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Interview: SALTATIO MORTIS
Titel: Intensive Direktive

Mittlerweile liegt eine ebenso geradlinige wie jederzeit glaubwürdige Entwicklung hinter dem aufgeweckten Oktett, welches sich mit seinen treuen Fans über das 15-jährige Jubiläum freuen darf.

Als passende Beigabe erscheint das neueste Werk mit dem pfiffig ersonnenen Titel „Zirkus Zeitgeist“. Hätte man die immer befremdlicher werdenden Weltgeschicke wohl zentrischer und tiefer treffen können als mit dieser überaus einprägsamen Alliteration? Die eindeutige Antwort darauf geben Liedertexte mit Tiefgang, die im Genre in dieser Form ihresgleichen suchen.

Als sie im Sommer 2013 den Vorgänger „Das schwarze IXI“ auf den Markt brachten, dokumentierten Saltatio Mortis damit gleichfalls untrügliche als auch entschlossene Mittelalter Rock-Stilfindung, und dies in gleichsam kompositorischer wie textlicher Hinsicht.

Auf dem zehnten Album führen die acht Unbeirrbaren jetzt fort, was ihnen auf der Seele brennt und am Herzen liegt.


Ich treffe Frontmann Alea mitsamt Schlagzeuger und Songtexter Lasterbalk der Lästerliche an einem sonnig-heißen 16. Juli nachmittags in München, um mit beiden bei bester Laune über die neue Veröffentlichung zu sprechen. 


Optisch optimal repräsentiert

An diesem Donnerstag anfänglich auf das multipel interessant und bedeutungsschwanger gestaltete Album-Frontcover angesprochen, erhellt sich das Antlitz Lasterbalks: „Ich halte das Motiv definitiv für unser bislang bestes Cover. Der Ideenfluss dazu erstreckte sich über einen längeren Zeitraum. Es ist also insgesamt gut überlegt. Wir durften dazu mit einem großartigen Künstler zusammenarbeiten: Dirk Rudolph. Wir trafen uns zunächst in Berlin mit ihm, um über die neue Platte zu reden. Sein allererster Entwurf ging allerdings in eine ganz andere Richtung. Während ein Teil meiner Kollegen es großartig fand, wehrte ich mich jedoch vehement dagegen. Es folgten zwei längere Telefonkonferenzen, die zunächst keine Einigung erbrachten. Ich geriet zu dem Zeitpunkt zu der Ansicht, das diese Zusammenarbeit sich dem Ende näherte. Doch schließlich stellte Dirk mir als Texter der Band im Zuge einer fokussierteren gesamtthematischen Annäherung genau die richtigen Fragen, was letztlich zu einem überraschend perfekten Ergebnis führte! Ich weiß noch genau, wie das Bild mich wörtlich vom Schreibtisch geblasen hat“, freut sich der Schlagwerker.


Alea pflichtet ihm geduldig mit zustimmend lächelnder Miene merklich vorbehaltlos bei. Er soll später noch zu Wort kommen. Ebenso überzeugt zeigt sich Gevatter Lasterbalk im Weiteren vom Lichtbildner der neuen Bandportraits, wie er nahtlos anschließt. „Robert Eikelpoth hat uns da ganz, ganz großes Kino geliefert, ein wirklich toller Fotograf. Zusammen mit den zuständigen Make-Up-Artists waren wir ein absolutes Super-Team.“


Vernünftige Einstellung

Als Kooperative des weltweit ansässigen Industriegiganten Universal mit dem österreichischen Stammlabel Napalm Records werden „Zirkus Zeitgeist“ weit mehr Türen aufstehen als dies bislang der Fall war.

Lasterbalk kommentiert die neuen Möglichkeiten seiner Gruppe:

„Obwohl das Ganze zweifelsohne einen sehr erfreulichen Umstand darstellt, ist es für mich persönlich jedoch völlig sekundär. Natürlich ist eine Plattenfirma für einen Künstler sehr wichtig. Und ich bin auch ein großer Verfechter des Jobs und der Jobfunktion einer Plattenfirma, weil ich der Meinung bin, dort gibt es Experten auf den jeweiligen Gebieten. Dem Künstler tut es gut, mit solchen Leuten zusammenzuarbeiten, beispielsweise hätten wir ohne die aktuelle Firmenkonstellation niemals zu einem Mann wie Dirk Rudolph gefunden. Und das hat bei uns in rein grafischer Hinsicht wie erwähnt das reinste Feuerwerk ausgelöst.“


Aber, so lässt er dahingehend ergänzend wissen, wird man als in der Öffentlichkeit stehende Gruppe sehr oft in den unendlichen Weiten des Internets mit den abstrusesten Gerüchten konfrontiert.

