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Interview: SUMMONING
Titel: Wandelbare Konstante

Nach längerer Abwesenheit kehren Protector und Silenius nun endlich wieder von ihrem letzten kompositorischen Ausflug zurück, welcher die beiden erneut tief in die imaginären Reiche von Mittelerde geführt hat.

Davon mitgebracht haben die beiden österreichischen Tolkien-Verehrer das neue Album „Oath Bound“. Altbewährte orchestrale Summoning-Trademarks wurden hierfür ebenso wieder herangezogen als auch die berühmten großepischen Atmosphären, wie sie wohl nur Protector und Silenius auf diese ausladende Art und Weise zu erschaffen imstande sind.

Dennoch zeigt das 1993 gegründete Mystiker-Duo mit „Oath Bound“ zum wiederholten Male auf, dass kein Werk unter diesem Bandnamen dem anderen zu gleichen scheint. So wurden in Sachen kommerzielle Belange einige Gänge zurückgeschaltet, man präsentiert sich kompositorisch so eigenwillig wie schon lange nicht mehr.

Laut Bekenntnis von Sänger, Gitarrist und Keyboarder Protector hat die gemeinsame Sache mit seinem Künstlerpartner nicht das Geringste an Reiz verloren:

„Alles mutet für uns noch genauso frisch an wie damals, als wir mit Summoning anfingen. Der Grund, warum die Sache für uns nach all den Jahren nicht zur Routine verkommen ist, ist der, dass wir ja beide nach wie vor die Zeiten zwischen den Aufnahmen mit den Arbeiten an unseren anderen Projekten unterbrechen, und so immer die nötige Abwechslung haben, um dann wieder wie neu geboren an neuen Summoning-Songs zu arbeiten. Außerdem haben wir ja nie Live-Konzerte gegeben, weshalb wir nie in Situationen waren, in denen wir uns wirklich auf die Nerven hätten gehen können und uns womöglich sogar zerstreiten hätten können.“

Vokalist, Tieftöner und Tastenspieler Silenius ergänzt hierzu:

„Summoning ist für mich gleichbedeutend wie alle anderen Bands in denen ich mitwirke beziehungsweise mitgewirkt habe. Daher bin ich sehr stolz auf unsere neue Veröffentlichung – auch wenn es leider sehr lange damit gedauert hat, da wir in den letzten Jahren so viele private Rückschläge hatten, welche wir erst managen mussten und dadurch sehr viel Zeit verloren. Besagte Rückschläge schränkten uns stark darin ein, uns voll und ganz auf das Wesentliche, nämlich die Musik, zu konzentrieren.“

Das Tolkien-Konzept war, ist und wird immer ein fixer Bestandteil von Summoning bleiben, darauf schwört der Bassist.

„Wir haben uns dieser Thematik vollkommen verschworen, und nichts auf der Welt wird uns davon abbringen – auch wenn es für die einschlägige Presse vielleicht langweilig erscheinen mag, uns immer wieder die gleichen Fragen dazu stellen zu müssen. Tolkien ist zwar eine sehr wichtige Thematik für uns, aber im Vergleich zu den Texten war für uns immer schon die Musik vorrangig. Alleine schon deswegen weil die Texte nicht unsere Kreation sind, und jeder dem es in erster Linie um die Texte geht, sollte sich lieber gleich die Bücher von Tolkien zu Gemüte führen als unsere kleinen Fragmente davon zu lesen. Wie bei jeder anderen Stilistik ist für mich immer die Musik das entscheidende Element. Erst wenn ich einen Song für gut erachte, beginne ich mich mit den Texten zu beschäftigen, aber niemals umgekehrt.“

Laut Silenius wollen Summoning den Hörern die Welt Tolkiens primär durch die Musik vermitteln.

„Doch wie Protector schon vorher erwähnte, ist das nur eine Anleitung dazu, entweder die Bücher zu lesen oder sich geistig beim Hören unserer Musik in die Welt von Mittelerde hinein zu versetzen. Ich habe übrigens nie behauptet, dass ich ein fanatischer Tolkien-Forscher bin und jede freie Minute damit verbringe, Namen und Gedichte von ihm auswendig zu lernen. Aber so wie es auch in einer Ehe sein sollte, bleibe ich meiner Liebe eben treu – völlig ungeachtet dessen, wie blödsinnig das jetzt für deine Metal-Leserschaft auch klingen mag“, stößt er lachend hervor.

