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Interview: VISIGOTH
Titel: Geborene Epiker

Wenn Sänger Jake Rogers sich voller Aufopferung dem kernig-visionären Spiel der beiden Gitarristen Leeland Campana und Jamison Palmer hingibt, ist absolutes Aufhorchen angesagt.

Und dann sollte es ebenso kein Halten für Dauerjünger des unverfälschten Heavy Metal geben. Rundum echt ist bei diesen fünf erlesenen Spitzenkönnern aus Salt Lake City, Utah, sowieso alles. Visigoth legen mit „The Revenant King“ nicht nur eines der besten, sondern auch seelenvollsten Debütalben im gesamten Schwermetallbereich vor.

Das immens rhythmusstarke Quintett mit dem tief verwurzelten Faible für die 80er Jahre des letzten Jahrtausends huldigt dem heiligen Nietenkult mit allerfeinsten Melodien.

Kriegerische Attitüde

Wie Lead-Axeman Leeland wissen lässt, steht er mitsamt seiner Truppe voll und ganz auf richtig erdiges Heavy Metal-Feeling.

Eine Haltung, die sie auch im Bandnamen vollauf verwirklicht haben wollten.

„Die Westgoten werden als nomadische Krieger überliefert. Kämpfer, die sich einst gegen ihre Unterdrücker im alten Rom erhoben und sie eventuell sogar 410 n.Ch. einsackten, wie die dokumentierte Plünderung Roms überliefert. Dies ist ja nicht nur an sich schon ziemlich cool, wie wir der Meinung sind. Sondern das hat unserer Auffassung nach auch sehr viel mit dem speziellen Geist gemeinsam, den viele Fans am Heavy Metal schon immer sehr schätzten. Überraschenderweise hatte den Bandnamen vor uns noch niemand verwendet, wir griffen jedenfalls sofort zu und wurden zu Visigoth.“

Gesanglich ausgerichtet
Die einprägsamen Gesangs- und Gitarrenmelodien geraten den amerikanischen Machern neben den griffigen Chorvorträgen deswegen so flüssig, so der Saitenreiter, weil sie vor jedem neuen Songwriting die Vocals bereits im Kopf haben.

„So kommen nicht nur die Melodien beinahe wie von selbst. Auch die Stimmung eines Liedes entsteht dabei sozusagen auch wie von selbst. Das meiste der Gitarrenarbeit bei Visigoth ist relativ simpel angelegt und geht deswegen so schnurstracks vorwärts. Unsere Musik soll sich primär schnell ins Bewusstsein eingraben, um dann denselben Genuss beim Hören auszulösen, den wir beim Erstellen und Spielen unserer Stücke erleben. Mit dieser Formel erstellen wir sämtliche Lieder. Und das funktioniert immer wieder einfach prima, schließlich prägt der Gesang von Jake das Ganze nicht unwesentlich.“

Eigenständigkeit als Leitmotiv
Leeland bekennt ganz offen, sehr auf den klassischen Stoff von Judas Priest, Saxon und Manowar zu stehen.

„Die Songstrukturen ihrer Kultscheiben sind einfach und effektiv, das gefällt mir immer. Jedoch wollten und wollen wir ihnen mit Visigoth natürlich nicht einfach so nacheifern oder uns daran anlehnen, sondern was ganz Eigenes aufziehen. Unser Stil bezieht seine Inspirationen und Einflüsse aus einem großen Pool an klassischem Metal und Hard Rock. Wer gewissermaßen eine Starthilfe braucht, um zu unserer Art von Metal zu finden: Ich denke, wir klingen Twisted Tower Dire ziemlich ähnlich und weisen oftmals diverse Parallelen zu Grand Magus-Nummern auf.“

© Markus Eck, 02.01.2015

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