„Und um denen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die nun plötzlich meinen, Saltatio Mortis wären auf einmal fremdbestimmt oder vereinnahmt: Ich bin jetzt seit 15 Jahren aktiv als Musiker tätig, und mir hat noch nie ein Label oder sonst eine Firma reingeredet, außer ich habe speziell gefragt. Und das ist mir sehr wichtig. So wie ich den Produzenten frage, was er von unserer Musik hält, fragen wir natürlich auch neue Partner natürlich nach ihrer Meinung. So auch jetzt bei Universal. Ich bin bislang, sowohl von Napalm als auch von sämtlichen anderen Verantwortlichen so respektvoll im Umgang mit meiner Musik behandelt worden, dass ich einfach nur sagen kann: Jeder, der im Internet heraus posaunt, die Plattenfirma würde die Band verbiegen, einfach keine Ahnung hat. Wer von denen hat wohl ein Label schon mal direkt von innen gesehen? Wahrscheinlich keiner. Um den Hut zu dem Thema zuzumachen: Für mich ist dieser ganze Kontext eigentlich tatsächlich völlig irrelevant. ,Zirkus Zeitgeist‘ wurde schließlich geschrieben, als uns noch gar nicht bekannt war, wo beziehungsweise in welcher Firmenkombination das Ganze veröffentlicht werden wird. Von mir aus hätte die neue Scheibe auch bei ,Wurstbrot Records‘ erscheinen können. Denn letztendlich geht es uns um die Lieder, die wir erschaffen haben. Und die kamen tief aus unserer Seele, aus unseren Herzen. Aus dem also, was uns bewegt, sodass wir dafür unser 15-jähriges Jubiläum nicht auf der Bühne feiern. Das Songwriting war uns ganz klar wichtiger. Wir entschieden uns aktiv dazu, auch gegen den Rat von Externen, lieber diese Platte zu schreiben, weil für uns an der Zeit war. Der Zeitgeist forderte diese Scheibe dringend, daher der Titel.“ 


Warten? Unmöglich!
Als das angeregte Gespräch zu lyrischen Belangen von schwenkt, zeigt sich der Trommler nachdenklich. Er beginnt zunächst mit einem kleinen Resümee.

„Im Zuge von ,Das schwarze IXI‘ stellte ich praktisch, wie üblich für mich, mein komplettes Privatleben sehr radikal um. Tatsächlich hat sich, mit dem Erfolg der Platte auf der einen Seite, für mich sehr viel verändert. Was dies nun genau ist, möchte ich für mich behalten. Ich hatte jedenfalls erneut an und in mir bemerkt: Wenn die Realität in das Denken massiv eingreift, beziehungsweise wenn man auf fundamentale Weise etwas in seinem Leben verändert, dann setzt dies ganz schön viel an Energie frei. Bei mir führte dieses Album und die Gegebenheiten, die es mit sich brachte, zu einer Kernschmelze. Anders kann ich es nicht sagen.“


Und dies führte rasch zu den ersten neuen Songtexten für „Zirkus Zeitgeist“.

„Wir waren im Oktober noch auf Tour, als ich bereits die ersten Lyrikfragmente verfasste. Und das war neu für mich. Denn normalerweise möchte ich gerne eine Tour spielen und abschließen, um mich dann erst Neuem zu widmen. Diesmal war es aber anders. Ich offenbarte dann unserem Perkussionisten und Keyboarder Jean Méchant einige meiner allerersten Textideen. Weil ich mir intern einfach gerne hin und wieder vorab Feedback einhole, insbesondere, wenn ich mir nicht so ganz sicher bin. Der ließ sich sofort inspirieren, was auch im Folgenden zu einer Art Keimzelle zwischen uns beiden führte. Glücklicherweise trug sich das so zu, als wir zwei uns ohnehin gerade in einer Art Phase der engeren Zusammenarbeit befanden. Einige Wochen später war dann völlig klar, dass das konkrete Songwriting für die neue Platte keinerlei Verzögerung erleiden darf. Wir holten den ganzen Rest der Band dazu, es konnte schnurstracks losgehen.“