Wie Protector dann anschließend bekundet, ist es den beiden ausdauernden Mittelerdemusikanten ehrlich gesagt ziemlich egal, wer nun alles Gefallen an ihren imposanten Tragikklängen findet.

„Ich überlege mir beim Musikmachen nie, wer meine Kreationen mögen könnte und wer nicht. Würden wir beim Komponieren an so etwas denken, wäre Summoning in dieser Form wohl niemals entstanden. Denn zu Zeiten unseres damaligen zweiten Albums „Minas Morgul“ hätte niemand ahnen können, dass wir mit einer solchen Dominanz an Keyboards und einem Drumcomputer doch so einen großen Erfolg haben könnten. Der bisherige große Zuspruch vom Hörerpublikum begründete sich immer dadurch, dass wir einfach genau die Art von Musik gemacht haben, wie sie uns am besten und am natürlichsten erschienen ist. Das hat sich bis heute nicht geändert. Wir sehen uns schließlich als Komponisten und nicht als `Servicepersonal` für irgendwelche Szenen“, gibt mir der Geheimnisvolle mit dem Anflug eines Lächelns preis.

Das Songwriting für „Oath Bound“ gestaltete sich daher laut seiner Aussage wie stets zuvor. „Da hat sich eigentlich gar nichts verändert. Wir gehen noch immer gleich vor: Wie immer kommt Silenius mit neuen Ideen zu einem neuen Song zu mir ins Studio und spielt die Basisversionen der Songs ein. Danach beginne ich damit, entsprechende Zusatzmelodien zu komponieren, sodass die Lieder zu richtigen Orchesterstücken heranwachsen. Dann kommen die Drums und wir widmen uns der nächsten Nummer. Wie immer ist es so, dass Silenius eher der `Bauch-Typ` ist, der sich auch nicht um die Tonleitern, die er verwendet, große Gedanken macht, während ich die `Hirnfunktion` übernehme – welche ja notwendig ist um zu einer Melodie eine unabhängige aber gleichzeitig passende Zusatzmelodie zu erzeugen. Wenn alle Songs fertig sind, beginne ich, passende Gitarrenriffs dazu zu finden. Wenn alles fertig ist, macht sich Silenius daran, die passenden Tolkien-Texte herauszusuchen und wir passen diese dann den Songrhythmen an, bis wir schließlich die Stücke abschließend einsingen und damit fertig stellen.“

Die ersten Reaktionen auf „Oath Bound“ waren bis zum Interviewzeitpunkt „ziemlich gut“, wie Protector erfreut zu Protokoll gibt.

Speziell die Fans der älteren Summoning-Alben scheinen die neue CD regelrecht zu lieben, informiert er mit Stolz in der Stimme:

„Es war mir zum Zeitpunkt der Albumproduktion nicht klar, aber wie ich im Nachhinein verstanden habe, ist die Tatsache, dass die Gitarren bei uns jetzt einen anderen Stil haben, für die genannte Begeisterung unserer alten Anhänger verantwortlich. Unser Saitenspiel bewegt sich nämlich auf dem neuen Werk weg vom bisher üblichen, klassischen und gedämpft rhythmischen Heavy Metal-Stil hin zu mehr fließenden Akkord-Zerlegungs-Gitarren. Das hat wohl eine recht große positive Wirkung auf diejenigen Fans, welche diese Art der Gitarrenarbeit offensichtlich seit unserem Album „Stronghold“ sehr vermisst haben. Lediglich die Fans von „Stronghold“ wiederum sind eher weniger begeistert vom neuen Langspieler. „Stronghold“ war aber seit dem Debütalbum „Lugburz“ schließlich unsere `am meisten angepasste` CD, welche für unseren Geschmack jedoch noch am wenigsten mit dem typischen Summoning-Stil zu tun hat. Die neue Scheibe hingegen geht sehr deutlich in die typische Summoning-Richtung, und entfernt sich sogar noch mehr von „Stronghold“, wegen der erwähnten Gitarren, als dies unser Werk „Let Mortal Heroes Sing Your Fame“ tat. Ich persönlich bin wie immer nach jeder neuen Veröffentlichung sehr zufrieden mit dem Erreichten. Beim Abmischen der Stücke war ich etwas unsicher, ob die doch nun wesentlich lauteren Gitarren nicht vielleicht zu sehr von den Keyboards ablenken würden. Aber jetzt, wo ich die Songs mit Abstand anhören kann und nicht mehr nur so wie ein Tontechniker, muss ich sagen, dass die Entscheidung sehr gut war. Denn sie hat Summoning einen neuen Impuls gegeben. Auch aufgrund der Neuerung, dass auf den aktuellen Songs die einzelnen Instrumente viel öfter mal solo vorkommen, und dies erstmals seit „Minas Morgul“, beginnen manche Stücke von „Oath Bound“ stellenweise auch nur mit Gitarren. Auch die Drums haben somit öfter mal Solo-Funktion. Solcherlei Dinge erachte ich als sehr positive, wenngleich eher unauffällige Neuerungen bei Summoning.“

