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Interview: XANDRIA
Titel: Alles Rock’n’Roll!

Mit dem neuen Album „Theater Of Dimensions“ gehen die episch orientierten Symphonic Metaller noch einen ganzen Schritt weiter.

Damit leisten die glanzvollen Nordrhein-Westfalen um Sängerin Dianne van Giersbergen einen ebenso relevanten wie individuell bereichernden Beitrag im weitläufigen Genre. Wie Bassist Steven Wussow in aller Ehrlichkeit offenbart, geht er ganz bewusst als offener Geist durchs Leben.

Rock oder Metal?

Beides! Ich habe diese Schubladisierung für mich schon vor langer, langer Zeit abgeschafft. Für mich ist das alles Rock’n’Roll. In meinem Plattenregal findet man die komplette Springsteen- und Frank Turner-Diskographie, genauso wie die von Boysetsfire, Pearl Jam, Shinedown, Dio, Helloween oder Killswitch Engage. Die Songs müssen gut sein, dass ist das was zählt. Das Genre is da eher zweitrangig.

CD oder Vinyl?


Definitiv CD. Klar ist Vinyl schön anzuschauen und sicher kann man der Klangästhetik auch etwas abgewinnen, aber CDs sind einfach praktischer für mich. Ich kann den ganzen Vinyl-Hype auch nicht wirklich nachvollziehen. Aber wenn der dazu führt das sich die Leute wieder intensiver mit Musik beschäftigen, soll es mir auf jeden Fall Recht sein.

Digital oder analog?


Ich persönlich mag analog lieber. Den warmen Klang. Wobei man fairerweise sagen muss, das man dank der extrem guten Studiotechnik die Unterschiede heute kaum mehr feststellen kann. Viele Kollegen arbeiten sowieso mit beiden Medien. In unserem Fall hat sich die digitale Aufnahmevariante bewährt. So lassen sich die epischen Monster am einfachsten festhalten.

Bass: Vier- oder Fünfsaiter?


Fünfsaiter. Ich schiebe das immer ganz gerne auf meine großen Hände. Aber in Wirklichkeit spiele ich Fünfsaiter um auch mal drei Saiten stimmen und benutzen zu können anstatt zwei. Diese zwei dünnen Dinger, die irgendwann da mal jemand mit drauf gepackt hat, braucht doch sowieso kein Mensch.

Fender oder Gibson?


Naja, ich gehöre ja seit ein paar Jahren zum ESP Stall, von daher ESP. Aber früher habe ich wirklich Fender Jazz- und Precision-Bässe gespielt. Im Studio verwende ich momentan einen extrem guten ESP Jazz-Bass. Steht den Fender-Modellen in absolut nichts nach und ist in manchen Punkten sogar noch etwas garstiger, metallischer & besser. Gutes Ding.

Hotel oder Zelt?


Als Musiker führt man ja zwangsweise so eine Art Nomadenleben. Wer schon einmal einen Nightliner von innen gesehen hat, wird das sicher bestätigen. Von daher mag ich richtige Betten die sich nicht bewegen und ein ordentliches Badezimmer. Zelte können mit gestohlen bleiben.

Stille oder Trubel?

Ich habe eigentlich lieber meine Ruhe, gehe nur extrem selten zum Feiern aus und bin auch kein Freund großer Menschenmassen. Bei unserem Job irgendwie eigenartig, oder? Zumal ich auch die Zeit vor und nach den Shows mit den Fans immer sehr genieße… Aber wenn ich zu Hause bin, na, dann ist’s auch gut. Dann will ich meine Ruhe.

Studio oder live ?

Live! Rock’n’Roll gehört auf die Straße, nicht in irgendwelche Studiobunker! Ich versuche immer so schnell wie nur irgend möglich wieder aus dem Studio draußen zu sein. Für „Theater Of Dimension“ habe ich zwei Tage für alle 13 Songs gebraucht. Aber auch nur weil Dianne immer so lecker gekocht hat und die Mittagspausen dadurch etwas länger ausfielen.

Kaffee oder Tee?


Eigentlich bin ich ein absoluter Kaffeejunkie, habe jetzt aber aus gesundheitlichen Gründen auf Tee umgestellt. Der kalte Entzug war einfacher als ich gedacht habe und tut irgendwie gut. Ich denke ich werde auch dabei bleiben … aber man frage mich nochmal in zwei Jahren!