Experimentierfreudig
Seit jeher sind ihnen plumpe Stereotypen, abgedroschene Klischees und musikalische Wiederholungstaten verpönt. Über die Jahre experimentierten Saltatio Mortis auf ihren regelmäßigen Veröffentlichungen mit einer ungewöhnlich breiten Palette an den verschiedensten Gestaltungsmöglichkeiten. Zum Einsatz kam dabei in freigeistiger Offenheit ungezwungen und nicht selten auch mutig, was den jeweiligen künstlerischen Pulsschlag der Beteiligten schneller werden ließ.

Und ob nun mit Strominstrumenten, rein akustisch inszenierten Folkloredarbietungen oder zwischendurch auch eher elektronisch Ausgerichtetem, die rundum bunte Truppe um Energiebündel und Sänger Alea der Bescheidene konnte sich stets vollauf behaupten.

So wandelten sich die anhaltend enthusiastischen Karlsruher Spielleute seit der zur Jahrtausendwende vollzogenen Bandgründung mehr und mehr von anfänglich klar zu kategorisierenden Protagonisten im Metier der Mittelalterklänge über die Jahre zu einer betont zeit- und sozialkritischen Formation. Und damit zu einer kreativen Vereinigung, die sich nicht scheut, thematisch auch ,Heiße Eisen‘ anzufassen.

Letzteres wurde vom geneigten Publikum nicht ausnahmslos willkommen geheißen beziehungsweise entsprechend sinngemäß verstanden. Dabei haben sich Saltatio Mortis im Grunde genommen bislang niemals von der eigentlichen Tradition der Zunft der historischen Spielleute abgewandt: Nämlich, aktuell vorherrschenden Missständen auf erheiternde, unterhaltsame oder auch nachdenklich machende Weise mit kecker und spitzzüngiger Lyrik schonungslos den klaren Spiegel vorzuhalten.

Bewegter Vorwärtskurs

Sänger Alea erinnert sich noch ganz genau an seine ganz persönliche, eigentliche Initialzündung zum neuen Album, wie er mit festem Stimmfall erzählt: „Der erste Song, den ich damals ganz frisch in der Rohversion aus dem neuen Material hörte, war ,Nachts weinen die Soldaten‘. Und der ist nun, was seine textliche und musikalische Essenz betrifft, fast genauso auf der Platte zu hören. Ich fand den Text vom Fleck weg gut, weil er ein wichtiges Thema aufgreift, was mir sehr wichtig ist. Allerdings fiel es mir zu Beginn noch sehr schwer, einen visuell entsprechenden Bezug dazu herstellen zu können. Einfacher gesagt, alles, was mir beim Lesen in den Kopf kam, gefiel mir nicht. So konnte ich nicht völlig frei damit drauflosgehen. Als ich dann das Lied selbst hörte, bekam ich ,meine‘ dabei entstandenen Bilder die darauf folgende ganze Nacht nicht mehr aus dem Kopf. Ich wusste ab diesem Punkt: Das ist genau der richtige Weg, den wir für das Album zu gehen hatten. Geradeaus, geradeheraus. Nichts kommt durch die Blume - sondern wir sagen genau das, was wir auch sagen wollen. Wir sehen dabei nicht weg wie die meisten Deutschen, was Probleme in unserem Land angeht.“


Der Textzeilen dazu kamen Lasterbalk in den Sinn, als er in Frankreich während eines Urlaubes die Reste von Bunkeranlagen des Ersten Weltkrieges zu Gesicht bekam, informiert Alea.

Und auf genanntes Lied folgten dann zügig auch schon die nächsten, so der Vokalist.