Ich konfrontierte meinen Gesprächspartner daraufhin damit, dass mir das neue Album nicht so gut gefällt, wie es bei den vorhergehenden Werken, insbesondere „Stronghold“ der Fall war. „Oath Bound“ klingt meines Erachtens nach auch nach mehrmaligem Anhören eher wie ein schaler, lauer Aufguss der einstigen Tugenden und Stärken.

Alle Trademarks sind wie erwähnt vorhanden, jedoch ohne signifikante Eigenständigkeit und die einst so ergreifenden, packenden hymnisch-melodischen Elemente. Löbliche Ausnahmen machen da der zweite Song „Across The Streaming Tide“ und der abschließende Track „Land Of The Dead“, letzterer mit grandiosem epischen Ausklang. Von der Sorte hätte ich mir mehr gewünscht.

Protector entgegnet hierzu, sich in aller Besonnenheit formulierend:

„Tja, ich habe auf die neue CD schon so extrem entgegen gesetzte Meinungen gehört, dass mich echt nichts mehr überrascht. Von sehr euphorisch, wie auf Metal.de, bis hin zu deiner Kritik, die glaube ich bis jetzt die schlechteste ist, die ich bis jetzt gehört habe, ist alles schon vorgekommen. Ich persönlich finde nicht, dass sich an unseren Melodien sehr viel geändert hat. Und hätte ich den Gitarrenstil gleich belassen und die Gitarren im Hintergrund gelassen, so wie dies auf „Let Mortal Heroes Sing Your Fame“ der Fall war, hätten die meisten Leute bestimmt nicht so einen großen Unterschied in der Melodieführung gesehen. Aber wie gesagt, die Änderung der Gitarre hatte bislang eine größere Auswirkung auf das Empfinden der neuen CD als ich dachte. Für mich ist in jedem Song natürlich ein deutlicher Ohrwurm enthalten – sonst würde ein Summoning-Song niemals auf ein Album von uns kommen, das ist gewiss. Aber ob das jemand anderer auch als Ohrwurm empfindet, kann ich ja natürlich nicht bestimmen. Ich kann nur für mich sprechen und bin der Meinung, dass ein Song erst dann auf einem Album sein darf, wenn er mich zumindest für eine gewisse Zeit völlig gefesselt hat – und ich mich Tage danach im Alltag ständig dabei erwische, dass ich die eigenen Melodien im Kopf singe. Wenn ein Song es nicht schafft, das bei mir zu erreichen, wie kann ich ihn dann einem Käufer der CD zumuten?“, stellt er eine Gegenfrage.

In diesem Moment meldet sich Silenius wieder zu Wort:

„Es tut mir leid, dass dir das neue Album nicht gefällt. Ich kann dazu nur sagen, dass es fast Tradition bei jeder Neuveröffentlichung von uns ist, dass ein Teil der Hörer immer maßlos enttäuscht ist, wie die Kritiken aus der Vergangenheit belegen. Bei unseren Debütalbum waren die Die Hard-Fans, die uns damals schon kannten, maßlos enttäuscht darüber, dass das Album nicht mehr so chaotisch klang wie die Demos. Bei „Minas Morgul“ waren die neuen Fans, denen „Lugburz“ gefiel, maßlos enttäuscht, dass wir kein echtes Schlagzeug mehr hatten und den Schwerpunkt auf Keyboards legten. Bei „Dol Guldur“ war dann ein Teil immens enttäuscht darüber, dass es nur ein schwacher Abklatsch von „Minas Morgul“ war.“

