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Band: ELVELLON
Titel: Until Dawn
Genre: Symphonic Metal
Label: Reaper
Format: Album CD
Punkte: 9 / 10

Oft kommt es ja mittlerweile nicht mehr vor, dass eine Symphonic Metal-Formation gleich mit dem Debütalbum eine ganz eigene, rundum überzeugende Marke zu setzen vermag. Elvellon vom Niederrhein aber wissen mich nicht nur nachhaltig zu berühren, sondern gleich zu begeistern!

„Until Dawn“ folgt der 2015er EP „Spellbound“, von der drei neuaufgenommene Stücke mit dabei sind. Ziemlich überraschend ist inmitten all der vollauf hörenswerten Lieder voller cineastischer Epik und seriöser Dramatik der signifikante Fakt, dass der verblüffend gut aufeinander eingespielte Fünfer um Sängerin Nele Messerschmidt auch mit einer gehörigen Portion Wumms am Start ist.

Eindeutig, Elvellon meinen es ernst und geben sich ihren Liedern mit Leib und Seele hin. Mächtig inszenierte Lieder wie „The Puppeteer“ künden nämlich von einer fetten Dosis Schwermetall im Geist der Beteiligten. Und das macht das faszinierend zu Ende durchdachte Material auch genreübergreifend interessant.

Die nicht zu verspielte Rezeptur aus herrlich-edel kultivierter Romantik und amtlichem Druck stimmt auch im Folgenden prima. Nele, voll und ganz mit prall pumpendem Herzblut dabei, weiß sich stets komplett zweckdienlich einzubringen. Sie legt mit ihrer variablen und voluminösen, jederzeit ergiebig austarierten Stimme nicht selten kunstvolle Gefühlsteppiche zwischen erfreulich ästhetische Riffs und wunderbar elegante Tastenarrangements.

Keyboarder Pascal Pannen, definitiv ein echter Instinktkönner, setzt ein virtuoses Glanzlicht nach dem anderen. Überhaupt, die visionär-weitreichenden und erhebend theatralischen Atmosphären auf „Until Dawn“ sind immer wieder so prächtig und packend anzuhören, dass man die Band nur dazu beglückwünschen kann.

Bei Elvellon steckt der große Reiz neben bombigen Kompositionen im mannigfaltigen Detailreichtum, den die Urheber auch noch wie aus einem Guss erklingen lassen. Und dies kann man als Musiker zum Glück nicht kaufen - das hat man entweder drauf oder eben nicht.

© Markus Eck, 21.05.2018

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Rating scale:
10 - Timeless perfection.
9 - Impressing awesomeness.
8 - Great performance.
7 - Solid stability.
6 - Decent try.
5 - Uninspiring mediocrity.
4 - Failed presentation.
3 - Insubordinate badness.
2 - Terrible impertinence.
1 - Superfluous futility.
0 - Painful ear-torture.

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