„Dann kam eine Songidee aus der anderen Ecke angeflogen, von unserem Sackpfeifer Luzi Das L, der damit ein schlimmes familiäres Erlebnis verarbeitet hat. Auch in dem Fall konnte die Grundidee sofort zünden, so wurden im Zuge der Finalisierung eigentlich lediglich nur noch Kleinigkeiten abgeändert.“


Direkt auf den Punkt

Und auch bei den anderen Nummern gab es sukzessive haufenweise großartige Aha- und Gänsehauterlebnisse, wie von dem Saltatio Mortis-Barden in Erfahrung zu bringen ist. „Alles in allem geriet der Arbeitsprozess wunderbar fließend, wir wurden regelrecht von begeisterter Aufbruchsstimmung angetrieben. So ließen wir diesmal auch Ideen in einem vollen Maße zu, zu denen wir uns zum Entstehungszeitpunkt des ,IXI‘ eventuell gesagt hätten: ,Das sollte aber nochmals überdacht werden‘, oder ,da oder dort sollte beziehungsweise müsste aber unbedingt noch ein Dudelsack etc. rein‘. Wenn uns ein Lied spontan gut vorkam, dann war es für uns auch gut. Punkt. So wenig konstruiert gingen wir also noch niemals bis jetzt vor.“


Letzteres, so der singende Bühnenwirbelwind, stellt für ihn sowieso eine Facette dar, die er in dem von seiner Band bespielten Genre sehr schwierig zu meistern findet: Sich von dem ständig präsenten Gedanken frei zu halten, ständig in zyklischer Manier nach Mittelalter zu klingen. „Wenn ein Dudelsack von Anfang an nicht im jeweiligen Stück integriert war, dann kam auch nachträglich keiner rein, denn er wuchs ja eben auch nicht mit.“ 


Schmerzliche Assoziationen

Wie Lasterbalk seinen Kollegen ergänzt, verhielt es sich auf der textlichen Seite ganz genauso.

„Mit dem Lied ,Wachstum über alles“ vom ,IX‘ glückte mir beispielsweise ein textlicher Befreiungsschlag. Oder nehmen wir das Album ,Sturm aufs Paradies‘: Darauf stellen die Songs ,Hochzeitstanz‘ und ,Fiat Lux‘ ein schönes Beispiel dazu dar. ,Fiat Lux‘ ist Kritik an Kernenergie in mittelalterlicher Metaphorik, und ich bin auch im Nachhinein sehr froh, dass ich diesen Text geschrieben habe. Bei dem, was nun aktuell aus mir hinaus drängte, wollte ich mich als Texter nicht mehr hinter mittelalterlicher Metaphorik verstecken. Und ich wollte auch unseren Sänger, der voll und ganz in der Mitte des Lebens angekommen ist, sozusagen nicht dazu zwingen, ,holde Maid‘ zu singen. Und wenn, dann mit einem Augenzwinkern. Es ist nicht so, dass ich diese Art von Texten mittlerweile nicht mehr mag oder dass ich nicht mehr Entsprechendes texten kann. Ich wollte es diesmal nur eben nicht. Ich wollte ganz einfach klar sagen was ich sagen möchte. Ich will eine Bildsprache, die weh tut. Und wenn darin Begriffe wie ,Kernkraftwerk‘, ,Kühlschrank‘ und ,Auto‘ vorkommt, dann ist das eben so, dann werde ich die drei Worte verwenden. Selbst dann, wenn die selbsternannten Mittelaltermusik-Päpste der Republik da draußen empört dabei aufschreien und aufgebracht von ,Verrat‘ faseln.“


Alea bringt sich nahtlos ein, impulsiv entfährt es dem Kehlenartisten: „Als starker Selbstläufer entwickelte sich vor allem auch ,Geradeaus‘! Da war jedem von uns schlagartig nach dem Lesen des Textes klar, dass wir das unbedingt machen wollen, egal wie. Es gab musikalisch zwei verschiedene Anläufe dazu, von denen wir uns für einen entschieden.“


Wie Drummer Lasterbalk zu dem Stück ergänzt, erlebte er dessen Werdegang als Texter in spannender Weise.