Bier oder Wein?


Bier! Am liebsten Pils. Was die Leute auch immer an diesem sauren, Kopfschmerzen verursachenden Weingesöff finden, ich kann es nicht nachvollziehen.

Braten oder Gemüseauflauf?


Ach eigentlich beides. Zu Hause esse ich eigentlich nur ganz selten Fleisch. Wir ernähren uns zum Großteil vegetarisch. Wenn Fleisch, dann vom Bauern nebenan, bei dem ich weiß das es den Tieren gut geht und sie ordentlich gehalten und gefüttert werden. Auf dem Land ist sowas relativ einfach machbar. Ich weigere mich einfach eine wandelnde Mülltonne zu sein. Auf Tour sieht es da schon etwas anders aus. Im Prinzip muss man nehmen was angeboten wird. Es gibt einige Clubs wie z.B. das Z7 in Pratteln oder die Matrix in Bochum, die einen mit gutem Essen echt verwöhnen. Andere hingegen hauen einem dann, obwohl anders besprochen, einfach eine fettige Ekelpizza hin, die man dann essen kann oder eben auch nicht.

Katze oder Hund?


Katze! Ich habe mal in einer Studie darüber gelesen dass die meisten kreativen Menschen mit einer Katze zusammenwohnen. In der Tat haben die meisten meiner Musikerkollegen einen Stubentiger als Mitbewohner. Katzen sind ehrlich und machen auf was sie gerade Bock haben. Einen Hund kann man herum-diktieren und ihm irgendwelchen Quatsch beibringen. Warum? Keine Ahnung, wie oft mir mein Kater gerne den Mittelfinger zeigen würde, wenn er nur könnte. Also sind Katzen quasi irgendwie Rock’n’Roll und Hunde sind wohl die Helene Fischer der Tierwelt.

Dusche oder Badewanne?

Dusche. Zum Baden fehlt mir die Geduld und das Gefühl, wenn das Wasser so langsam kalt wird, ist einfach grauenhaft.

Morgenmensch oder Nachtschwärmer?


Morgenmensch. Ich stehe zu Hause im Normalfall zwischen fünf und sechs Uhr auf. Wenn wir unterwegs sind, selten später als nach acht. Da hat man den Tag noch vor sich. Auf Tour kann das schon lustige Züge annehmen, da wir auch extreme Langschläfer und Nachteulen mit an Bord haben, die man dann zum Soundcheck auch erstmal wecken und aus ihrer Koje schälen muss. Während ich morgens schon Kaffee für mich und den Busfahrer gekocht habe, weil wir die einzigen zwei wachen Menschen im Bus sind.

Film oder Buch?


Ich lese sehr viel, mag aber auch gute Filme. Was für mich gar nicht geht, ist Fernsehen. Ich habe zwar noch einen Fernseher, aber auch nur weil das alte Ding einfach nicht kaputtgehen will und ich mich weigere, etwas noch Funktionierendes einfach wegzuwerfen. Naja, wie auch, wird ja eigentlich nie benutzt. Wenn, dann mal, um eine DVD anzuschauen. Aber wenn der Fernseher dann mal das Zeitliche segnet, schmeiß’ ich ihn raus und stell' einen Blumentopf auf seinen Platz.

Mütze oder Hut?


Im Winter eine Wollmütze. Sonst nichts dergleichen. Noch habe ich ausreichend Haare, die eine Kopfbedeckung eigentlich komplett überflüssig machen.

Modisch oder Salopp?


Ich denke, irgendwo dazwischen. Wenn man unterwegs ist neigt man zu bequemer, praktischer Kleidung. Im Normalfall in schwarz, da man hier den Dreck nicht so leicht sieht. Ich habe die Sache mit den Farben sowieso vor längerem aufgegeben. Bei mir gibt’s schwarz, weiß und eventuell noch grau. Ich habe einfach keine Lust mir darüber Gedanken zu machen, ob Teil A nun zu Teil B passt. Schwarze Hose passt einfach i-m-m-e-r zu schwarzem Shirt. Aber bei mir im Kleiderschrank gibt es schon auch ein paar ordentliche Stücke, mit denen man vorzeigbar durch die Strassen laufen kann. Also ganz so schlimm ist es dann doch nicht.
 


© Markus Eck, 09.02.2017

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