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Interview: MYTHOS NORD
Titel: Treue den Ahnen

Im Jahre 1999 haben sie sich mit ihrer bis heute bestehenden Grundbesetzung zusammen gefunden – Pitti als Sänger, Olli an der Gitarre, Uli am Schlagwerk und Ronny am Bass.

Da keiner von ihnen jemals eine Musikschule von innen gesehen hat, setzte sich ein jeder erst einmal mit der Bedienung des jeweiligen Instrumentes auseinander und nach relativ kurzer Zeit konnten diese musikbegeisterten Heidenburschen dann auch schon den einen oder anderen Titel zum Besten geben.

Trotzdem wurde anschließend erst Mal ein paar Jahre geübt. 2003 kam Stromorgelspieler Monne dazu – Mythos Nord waren geboren. Leider hat Bandkollege Monne der Gruppe vor kurzem den Rücken gekehrt. Im Sommer 2005 ging es trotz allen Hindernissen für die Jungs ab ins Tonstudio und die kapitale CD „Die Rückkehr der Krieger“ wurde in den Kasten gebracht: Ein oberkerniger Melodic Power Viking Metal-Diskus der beseelten Sonderklasse.

Derzeit arbeiten Mythos Nord mit allem Hochdruck an ihrer nächsten CD, welche im März 2008 aufgenommen werden soll.

Als seinen größten Antriebsfaktor bezeichnet Grollbarde Pitti eingangs die Treue zu den alten Ahnen. Der Sänger erklärt dazu:

„Heutzutage werden leider immer neue so genannte `Werte und Ideale` mit aller medialen Perfidie gestreut, mit denen die Verdummung der menschlichen Masse jedoch immer größere Ausmaße annimmt. Daher wollen wir mit unserer Musik den Hörern die nordische Mythologie und die alten Werte näher bringen. Unsere Ziele sind, dass unsere Musik die Hörer begeistert und wir in Zukunft mehr Konzerte geben können.“

Es hat sich doch eine ganze Menge getan in den letzten Jahren in der deutschen Heidenmetall-Szene.

Und leider geschah dies überwiegend zum Negativen hin.

Wie also steht Pitti persönlich zur viel zu sehr unterwanderten „Szene“ und ihren leider immer umfangreicher werdenden Verwässerungen?

„Mit dem Negativen sprichst du bestimmt die Medien an, die ja gerne mal ein Pagan-Festival auseinander nehmen, weil dort ein paar Leute mit Runen oder Shirts von politisch unkorrekten Gruppen herumlaufen. Die sind uns egal. Persönlich stehen wir jedoch am besten zur Szene mit unserer Musik und unseren Idealen, die wir so vertreten wie es unser Herz uns sagt. Aber ob Pagan- und Viking Metal tatsächlich als Modetrend bezeichnet werden können kann ist fraglich. Ein Hörer, der diese Musik nur aus stilistischem Modebewusstsein heraus hört oder weil sie gerade `in` ist, wird ohnehin nicht lange in dem Genuss bleiben, sondern sich schnell zu anderen `modernen` Sachen abwenden. Und dann sind wir ihn sowieso ganz schnell wieder los. So lange die richtigen Leute zu ihren Werten stehen und sich selbst treu bleiben, so lange wird auch der Pagan Metal in seiner ideellen Art und Weise weiter bestehen.“

Inspirative Einflüsse existieren erwartungsgemäß nicht wenige in Mythos Nord, wie Pitti im Folgenden offenbart: „Wenn es um spezielle textliche Sachen für die Lieder geht, lesen wir uns vorher natürlich entsprechend ein, dafür gibt es ja Bücher, das Weltnetz und vereinzelt kommt sogar im TV auch mal eine ordentliche Dokumentation. Bei Titeln, die sich um Blut, Schwert und Schlacht drehen braucht man jedoch nur mal seinen Frust rauslassen und zu Papier zu bringen. Wenn wir mal paar Gruppen zusammenfassen, die wir hören und die uns in gewissen Sachen auch inspirieren, so kann man Namen nennen wie beispielsweise Manowar, Turisas , Equilibrium, Odroerir, Gernotshagen und auch Amon Amarth – aber es gibt noch einige mehr auch aus dem Black-, Death- und Heavy Metal-Bereich, die wir sehr gerne mögen.“

Apropos TV-Programme, das bringt gleich die nächste Fragestellung hervor.

