuminata existiert schon seit circa fünf Jahren, aber womöglich liegt es daran, dass wir unser erstes professionell produziertes Album erst im November 2011 veröffentlicht haben. Wir haben drei Jahre lang an der Platte gearbeitet und ohne fertiges Produkt ist es natürlich schwer auf sich aufmerksam zu machen. Jedoch sind wir der Meinung, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat und hoffen natürlich, dass sich unser Status als Insider-Tipp dadurch verbessert.“

Nachfolgend dreht sich der Dialog speziell um den Bandnamen und wofür dieser in den Augen der Gruppe steht.

„Am Anfang waren wir in erster Linie auf der Suche nach einem Namen, der möglichst gut zu uns passt. Uns schwebte etwas mit einem betont mystischen Touch vor. Wir strebten dabei auch nach etwas Inspirierendem, nach etwas Starkem. Aus jetziger Sicht würde ich sagen, dass wir dem Namen durch unsere Musik eine Bedeutung gegeben haben und nicht umgekehrt“, so Luki.

Die letzte Veröffentlichung von Illuminata liegt im Moment gerade mal einen Monat zurück.

Und die Beteiligten arbeiten laut Aussage des Gitarristen bereits schon wieder fleißig an neuem Liedmaterial.

„Die meisten Tracks sind noch grob in Arbeit beziehungsweise überhaupt erst im Entstehen, aber musikalisch hat sich im Vergleich zum Vorgängeralbum viel getan, das kann man jetzt schon sagen. Es ist zwar immer noch 100 % Illuminata, aber gerade als junge Band, wie wir es sind, entwickelt man sich sehr schnell weiter. Die ganz neuen Tracks bisher sind allesamt sehr eigenständig und abwechslungsreich, und teilweise wirklich sehr ,creepy‘; größtenteils haben wir uns auch von der Standard-Songstruktur verabschiedet. Ich glaube, wir haben jetzt schon einige Grenzen durchbrochen und bewegen uns auf neuem Terrain. Mal sehen, was für Spuren wir dort hinterlassen. Wenn alles gut geht, werden wir gerne Ende 2012 wieder ins Studio gehen und schon paar Monate später die nächste Album-CD herausbringen.“

Ich will im Weiteren wissen, was seiner Meinung nach das Besondere an der Musik seiner Band ist. Mein Gesprächspartner expliziert zu diesem Kontext sogleich voller sprühendem Enthusiasmus:

„Ich glaube, dass wir mit der Zeit zu einem sehr einzigartigen Stil gefunden haben. Das merke ich vor allem an den neuen und bislang unveröffentlichten Songs. Bis einschließlich ,A World So Cold‘ ist der Begriff ,Symphonic Metal‘ als Genre-Beschreibung durchaus gerechtfertigt. Für das was kommt, trifft er in meinen Augen aber nicht mehr ganz zu, da wir uns von dem – ohne abwertend zu sein –, was allgemein als Symphonic Metal verstanden wird, zu sehr unterscheiden. Wir mischen eben gerne verschiedene Elemente und Stile, wovon die Filmmusik sicher den größten Einfluss auf uns hat. Der Blockbuster-Sound ist mittlerweile sehr kennzeichnend für unsere Musik geworden.  Das Orchester erzeugt die Stimmung, die Gitarren, der Bass und die Drums generieren den Druck. Die Gesangslinien sind sehr melodisch und expressiv ausgelegt. Es ist also von allem was dabei: Metal, Musical und ganz großes Kino. [lacht] Unsere Musik ist zwar immer schon zu einem großen Teil von Filmmusik und deren Wurzeln inspiriert, bei dem neuen Material aber nimmt das Ganze doch ganz andere Ausmaße an. Die Kompositionen sind enorm vielschichtig und leben von äußerst komplexer und ausgefeilter Orchestrierung. Es werden sehr viele Stile miteinander gemischt und wir haben glücklicherweise auch eine Sängerin mit hohem Wiedererkennungswert bei uns am Wirken. Viel mehr will ich zu diesem Zeitpunkt nicht verraten, die Hörer können gespannt sein!“

Die individuelle Live-Performance ist sämtlichen Mitgliedern dieser Grazer Symphonic Gothic Metal-Band sehr wichtig, so Luki.

„Und ja, wir haben in der Tat schon spezielle Kostüme auf der Bühne verwendet. Live geht es bei Illuminata vor allem darum, das Publikum zu unterhalten. Und wir machen uns daher auch ständig Gedanken dazu, wie wir unsere Show verbessern können. Leider fehlen uns für viele gute Ideen bislang noch die Mittel, aber das wird sich schon noch ergeben. Ich will an dieser Stelle auch nicht zu viel verraten, sonst wird es ja keine Überraschung mehr!“

So waren diese österreichischen Nachwuchs-Metal-Romantiker laut weiterer Aussage des Saitenschrubbers neben zwei wichtigen Auftritten beim Metalcamp Festival und beim Rock The Lake Festival meist eher in lokalen Gefilden unterwegs. Der Kreative informiert darüber hinaus:

„Im aktuellen Jahr 2012 wollen wir aber weitaus mehr ,on the road‘ sein, daher haben wir uns auch mit einer Booking-Agentur zusammengeschlossen. Ich denke, dass man gute Chancen hat, uns demnächst in Österreich, Tschechien, Deutschland und vielleicht auch noch einigen weiteren Nachbarländern live zu erleben. Die eine oder andere Präsenz von Illuminata auf diversen Festivals darf natürlich auch nicht fehlen!“

Am allermeisten freut sich der Musikus, wie er zu offenbaren weiß, gegenwärtig auf das Arbeiten am neuen Material, weil es für ihn „einfach eine unheimlich spannende und auch befreiende Zeit ist.“

Die Arbeit im Studio macht Luki ohnehin viel Spaß, wie es ihm noch entfährt.

„Es ist immer ein ausgesprochen aufregender Moment, wenn man einen eigenen Song das erste Mal fertig aufgenommen hören kann. Eigentlich schreibe ich sowieso ständig an irgendetwas Neuem. Klar, manchmal geht es mir besser und manchmal eben auch schlechter von der Hand. Eine Komposition startet bei mir zumeist mit einem Gedanken, einem Bild oder einem Ereignis. Je stärker der persönliche Bezug dazu ist, desto besser sprießen die Ideen. Kreativität lässt sich nur schwer beeinflussen. Ich denke, man muss karge Tage einfach akzeptieren und fruchtbare Zeiten in gute Kompositionen verwandeln. Das Ziel sollte dabei grundsätzlich immer sein, einen Schritt vorwärts zu machen. Ob das gelungen ist, lässt sich im Nachhinein natürlich nur schwer objektiv beurteilen. Obwohl wir uns technisch und musikalisch immer weiterentwickeln, versuche ich bei den Kompositionen in erster Linie auf mein Herz und meine Gefühle zu hören. Musik bedeutet Emotionen. Das ist es was bei Hörer ankommen sollte, und das zu vermitteln muss das Ziel sein“, legt der Gitarrist abschließend sein persönliches künstlerisches Motto dar.

© Markus Eck, 09.01.2012

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