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Interview: TERÄSBETONI
Titel: Kraftvoll und rau

Einen höchst delikaten Leckerbissen für eingefleischte Heavy Metal-Jünger stellt das Debütalbum dieser finnischen Newcomer-Gesandtschaft dar.

„Metallitotuus“, komplett in der reizvollen Landessprache der vier Urheber dargeboten und in der unverwüstlichen Tradition von Manowar inszeniert, bietet eine zeitlose Vielzahl an lieb gewonnenen Markenzeichen klassischen und heldenhaft melodischen Schwermetalls.

Gitarrist und Sänger Arto Järvinen fühlt sich laut eigenem Bekunden rundum prächtig. Er absolvierte mit seiner verschworenen Horde bereits eine ganze Menge Konzerte und freut sich riesig auf die vielen anstehenden Gigs, wie er berichtet.

„Wir wussten von Anfang an, dass wir etwas Großartiges zum Dasein erweckt hatten, als wir Teräsbetoni vom Stapel ließen. Die selbst von uns unerwartete Größe unseres mehr und mehr ansteigenden Erfolges war es dann, die uns massiv in unserem Tun bestärkte. Wir konnten uns zu keiner Zeit auch nur ansatzweise vorstellen, dass unser aktuelles Debütalbum sowie die daraus ausgekoppelte Single `Taivas Lyö Tulta` Gold einspielen und wochenlange Platzierungen in den finnischen Charts einfahren würden.“

Arto sieht in seiner Band keine metallische Mission oder Ähnliches, wie er im Weiteren klarstellt.

„Während andere finnische Bands ihre finale musikalische Bestimmung anscheinend darin sehen, den Metal in alle möglichen Richtungen und Subkategorien weiterzuentwickeln, gehen wir lediglich zurück zu den einstigen Wurzeln des klassischen Heavy Metal. Das ist es eigentlich, was unsere Songs für viele Leute heutzutage beinahe exotisch erscheinen lässt: Denn sie ist bewusst simpel, kraftvoll und rau gehalten. Bei uns findet man keine gigantischen Instrumental-Parts und wir stellen auch nicht tonnenweise artistische Spiel-Kunststückchen zur Schau.“

Für den sich mit aller erdenklichen Hingabe bei der Sache befindlichen Gitarristen ist das Quartett, in dem er spielt, seiner Aussage nach auch ein adäquater Weg, der urwüchsigen Kraft und heroischen Glorie des unverfälschten Metal seinen tiefen Respekt zu zollen.

Er wuchs mit dieser Musik auf und Teräsbetoni ist seine erste Band. Und ohne den Heavy Metal wäre Arto wohl nicht der geworden, der er heute ist, da ist sich der finnische Flitzefinger ganz sicher:

„Einflüsse von Manowar sind daher bei uns schon deutlich herauszuhören beziehungsweise auch zu sehen. Doch weil alle Mitglieder von Teräsbetoni unterschiedliche metallische Stilistiken anhören, verarbeiten wir schon noch einiges mehr an Inspirationen in der Band. Unser zweiter Gitarrist Viljo Rantanen beispielsweise steht total auf Power Metal, während unser Lead-Sänger und Bassist Jarkko Ahola Musik der Bands von Glenn Hughes und David Coverdale bevorzugt.“

Er persönlich fährt derzeit definitiv voll auf die martialischen Klänge von Rammstein ab, das gibt Arto unumwunden zu.

„Ihre Musik ist ebenso brutal wie ihre Sprache. Ich liebe vor allem die krassen Phrasierungen ihres ausdrucksstarken Sängers. Aber auch einige ältere Bands wie Accept, Gamma Ray oder Type O Negative laufen oft in meinem Player.“

Auf den zukünftig geenterten Bühnenbrettern zelebrieren Teräsbetoni ihre Kunst ebenfalls in aller Ursprünglichkeit, wie abschließend von dem Saitendiener in Erfahrung zu bringen ist.

„Bei uns gibt es ganz bestimmt keine aufwändigen Pyro-Techniken oder riesige fliegende Plastikdrachen zu sehen. Wir vertrauen einzig auf die Kraft unserer Musik und unsere persönlichen Darbietungen. Wenn wir live spielen, leben und lieben wir unsere Songs. Hier in Finnland singen die treuen Teräsbetoni-Bruderschaften bei unseren Konzerten laut im Chor mit uns. Das ist das einzigartige Gefühl, nach dem wir streben und letztlich auch genau das, was unsere Gigs so erlebnisreich macht.“

© Markus Eck, 07.07.2005

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