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Interview: USM
Titel: Qualitativer Ableger

Mit ihrem aktuellen Debütalbum „Silver Step Child“ ist dem klangvollen Trio um Balance Of Power-Urgestein und Goldkehle Tony Ritchie ein superbes Power Melodic Metal-Album gelungen. Dieses steht der gewohnten Qualität von Balance Of Power in keinster Weise nach. Initiator Ritchie, der auf dem damaligen Balance Of Power-Debüt noch als Sänger agierte, jedoch auf dem Follow-Up schon wieder von dem Amerikaner Lance King in dieser Position abgelöst wurde und der Band danach nur noch als Songwriter zur Verfügung stand, setzte United States Of Mind, kurz USM genannt, in Gang.

Ritchie, der bei USM als Basser und kraftvoller Shouter agiert, verpflichtete gleich noch Balance Of Power-Drummer Lionel Hicks, den Trommler mit den amüsanten Nachnahmen. Dritter im Bunde ist Gitarrist Pete Southern, welcher auch schon seit 1997 bei USM mitmischt. Diese drei Akteure haben nun ihren Impressionen freien Lauf gelassen und mit dem genannten Erstwerk einen qualitativen Output von elitärer Güteklasse eingespielt.

Man ist ob dem ohnehin schon überragenden musikalischen Niveau der Balance Of Power-Alben schon sehr erstaunt, wie Ritchie & Co. auch hier nun wieder meisterlich vom Leder ziehen. „Silver Step Child“ vereint gleichermaßen alle nennenswerten Stärken, welche bereits Balance Of Power zu Weltruhm verholfen haben.

Im nachfolgenden Interview könnt ihr die Last News um USM lesen, einer wirklich starken Band, die trotz ihres Sideproject-Charakters vollste Aufmerksamkeit für sich verdient. Stick-Master Hicks himself gibt sich die Ehre.

„USM wurden gegründet, um das kompositorische Talent von Tony nicht nur bei Balance Of Power zum tragen kommen zu lassen. Seine Ideen sind zu genial und zu vielfältig, um sie nur bei Balance Of Power zu verwenden. Also hoben wir USM aus der Taufe, wo Tony sich nun einmal mehr verwirklichen kann. Und die Bandgründung war eine sehr gute Sache; wir drei sind sehr stolz auf `Silver Step Child`.“

Was aber jetzt beileibe nicht heißen soll, daß Tony nun nicht mehr für Balance Of Power arbeiten wird, wie in Erfahrung zu bringen ist:

„Im Gegenteil, er ist total glücklich dabei. Nur kann er hier mit USM speziell seine ureigenen Gedanken völlig individuell kompositorisch und in erster Linie lyrisch ausleben, was nicht zuletzt der hauptsächliche Beweggrund für die Gründung von USM war.“

Kann Lionel mir den Bandnamen etwas genauer erläutern? „USM ist der perfekte Name für die Band, weil Tony, Pete und ich jetzt zusammen in einer Band spielen. Wir spielten nun schon in so vielen Bands, aber wir hatten immer bisher die selben Meinungen, wenn´s um Musik ging. Also war es uns ein Leichtes, die Songs für USM zu spielen und zu arrangieren.“

Verständlich. Was hat es denn außerdem mit dem Albumtitel auf sich? „Der ist eigentlich im hypothetischen als auch im ironischen Sinne zu deuten. Als wir damals mit Balance Of Power, Axxis und Pink Cream 69 in Deutschland auf Tour waren, entstand diese anfänglich erst als Song geplante Idee. Wir hatten zu dieser Zeit so wenig selbige für USM, so daß die Band gewissermaßen den zweiten Platz in unseren Aktivitäten einnahm, also nur `Silber` auf der zweiten Stufe des `Wertungspodestes` für sich beanspruchen konnte.“

Und was kann Mr. Hicks mir denn für Inspirationen bezüglich USM nennen? „Ich bin insbesondere schon seit vielen Jahren von den ersten vier Queensrÿche-Alben beeinflußt, aber USM ist definitiv ein Mix der Geschmäcker der drei hierbei beteiligten Hauptakteure. Wir haben alle drei definitiv unsere größten Einflüsse in den traditionellen Metal-Bands der 1980er. Aber auch die Alternative Rock-Acts der Neuzeit konnten uns in gewisser, wenn auch geringerer Weise beeinflussen, was man in unserer Musik nicht verleugnen kann. Aber hauptsächlich liegt uns daran, kraftvollen und traditionellen Metal mit starkem Chorus und im Ohr hängen bleibenden Hooklines zu spielen.“

Das kann bestätigt werden. Denn besonders der erste Song der Scheibe, „Beneath The Low“, weist einen klitzekleinen Alternative-Touch auf. Dazu wieder Trommelmeister Hicks:

„Wie ich dir schon sagte, leugnen wir das auch gar nicht. Im Gegenteil, ich beziehungsweise wir sind der Meinung, daß gerade dies ziemlich cool klingt. Aber wir haben diesen stilistischen Einfluß nur subtil in manche Tracks verwoben, so daß wir Old School Rock- und Metal-Fans auf gar keinen Fall damit schockieren werden. Die Gesamtmischung entscheidet doch am Ende, und die ist bei uns doch eindeutig traditionell ausgerichtet!“

© Markus Eck, 19.10.2000

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