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Interview: XIV DARK CENTURIES
Titel: Aus den Tiefen der Wälder

Mit dem aktuellen Minialbum „Jul“ veröffentlichen diese durch und durch heidnischen Thüringer Streiter nach ihrem gelungenen 2003er Debütalbum „…den Ahnen zum Grusse…“ ein weiteres Werk an betont stimmungsvollem Folklore Pagan Black Metal.

XIV Dark Centuries untermauern damit eindeutig ihre Vormachtsstellung in diesem raubeinigen Metier, denn die überragende Qualität des auf dieser Lichtscheibe gebotenen Liedguts sollte auch den allerletzten pingeligen Pedanten zufrieden stellen.

Anstatt sich in irgendeiner Art und Weise selbst zu limitieren, greift das ostdeutsche Sextett viel lieber nach unverbraucht wirkenden und taufrisch klingenden Song-Ideen.

Laut Aussage von Gitarrist Tobalt Rotbart ist die Thüringer Horde in der Zeit seit „…den Ahnen zum Grusse…“ sehr fleißig gewesen. „Wir haben jede Menge neues Liedgut verfasst und uns aufgrund der Vielzahl guter Stücke, für den Zwischenschritt Minialbum entschieden. Wir hoffen natürlich auf positive Aufnahme durch unsere Fans. Außerdem wollen wir die Leute aufs kommende Album anspitzen.“

Grundsätzlich ist „Jul“ der Übergang zur nächsten Scheibe von XIV Dark Centuries und soll musikalisch schon einmal zeigen, in welche Richtung es gehen wird:

„Randdaten sind fünf neue heidnische Stücke, die für uns eine Weiterentwicklung und Verfeinerung unserer musikalischen Kunst darstellen. Besonders ist sicher der vermehrte Einsatz von klarem Gesang zu bemerken, der auf dem vorangegangenen Debütalbum häufig gefordert und von uns für kommende Stücke schon angedacht war. Sowie die schnelleren, klareren Arrangements. Wir haben versucht weniger zu schnörkeln. Beachtenswert ist meiner Meinung nach die Vielfalt der Lieder auf einer doch so kurzen und kompakten Mini-CD.“

Wie der bärtige Axeman und Hauptkomponist weiter ausführt, waren die neuen Lieder schon eingeprobt und zum Teil ausgefeilt, während „…den Ahnen zum Grusse…“ sich einen Namen in der Pagan-Szene machte.

„Wir haben aufgrund der vielen Konzerte 2003/04 die Aufnahmen nach hinten gestellt und dann nur das Minialbum gemacht. Das komplette neue Album ist schon seit 2004 komplett fertig komponiert. Komponiert werden die Lieder von mir. Die anderen hören dann gegen, bringen Ideen und Änderungen an. Ich verarbeite das Ganze dann und wir proben uns durch die Feinheiten.“

Musikalische Einflüsse bringt sicher jeder für sich selbst durch sein Instrument und seinen Stil bei XIV Dark Centuries mit ein, so Tobalt. „Ebenso wird jeder Einzelne bei uns, durch die Musik, die er hört, selbst beeinflusst. Ansonsten sind die größten Einflüsse für unsere Musik Urda und Tuisto.“

Um dem lyrischen Thema des aktuellen Erzeugnisses entsprechend gerecht zu werden, fanden Einflüsse wie die Geschichte der Julzeit, also des Wintersonnenwendefestes zur Band. Tobalt präzisiert hierzu:

„Natürlich wurden wir erneut stark durch die nordische Mythologie beeinflusst und generell ihre Geschichte, sowie der Edda, da „Liodhahattr“, ein Stabreim aus der Völuspa, von uns nur vertont wurde. Generell drehen sich die neuen Texte auf dem Minialbum um die Julenzeit. Außer dem Song „Auf zur Schlacht“ behandeln die anderen Lieder der Scheibe den ewigen Kreis des Jahres und speziell das Ende, die Julenzeit.“

Wie der Saitenreißer im Folgenden ausführt, existieren bei dem heidnischen Thüringer Sextett noch viele kreative Reserven, die sie auf ihrer kommenden Platte ausschöpfen wollen. Im Großen und Ganzen aber ist „Jul“ für den Sechser zufrieden stellend:

„Wir wollten unsere Stärken mehr zur Geltung bringen, also den Einklang zwischen Härte und Melodie. Ansonsten war für uns wichtig, die Lieder geradliniger zu machen und die Arrangements wie gesagt schneller zu gestalten.“

Für die Band bedeutet der aktuelle Tonträger-Titel das Ende eines Prozesses, welcher seinen Abschluss und gleichzeitigen Höhepunkt in ihrer kommenden CD haben wird.

„Abschluss im Hinblick auf das Erarbeiten der neuen Lieder. Ansonsten ist „Jul“ natürlich eine Thematik, die jedem nordisch Interessierten große Feuer und viel Met ins Gedächtnis ruft. Wir denken dabei natürlich auch an unsere prächtigen Julfeste im Kreise der Freunde auf einem einsamen Berg in den Tiefen unserer Wälder.“

Das aktuelle Frontcover stammt von Tobalt, und er ist offen gesagt auch sehr zufrieden damit, wie er sagt.

„Diesmal hab ich mich um das Zeug gekümmert. Wir wollten absichtlich eine schlichte Gestaltung, weil einfach die Thematik stärker wirkt, als jeder Versuch ihr durch überladene Gestaltung gerecht zu werden. Das Bild stammt, wie auch schon bei „…den Ahnen zum Grusse…“ aus einem alten Geschichtsbuch und stellt eine Wintersonnenwendfeier, also eine Julfeier dar, bei der sehr aufs Detail geachtet wurde. Das geschulte Auge entdeckt sogar Freyers Eber, der zum Opfer geführt werden wird. Wie schon erklärt stellt dieses Cover genau den Themenkreis des Minialbums dar.“

Am 08.07.2005 spielten XIV Dark Centuries in Essen in der Zeche Karl.

„Wo uns die Leute eine gute Arbeit bestätigten, da sie unser CD- und T-Shirt-Kontingent gehörig dezimiert haben. Am 16.07. spielen wir dann noch auf dem Dong Open Air, am 21.08. auf der thüringischen Runneburg und im September mal wieder in den Niederlanden. Noch einiges ist in Planung. Am besten immer mal unsere Netzseite stürmen. Ganz besonders freuen wir uns aufs Dong Open Air mit Finntroll, wobei wir uns aber grundsätzlich auf alle Konzerte freuen, da wir halt einfach saumäßig viel Spaß am Live-Spielen haben.“

XIV Dark Centuries wird oft nachgesagt, dass sie ihre Musik sehr natürlich und authentisch von der Bühne bringen. Trotz ihrer aufwändigen Gewandungen scheinen die Leute doch die eifernden Musiker dahinter zu entdecken. Tobalt schließt ab:

„Wie immer haben wir einiges an Equipment zur Dekoration mit auf der Bühne wie beispielsweise unsere Schilde, teilweise vielleicht auch Waffen oder Ähnliches und natürlich unsere Gewandungen, die wir immer tragen. Wir wollen aber nichts überladen. Es soll halt ein bisschen Atmosphäre auf der Bühne geschaffen werden. Ansonsten sind nach wie vor unsere Ruf- und Trinkhörner dabei, um dem geneigten Germanenauge wohlwollend zu gefallen und natürlich zum Trinken. Danke dir für das Interview und Wodensheil.“

© Markus Eck, 21.07.2005

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