Bei „Nightshade Forests“ prophezeite man Summoning gar einen baldigen Untergang. Silenius fährt fort: „Da wir durch die leisen Gitarren ihrer Meinung nach überhaupt keinen Metal mehr machten. Bei „Stronghold“ war ein Teil der Fans völlig außer Rand und Band, dass wir nun endgültig unseren Spirit verloren haben würden. Bei „Let Mortal Heroes Sing Your Fame“ waren viele Fans wiederum verbittert darüber, dass die Melodien nicht mehr so kompakt waren wie auf „Stronghold“ – und „Lost Tales“ war für die meisten überhaupt der letzte Dreck. Resultierend aus diesem Ganzen stehe ich deiner Kritik relativ gelassen gegenüber. Es scheint eine Art Tradition bei unseren Hörern zu sein, Altes grundsätzlich mehr zu schätzen als Neues. Das war weder positiv noch negativ gemeint, sondern einfach nur eine Beobachtung. Eine neue CD von uns ist immer solange schlecht bis sie genügend Staub angesetzt hat beziehungsweise bis sie von einer Neuveröffentlichung abgelöst wird, erst dann scheint sie gereift zu sein – vergleichbar mit einem guten Wein. Ich bin mir daher ziemlich sicher, dass man bei unserer nächsten Veröffentlichung sehnsüchtig nach „Oath Bound“ schielen wird und enttäuscht sagen wird: `Jaja, damals, bei „Oath Bound“, das waren noch Zeiten, da hatten sie noch Soul…`“ Das wird sich zeigen.

Wir philosophieren im Weiteren aus aktuellem Anlass darüber, was wohl in allerletzter Konsequenz einen urtypischen Summoning-Song auszeichnet?

„Da ist zu allererst eine hymnenhafte Melodie zu nennen, das ist erstmal die Basis. Im Weiteren ist es sehr wichtig, dass das Stück auch in der passenden Atmosphäre eingebettet ist. Diese erreichen wir durch mächtige Trommeln. Diese sind ein manchmal unterschätztes Element von Summoning. Aber gerade die Art, wie wir die Drum-Takte einsetzen – welche ja absichtlich niemals eine Imitation eines echten Schlagzeugs darstellen und welche abseits jeglicher Metal-Schemas eingesetzt werden – erzeugen diese epische und monumentale Stimmung, die uns eben ziemlich `unrockig` werden lässt. Das die Keyboards natürlich auch absolutes Stilelement von Summoning sind, sollte jedem klar sein“, eröffnet Protector.

Und der österreichische Intuitionskünstler benötigt laut eigener Aussage eigentlich kaum Einflüsse für seine Musik.

„Die besten Ideen kommen mir stets beim Herumspielen und Herumimprovisieren auf den Keyboards. Meistens lasse ich dann eine Melodie-Idee im Loop [mittels Sound-Software zu programmierende Wiederholungsschleife; A.d.A.] laufen und spiele so lange an den Tasten herum bis plötzlich eine neue Melodie `erscheint`.“ […]

Aufgenommen und gemastert wurde „Oath Bound“ wie immer in seinem eigenen Studio, welches eher ein zwei mal drei Meter messender Raum mit zwei Synthesizern und einem Mikro ist, berichtet mir Protector. „Das Mixen hat mir wie immer sehr gut gefallen. Denn für mich persönlich ist das Mischen des Sounds ein Teil der gesamten CD-Produktion und gehört für mich einfach dazu. Diesmal war das Mixen jedoch etwas komplexer, da ich Dank eines neueren Computers wesentlich mehr Spuren verarbeiten konnte und so noch viel mehr die Feinheiten herausarbeiten konnte. Für analytisch hörende Menschen ist das am besten bei den Drums zu bemerken, denn diesmal musste ich nicht die Tom-Toms als eine Einheit mixen, sondern konnte hohe und tiefe Trommeln separat mixen und daher eine größere Variation an Drum-Sounds erzielen.“

Das neue Album-Frontcover zu „Oath Bound“ ist – entgegen der aktuellen Musik – mal wieder allererste Sahne.

Wie Protector wissen lässt, hat sich Silenius hierfür wie immer bisher aus diversen Büchern das beste und am meisten passende Gemälde herausgesucht.