Pitti kommentiert hierzu nur kurz und knapp:

„Die Auflistung von Programmen, die von mir mit Absicht nicht angeschaut werden, würden deine Netzseite sprengen. Angeschaut werden aber zum Beispiel zur Belustigung „Die Simpsons“, denn genau dort sieht man die `wahren` amerikanischen Bürger am besten.“

Da hake ich doch gleich noch bezüglich dem lachhaften Kindergarten-Forum namens „MySpace“ nach.

Pitti, diese Meinung vollauf teilend: „Da wurden wir auch eingetragen, damit haben wir aber nichts zu schaffen.“

Die Liedertexte auf dem aktuellen Album „Die Rückkehr der Krieger“ handeln laut Aussage des Sängers eine komplette Geschichte ab, über einen Mann und Krieger, welcher in der damaligen uralten Zeit unserer Ahnen gelebt haben könnte.

„Und anhand dieser Geschichte haben wir versucht Sagen und Mythen der Götter mit einzubeziehen. Mit der Thematik haben wir uns ausgiebig beschäftigt, aber in den Liedern muss man ja nicht nur mit Fakten um sich werfen.“

Wir wenden uns nachfolgend dem Christentum sowie dem Thema Umweltzerstörung zu. Pitti legt dazu dar: „Ich denke die Reinhaltung der Natur ist derzeit nicht glaubensabhängig. Ob das Christentum nun ein Glaube oder ein Unglaube ist kann sich jeder selbst beantworten. Die direkte Umweltverschmutzung jedoch ist letztlich eine Geldfrage. Und so lange sich die Bosse der globalen Großindustrie eine lange goldene Nase damit verdienen können wird sich bei den Großverschmutzern auch nichts ändern. Aber der kleine Mann kann ja trotzdem was dafür tun“, so der Frontmann.

Um jeden Preis hoch hinaus will der Vokalist gar nicht:

Erfolg wäre für ihn, wenn Mythos Nord etwas bekannter würden und dadurch mehr Hörer ansprechen könnten, welche die Liedertexte verstehen beziehungsweise verstehen wollen.

„Und wir ihnen damit die richtigen Werte vermitteln und auch paar schöne Konzerte bieten können.“

Beim musikalischen Proben wird laut Pitti schon mal ein schönes Rostocker Pils getrunken.

„Oder ein Störtebeker und dann gibt es zwischendurch auch mal ein Lütten, dazu gibt es dann regelmäßig schöne Musik bei uns zu hören – bis zum Rausch kommen wir aber nicht, denn wir schlafen vorher immer ein“, gibt er noch lachend von sich.

Wir tauschen auch noch die Ansichten zur massenmedial so unsagbar viel gepriesenen EU-Vereinigung aus. Der Sänger gibt in diesem Zusammenhang zu Protokoll:

„Diese schreitet in den letzten Jahren leider immer weiter voran, so dass ja auch schon Länder mit aufgenommen werden sollen, die in keiner Weise zu Europa gehören. Außerdem wird der kleine Mann sowieso mal wieder nicht gefragt. Und da der Großteil unseres Volkes zu faul und zu feige ist, um den Mund aufzumachen, wird sich daran auch nichts mehr ändern können.“

Pitti ist, ganz in seiner Eigenschaft als leidenschaftlicher Musikus, trotzdem voller Hoffnung für die Zukunft: „Wir sind nicht nur ein paar Leute die zusammen Musik machen, sondern wir sind jetzt über acht Jahre zusammen, unterstützen uns gegenseitig und bauen uns immer wieder auf falls einer von uns mal ein seelisches Tief hat. Außerdem hat der Großteil von uns bereits schon Kinder und die geben uns jeden Tag aufs Neue Kraft und Hoffnung für die Zukunft. Wir bedanken uns bei dir, Markus, für das Interview und hoffen, dass du uns mal an der guten alten Ostseeküste besuchen kommst. Noch ein paar Worte an die Leser: Im Sommer 2008 kommt die neue Mythos Nord-CD raus, denkt dran, und dann heißt es hören, hören, hören! Hoch das Horn und Treue den Ahnen!“

© Markus Eck, 01.08.2007

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