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Band: VINTERSORG
Titel: Till Fjälls Del II
Genre: Progressive Nordic Folk Metal
Label: Napalm
Format: Album CD
Punkte: 8 / 10

Als er damals mit dem ersten Album „Till Fjälls“ 1998 die Sinne verzücken konnte, war Viking Folk Metal für viele noch etwas grundlegend Neues. Die neu erwachsende Szene revanchierte sich für die gebotene, hohe Qualität global mit breitem Zuspruch.

Über die Jahre tendierte das musikalische Interesse von Kopf- und Frontmann Andreas Hedlund alias Mr. Vintersorg allerdings dann in immer progressivere und komplexere Gefilde, was für allerlei Turbulenzen in der einst beachtlich großen Anhängerschaft sorgte. Sich sukzessiv annähernde Rückkehren zum einstigen Kurs folgten, doch eher zögerlich.

Mit „Till Fjälls Del II“ beantwortet der vollends zur stilistischen Besinnung Gekommene nun die entsprechenden, konkreter bereits seit der Jahrtausendwende an ihn herangetragenen Gesuche für ein ‚Sequel‘. Ganz ablegen konnte oder wollte man die progressiven, ineinander verschachtelten Nuancen nicht - was es mir folglich auch unmöglich macht, den bezwingenden Zauber des hymnisch so unsagbar ergreifenden 1998er Vorläufers aktuell unter anderen Umständen zu erfahren.

Davon losgelöst, offenbart sich „Till Fjälls Del II“ durchaus als höchst anspruchs-, niveau- und geschmackvolle Angelegenheit, die bei jedem Durchlauf neue Facetten zum Glänzen bringt. Besonders auch die gesangliche (Dual)Leistung ist unbedingt hervorzuheben, für die mit viel Herzblut ans feine Werk gegangen wurde. Rundum hervorragend produziert, sind die neun Nummern nicht nur ein wunderbares Hörerlebnis ohne jegliche Abnutzungserscheinung.

Sondern vor allem auch die große, clever konzipierte Vielfalt und der harmonisch ins Kombinat gebrachte Abwechslungsreichtum machen aus diesem, inbrünstige Selbstliebe transformierenden Ding eine absolut runde, künstlerisch-authentisch überzeugende Sache.

Als passenden Bonus packte Hedlund noch die EP „Tillbaka Till Källorna” mit dazu, die während des Übergangs der Vorgängerband Vargatron hin zu Vintersorg Mitte der 90er entstanden. Besonders attraktiv daran: Diese vier, hierauf exklusiven Stücke schafften es nicht auf die 1998er Debüt-EP „Hedniskhjärtad“!

© Markus Eck, 15.06.2017

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