„Ich habe seine Funde dann anschließend als Cover und Booklet-Layout zusammengestellt. Der Name des ursprünglichen Malers des neuen Cover-Bildes ist Albert Bierstadt. Er war ein englischer Maler in der Zeit der Romantik. Wie immer wollten wir ein historisches Landschaftsgemälde für unser Cover haben, da wir auf irgendwelche Airbrush-Bilder absolut keine Lust haben und sterile grafische Oberflächen einfach nicht zu unserem Musikstil passen würden.“

Die neuen „Bandphotos“ sind wohl ausschließlich für absolute Liebhaber; dasjenige mit dem Baum finde ich echt daneben. Protector und Silenius hingegen sind sehr zufrieden mit der „Baum-Idee“:

„Ich war schon ziemlich überrascht, als nicht nur positive sondern auch recht negative Beurteilungen diesbezüglich herüber kamen. Klar, dass diese Idee für viele als höchst eigenartig oder auch lächerlich empfunden werden kann, aber das haben auch schon damals viele empfunden, als Silenius zu „Minas Morgul“-Zeiten nur den Schatten seines Armes als Bandfoto genommen hat. Das war damals genauso unüblich wie jetzt diese Baum-Collage. Auf jeden Fall haben wir mit diesem Konzept die Tradition von Summoning weitergeführt, anonym zu bleiben und auch eine Idee mit den Bandfotos mitzuliefern; ob einem das jetzt gefällt oder nicht. Wie haben ohnehin niemals etwas nicht gemacht, nur weil es ein Trend ist. Wenn man etwas gerne machen würde, aber es nicht macht, weil es im Trend ist, lässt man sich vom Mainstream indirekt genauso beeinflussen, als wenn man genau das macht, was gerade voll im Trend ist. Wir hingegen wollten immer einfach nur das machen was uns als richtig erschien – was wir durch das schlichte Ignorieren von Trends auch erreicht haben. Abgesehen davon verstehe ich überhaupt nicht, wie viele Bands und auch Magazine, die sich selbst als `Underground` erachten, offensichtlich keinen Widerspruch zwischen Underground und Trends sehen – für mich ist so etwas absolut unvereinbar. Wie auch immer, wir singen deshalb nicht in Deutsch, weil wir uns erstens dabei nicht wohl fühlen würden – die Rhythmik ist einfach eine andere und irgendwie kommt Englisch einfach flüssiger herüber. Zweitens kommen 80 % unserer Fans nicht aus deutschsprachigen Ländern. Ich habe zwar in diesem Interview zuvor schon gesagt, dass wir immer nur das machen was wir wollen und nicht was die Fans wollen – aber hinsichtlich der Lyriken empfände ich es als höchst absurd, einen Songtext zu schreiben, den nur 10 % der Hörer verstehen.“

Ich frage noch nach, ob sich die beiden vorstellen könnten, auch mal einen Film-Soundtrack zu machen. Laut Protector aber eher nicht:

„Wir sind glaube ich besser, wenn wir total unabhängig Musik machen und nicht versuchen müssen uns an irgendetwas anzupassen. Für einen Soundtrack müssten wir viel kontrollierter arbeiten und zuerst eine Stimmung im Kopf haben, die wir dann erst musikalisch umsetzen müssten anstatt der umgekehrten Prozedur.“ Nachvollziehbar.

Ich konfrontiere Protector im Weiteren noch damit, dass die offizielle Homepage Summoning.info leider nicht gut funktioniert. Er weiß es bereits:

„Der Grund ist einfach das wir viel zu viel Stress haben. Während ich jetzt mit Hochdruck an der Fertigstellung der neuen DVKE-CD [Die verbannten Kinder Evas, A.d.A.] arbeite, muss ich gleichzeitig noch sehr dringende Interviews beantworten und simultan wird auch noch weiteres Fotomaterial von uns verlangt. Alleine der Gedanke an die Reparatur unserer Homepage scheint momentan schon unmöglich. Aber generell ist für mich das Internet sehr wichtig. Endlich können Leute aus aller Welt sich überall informieren und diverse Musik hören, die sie früher nur über komplizierte Beziehungen bekommen konnten.“

Abschließend muss sich Protector noch Zukunftspläne von Summoning aus dem Kreuz leiern.

„Für die nahe Zukunft ist geplant, dass wir ein Minialbum veröffentlichen, auf welches wir den Song draufpacken, welcher bei „Oath Bound“ platztechnisch nicht draufgepasst hat. Dazu wollen wir noch weitere ein bis zwei neue Stücke veröffentlichen sowie ein paar ungewöhnliche Versionen von alten Summoning-Songs. Danke für das Interview und ein fettes `Up The Hammers!` an all unsere Fans!“

© Markus Eck, 13.03.2006

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