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Interview: SEPTIC FLESH
Titel: Von geheimnisvollen Ritualen

Seit ihren allerersten Tagen als Musikgruppe haben diese zu Großem entschlossenen Athener Dunkeldiener auf sämtliche genretypische Vorgaben giftig gepfiffen. Seit respektablen zwei Dekaden am okkultklanglichen Individualwerk, entwickelten die Beteiligten ihre variantenreiche Dark Metal-Melange immer raffinierter.

Vom anfänglichen Occult Death Metal bis hin zur aktuellen bombastisch orchestrierten Monumentalkunst voller Opulenzen war es ein langer, beschwerlicher und künstlerisch immens weiter Weg für Septic Flesh.

Eine Vielzahl an wirklich ungewöhnlichen Ideen, nicht selten in mutigen avantgardistischen Gefilden angesiedelt, sind nun auch auf dem neuen und achten unheilvollen Albumspektakel „The Great Mass“ vorzufinden.

Gitarrist Christos Antoniou, passionierter Okkultmetaller mit Leib und Seele, war von Anfang an dabei, wenn es darum ging, den wirschen Kompositionen dieser schöpferisch so mächtigen Hellenenhorde pulsierendes diabolisches Leben einzuhauchen.

„Wir wollten schon immer mit jedem Album etwas Neues erschaffen, und das gleichzeitig auf vielen Ebenen. Unseren musikalischen Werdegang würde ich in zwei Entwicklungsphasen einteilen. Und zwar bis hin zum 2008er Album ‚Communion’ und danach. Seit dieser schicksalhaften Veröffentlichung arbeiten wir mit orchestralen Elementen, welche unseren Liedern sehr viele einzigartige Klangfarben ermöglichen. Ich glaube, ‚The Great Mass’ ist unser bislang reifstes Album überhaupt“, und dies auch auf orchestraler Ebene, verkündet der griechische Stahlsaitenspieler voller Überzeugung in der Stimme.

Wie der Kerl im Weiteren ausführt, wurden die vorangegangenen Aufnahmen zum aktuellen Epos erneut vom gleichen Orchester ergänzt, welches bereits beim Vorgängerdreher „Communion“ dabei war.

„Und das Prager Philharmonische Orchester leistete uns abermalig einen riesigen Dienst. Die Zusammenarbeit klappte erneut reibungslos, das sind echte Profis, die zudem gigantische Freude am Spielen ihrer Instrumente haben.“

Wir gehen zum Songwriting-Prozess über, welchen die Band für die neue Veröffentlichung zu absolvieren hatte. Christos: „Wir hatten ja nach dem Release von ‚Communion’ umfangreiche Tour-Aktivitäten zu erfüllen, somit musste mein Gitarrenkollege Sotiris Vayenas noch während besagter Konzertreisen damit beginnen, neue Stücke zu komponieren. Das zog sich damals noch recht fragmentarisch hin. Doch beinahe unmittelbar nach Beendigung des Tourens machten wir uns endlich wie gewünscht konzentriert ans Erarbeiten neuer Septic Flesh-Lieder.“

Sie hatten viele frische Ideen dafür zusammengetragen, die nun verbunden und nachfolgend ausgefeilt werden wollten.

„Hierzu ist nennenswert, dass ich für das 2008er Album sämtliche Metal-Anteile komponierte und der Rest der Band die symphonischen Passagen übernahm. Für die neue Scheibe machten wir es dann ganz gezielt genau umgekehrt: Meine Mitmusiker erstellten sämtliche metallischen Klangbausteine, während ich mich komplett den Orchestrierungen und symphonischen Arrangements hingab. Und das ist schließlich die Ursache für die breiten orchestralen Konturierungen in unseren neuen Kompositionen.“

Er selbst hat von den Songtexten der aktuellen Düsterplatte keinen einzigen verfasst, wie Christos dazu noch verrät. Jedoch ist er glücklicherweise aber ganz gut informiert darüber.

„Obwohl jeder Track seine ganze eigene individuelle Story beinhaltet, sind sie doch allesamt auf die eine oder andere subtile Weise mit der lyrischen Grundausrichtung verknüpft. Wer die Texte aufmerksam durchliest, wird dahinter kommen, wie wir das meinen. Daher haben wir das Album auch ‚The Great Mass’ getauft: Es ist wie eine große unheilige Messe, durch welche sich viele geheimnisvolle Rituale ziehen.“

© Markus Eck, 25.04.2011

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