„Manchmal verfasst man Zeilen, zu denen man kein Feedback erhält. Dabei meine ich nicht die eher schlechten Texte, sondern, dass bei den anderen einfach kein Zugang dazu entsteht, so, wie Alea zuvor schon mal bemerkte. Es entstehen dann halt einfach keine Visionen im Kopf der beteiligten Komponisten. Im Falle von ,Geradeaus‘ war das Gegenteil vorhanden. Ich sendete den Text intern in der Band herum, und es gab schnell schon fast Prügeleien darum, wer den Inhalt vertonen darf“, so kommt es aus ihm mit einem freudigen Lachen.

„Ich habe uns allen damit aus Seele geschrieben, wie mir ständig von meinen Mitmusikern bestätigt wurde.“ 


Empfänglich für Veränderung

Und im Nu ergreift Alea bei der guten Gelegenheit schon wieder mit ungebremstem Mitteilungsdrang das Interview-Mikrofon:

„Wann hat man schon mal die Gelegenheit zu sagen: ,Doch ob wir jedem Depp gefallen das interessiert uns einfach nicht … glaubt doch was ihr glauben wollt, pflegt euren heiligen Schein … suhlt euch in Selbstgerechtigkeit und werft den ersten Stein …‘“, platzt es herzlich lachend aus ihm heraus.


„Wir gehen unseren Weg - und der entsteht erst dadurch, dass wir ihn überhaupt gehen, genau darum geht es in dem Song“, wirft Lasterbalk noch ein, „darum weiß ich im Moment auch noch gar nicht, wo wir musikalisch mit der nächsten Platte ansetzen werden. Ich weiß nur, dass wir unseren Weg gehen.“


Für die gesamte Band fühlt sich „Zirkus Zeitgeist“ absolut großartig an, überdacht der Schlagzeuger die Empfindungen der Urheber zum neuen Dreher. „Für mich steht fest: Wir waren niemals zuvor so intensiv, so intuitiv und mit so viel Herzblut an einem Tonträger gearbeitet. Wir brennen tatsächlich für das Ding!“

Eine Frage der Persönlichkeit
Alea wiederum: „Ich möchte diesbezüglich noch gerne einen Artikel zitieren, in dem uns kürzlich vorgeworfen wurde, uns selbst verraten zu haben mit dem, was wir jetzt auf ,Zirkus Zeitgeist‘ tun. Daher stelle ich einfach mal die konkrete Frage an jeden da draußen, der selbst das Lebensalter von 30 hinter sich hat: Habt ihr euch in eurem Leben noch niemals verändert? Ich selbst bin 37, da weiß ich doch heute sehr viel genauer, welche Persönlichkeit ich in mir habe, als ich dies mit 20 wusste. Und damit weiß ich ja auch ungleich besser darüber Bescheid, welcher Mensch ich bin, wer ich auf dieser Welt sein möchte oder werden will. Und genau verhält es sich mit ,Zirkus Zeitgeist‘: Dieses Album zeigt unsere kollektive Persönlichkeit viel genauer definiert.“



Lasterbalk sieht den vielfältigen Reaktionen auf die neue Saltatio Mortis-Veröffentlichung mit Spannung entgegen, wie er offenbart.

„Als Kommentar auf die ersten Song-Snippets, die im Internet kursieren, liest man recht häufig Worte wie ,Ich möchte gerne dass ihr wieder eine Platte wie ,Aus der Asche‘ macht‘. Nun, ,Aus der Asche‘ ist eine gute Liederkollektion, die ich auch sehr gerne mag, aber diese Platte gibt es eben schon. Und ich möchte nicht zu meiner eigenen Coverband werden, indem ich nur noch meine eigenen CDs nachspiele. Wem die neuen Stücke nicht gefallen, der möge in Frieden gehen. Man muss uns deswegen nicht beleidigen - wir beleidigen ja auch niemanden. Dafür gibt es vielleicht so einige andere da draußen, die das, was wir jetzt mit ,Zirkus Zeitgeist‘ bieten, gerade in ihrem Leben im Moment gut finden. Und, um nochmals auf das Thema Veränderung zu sprechen zu kommen: Auch die Hörerschaft verändert sich ja. Wenn unsere neuen Kompositionen bei Einzelnen jetzt also nicht gleich sofortig zünden, dann gefallen sie diesen Leuten vielleicht in ein bis zwei Jahren, wer weiß?“

© Markus Eck, 28.07.2015

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