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Interview: SANCTUARY
Titel: Schicksalhaft

„Zurück in die Zukunft“: Selten passte der Titelsinn des weltberühmten Hollywoodklassikers besser zu einer Metal-Band als zu diesen aktuell reformierten Spitzenkönnern aus Seattle, Washington.

Die Erstauflage eines großartigen, Anfang 1995 erschienenen Debütalbums war mit einem Marketing-Sticker versehen, auf dem doppeldeutig „Sanctuary is Nevermore“ geschrieben stand. Nun kann der Slogan umgedreht werden. Dass aus Nevermore tatsächlich irgendwann wieder Sanctuary wird, das konnte damals wirklich niemand ahnen.

Doch mit dem neuen Comeback-Album „The Year The Sun Died“ wird das vermeintlich Unglaubliche wahr. Und so erfährt die Sanctuary-Historie nach den beiden ewigen Kultscheiben „Refuge Denied“ und „Into The Mirror Black“ aus den 80ern eine Weiterführung.

Relevante Dialoge
Top-Sänger Warrel Dane, welcher über eine der markantesten Stimmen im weiten Metal-Metier verfügt, konnte für diese Rückkehr sogar vier der originalen Mitglieder um sich scharen.

Mitsamt neuem Gitarristen Brad Hull, welcher den früheren Axeman Sean Blosi ersetzt, sind sie nun zusammen bereit, dem gesamten Genre ein gewichtiges Stück mehr an umfassendem Tiefgang zu verleihen.

„Ich hatte mich bereits 2010 mit Warrel, Jim Sheppard und Dave Budbill zusammengetan, um erste Reunion-Gigs aufzuziehen“, berichtet Gitarrist Lenny Rutledge.

„Und von da an ging es irgendwann dann mehr und mehr in die heutige Richtung mit Sanctuary. 2011 stieß dann noch Brad zu uns. Bereits schon in meinen allerersten, konkreteren Gesprächen mit Warrel merkten wir beide, wie sich das Zwischenmenschliche langsam aber sicher wieder erwärmen konnte. Das führte dazu, dass wir überhaupt darüber redeten, Sanctuary zu reformieren.“


Wiedererlangte Leidenschaft

Wie Lenny weiter erzählt, hatte er den Großteil der neuen Songs auf „The Year The Sun Died“ beim Neustart schon fertig geschrieben in der Tasche.

„Immer, wenn ich mich inspiriert fühlte, arbeitete ich an neuen Stücken. Ich hatte in dem Zeitraum keine Band, zu der das Zeug so richtig passte. Als ich Warrel dann bei einem speziellen Treffen einige meiner Lieder vorstellte, war er nachhaltig begeistert davon. Die Dinge nahmen ihren Lauf. Wir wuchsen mehr und mehr zusammen, wobei es allen sehr gut tat, dass sich eine solche Harmonie entwickelte. Davon profitieren die neuen Kompositionen ganz enorm. Vor allem Warrel fühlt sich jetzt nach dem ganzen Hickhack bezüglich Nevermore endlich mal wieder so richtig wohl dabei. Er hat mir gesagt, dass meine Nummern ihm die Liebe zur Musik an sich wieder so richtig ins Gemüt gezaubert haben. Und das wirkte sich auch gehörig auf seine Songtexte aus, die es diesmal so richtig in sich haben.“ 


Zielsichere Einigkeit
Nach all den Jahren sollte klar sein, dass diese neuen Sanctuary-Tracks nicht wie eine simple Wiederholung der früheren Werke klingen. Lenny konstatiert mit fester Stimme:

„Wenn überhaupt, dann wird man - lediglich dezente - Ähnlichkeiten zum zweiten Album vorfinden können, welches ja vor einem Vierteljahrhundert erschienen ist. Wir sind allesamt älter geworden, erwachsener, denkerischer. In so einer langen Zeit entwickelt man sich vielfach weiter, natürlich auch musikalisch. Es ist auch nicht mehr Warrels Direktive, so hohe Sirenenschreie wie damals in die Songs zu bringen. Als wir Anfang Februar des Jahres zu Chris ,Zeuss‘ Harris ins Studio gingen, zeichnete sich relativ schnell ab, wie unser neues Material insgesamt klingen sollte. Auch in sonstigen Belangen waren wir uns glücklicherweise völlig einig. So konnten die Stücke dermaßen homogen werden, wie sie es nun sind.“

© Markus Eck, 16.09.2014

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