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Interview: SETHERIAL
Titel: Grimmige Retrospektive

Im Satansjahr 1994 in Schweden zur tiefnächtlichen Heimsuchung ergebener Dunkelseelen erweckt, entwickelte sich diese abartig gute Teufelstruppe zu einer der weltbesten Black Metal-Schwadronen überhaupt.

Daran bestand schon nach dem berühmten, im Gründungsjahr erstellten Demo „A Hail To The Faceless Angels“ und der nachfolgenden 1995er 7“-EP „För Dem Mitt Blod“ nicht der allergeringste Zweifel.

Auch die nachfolgenden Setherial-Alben „Nord“ (1996), „Lords Of The Nightrealm“ (1997) sowie das 1999er Besessenheits-Manifest „Hell Eternal“ sind von zeitloser und edler Qualität: Sie zählen zu den wertvollsten Perlen jeder gut sortierten Schwarzstahlkollektion. Mit ihrer aktuellen Veröffentlichung „From The Ancient Ruins“ geben diese schwedischen Könner nun ihren Label-Ausstand.

Ich begebe mich suchend in die mentalen Untiefen von Sechs- und Viersaiter Per Hellqvist, der die Hölle unter dem Pseudonym Kraath befeuert.

„Die Anfragen nach einer Wiederveröffentlichung unseres Demo-Tapes im CD-Format ließen all die Jahre nicht im Geringsten nach, sodass wir uns schlussendlich dazu durchgerungen haben, dem Drängen vieler Anhänger nachzugeben. Das Demo war damals schon sehr erfolgreich aufgenommen worden. So haben wir `A Hail To The Faceless Angels` auf `From The Ancient Ruins` gepackt und bei der Gelegenheit gleich noch einiges altes Material dazu. Dann hatten wir auch noch diese drei aus den damaligen `Hell Eternal`-Aufnahmen stammenden Tracks übrig, welche wir als gut genug erachteten, mit dabei zu sein. Wir wollen unseren Fans mit `From The Ancient Ruins` die Gelegenheit geben, auch unsere alten Sachen kennen zu lernen“, gibt Kraath mir anfänglich zu Protokoll.

Das Frontcover-Artwork der aktuellen Veröffentlichung wurde laut seiner Aussage von Mattias Mankrah angefertigt. Mich interessiert auch der Namensgeber des aktuellen Plattentitels, Kraath erinnert sich dazu eher nur vage.

„Genau weiß ich das jetzt nicht mehr. `From The Ancient Ruins` war einer der vorgeschlagenen Titel, als wir einen möglichen Namen für diese Zusammenstellung diskutierten. Meiner Meinung nach ist es ein guter Titel, weil es einerseits einen enthaltenen Song zitiert, andererseits den Fakt darlegt, dass das servierte Material schon einige Jahre auf dem Buckel hat.“ Korrekt.

Wie ich Kraath weiterhin entlocken kann, zeichnet für die meiste Musik auf „From The Ancient Ruins“ Gitarrist Lord Alastor Mysteriis verantwortlich, lyrisch hingegen er selbst, speziell auf den älteren Tracks. Der Meister spricht:

„Neben dem Demo und den verbliebenen drei Studiosongs ist auch ein Lied namens `My Veins Are Open` enthalten.”

Wie der Axeman nachfolgend resümiert, entwickelten sich Setherial über die drei anfänglich aufgelisteten Alben zu professionellen Musikern.

„Wenn man unseren künstlerischen Weg zurück zu den Anfängen des Demos verfolgt, wird offensichtlich, dass sich musikalisch schon einiges bei uns getan hat. Auf `Nord` hatten wir beispielsweise große Arrangements und teilweise symphonische Strukturen in den Songs involviert. Auf `Lords Of The Nightrealm` gingen wir dann schon direkter und erheblich rauer an die Sache heran, was dann schließlich seine logische Konsequenz auf `Hell Eternal` fand.“

Abschließend blickt Kraath in die Zukunft. „Unser kommendes Album `Endtime Divine` wird eine Mischung aus den genannten Stilmitteln sein. Ein Vorwärtsschritt, welcher sich simultan rückwärts bewegen wird, sozusagen.” Ich weiß jetzt schon, dass ich auch hin- und hergerissen davon sein werde.

© Markus Eck, 20.04.2003

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