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Interview: TRIPTYKON
Titel: Verschworen

Dass der kalte Anfang des Jahres 2010 um einiges düster ausfiel, war schon massiv auch ihr Verdienst. Denn die Band um den ehemaligen Celtic Frost-Bandleader Thomas Gabriel Fischer alias Warrior entließ mit dem Debütalbum „Eparistera Daimones“ mächtige Schwärze ins Leben.

Tonnenschwerer Dark Doom Metal wurde geboten, der einen beinahe in die Knie zwingt. Da von den damaligen Aufnahme-Sessions laut Aussage von Warrior im Studio eine ganze Menge Material übrig blieb, ballerten die Schweizer Triptykon kürzlich eine neue EP hinterher, „Shatter“ betitelt.

Enthalten sind darauf primär zwei neue Kompositionen namens „Shatter“ und „I Am The Twilight“ sowie eine reine Instrumentaldarbietung mit Titel „Crucifixus“ als auch zwei Live-Mitschnitte, welche beim 2010er Roadburn Festival aufgenommen wurden.

Der bekannte helvetische Düstermeister und Schwerenöter verkündet mit symbolschwangerem schweren Tonfall:

„Mir geht es derzeit eigentlich sehr gut, worüber ich gerade heute schon recht froh bin. Denn ich stecke mitten in den Vorbereitungen für einen Videoclip, welchen wir morgen filmen werden – und da möchte ich natürlich in bester seelischer und körperlicher Verfassung sein.“

Eine Woche vor dem Interviewzeitpunkt spielten Triptykon ihr erstes Konzert in der schweizerischen Heimat, wie von dem Sänger und Gitarristen in Erfahrung zu bringen war:

„Damit waren beziehungsweise sind wir noch immer sehr zufrieden. Und auch sonst läuft es für uns derzeit wirklich wahnsinnig gut. Uns tun sich als vergleichsweise neue Metal-Gruppe sogar noch viel mehr Möglichkeiten auf, als ich mir dies ehrlich gesagt von Anfang an überhaupt erwartet hätte.“

Weil er gerade dabei ist, holt er dazu gleich noch ein wenig weiter aus:

„Auch wenn dies nach einem Klischee klingt, aber seit dem Tag, an dem ich bei Celtic Frost ausgestiegen bin, ging es für mich kontinuierlich aufwärts. Und das hält glücklicherweise auch an. Die neue Band, die wir für Triptykon zusammengestellt haben, harmoniert noch immer prächtig. Wir sind richtige Freunde im wahrsten Sinne des Wortes. Das Feeling innerhalb der Band ist ganz einfach gesagt fantastisch derzeit. Und darauf ruhen wir uns überhaupt nicht aus. Im Gegenteil, wir sehen das Ganze als Aufgabe an, der man sich immer wieder neu widmen muss. Geschenkt bekommt man auf zwischenmenschlicher Ebene ja nichts. Wir sind uns allesamt bei Triptykon auch noch immer total bewusst, wie das letztlich mit mir und Celtic Frost nach so vielen gemeinsamen Jahren abgelaufen ist. Jeder in der Band hat meinen Ausstieg hautnah miterlebt. Und das soll beziehungsweise darf sich einfach nicht wiederholen mit Triptykon; es steckt unser ganzes Herzblut darin.“

Anhand der neuen Veröffentlichung liegt natürlich die Frage auf der Hand, warum der doomige Dunkelschmerztrupp eine EP auf den Markt gebracht hat, die gerade mal zwei neue Stücke offenbart. Warrior, voll dahinter, stellt sogleich entschieden klar:

„Hier sind keine Lückenfüller drauf. Die beiden neuen Stücke sind qualitativ hochwertige Überbleibsel der Studio-Sessions, die einfach zeitlich nicht mehr aufs Debütalbum passten. Und der Rest dieser neuen EP, die übrigens ganz bewusst in schlichter grafischer Aufmachung daherkommt, steht ebenfalls 100 % für Triptykon, uns waren das Instrumental als auch die Live-Mitschnitte wichtig. Immerhin beträgt die Spieldauer von `Shatter` beinahe eine halbe Stunde, sodass hierbei beileibe nicht von Überflüssigem gesprochen werden sollte.“

© Markus Eck, 02.01.2011

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